
Hitzeprotokoll in Spielberg: FIA aktiviert Kühlsystem-Pflicht für den Österreich-Grand-Prix
Wegen prognostizierter Temperaturen über 31 Grad müssen die Teams erstmals in dieser Saison ein Fahrer-Kühlsystem bereitstellen – eine Lehre aus dem Hitzerennen von Katar 2023.
Noch bevor die Motoren am Red Bull Ring aufheulen, hat der Weltverband FIA eine außergewöhnliche Maßnahme verkündet: Für den Großen Preis von Österreich am Sonntag wurde der Hitze-Notstand „Heat Hazard“ ausgerufen. Auslöser ist die offizielle Wetterprognose, die während des Rennens einen Hitzeindex von mehr als 31 Grad Celsius vorhersagt. Damit greift erstmals in der laufenden Saison jenes Protokoll, das nach dramatischen Szenen in Katar 2023 ins Reglement aufgenommen wurde.
Die konkrete Folge: Alle Rennställe sind verpflichtet, ein flüssigkeitsgekühltes Westensystem – das sogenannte Driver Cooling System – in den Monoposti zu installieren. Ein Netz aus Schläuchen führt dabei ein Kühlmittel über den Oberkörper des Fahrers, um die Körperkerntemperatur während der enormen Belastung im Cockpit zu senken. Dort können Temperaturen von bis zu 55 Grad herrschen. Die Nutzung der Weste ist für die Piloten jedoch nicht zwingend; wer darauf verzichtet, muss ein Zusatzgewicht von einem halben Kilogramm als Ballast im Fahrzeug mitführen. Zudem erhöht die FIA das zulässige Mindestgewicht der Boliden um vier Kilogramm, um die technischen Komponenten des Kühlsystems auszugleichen.
Die Vorschrift ist eine direkte Reaktion auf den Großen Preis von Katar 2023. Damals litten zahlreiche Fahrer unter extremer Dehydrierung, Übelkeit und Erschöpfung; Logan Sargeant musste das Rennen mit einem Hitzschlag aufgeben, Esteban Ocon und Lance Stroll berichteten von Erbrechen im Helm. Die FIA führte daraufhin 2025 das Heat-Hazard-Verfahren ein, das im Oktober jenes Jahres in Singapur und Austin erstmals zur Anwendung kam. Nun erreicht es erstmals einen europäischen Austragungsort.
Sportlich steht das Rennen in Spielberg im Zeichen eines engen Titelkampfs. Der 19-jährige Mercedes-Pilot Kimi Antonelli führt die WM-Wertung mit 41 Punkten Vorsprung an, nachdem er fünf der ersten sieben Saisonrennen gewann. Lewis Hamilton verkürzte den Rückstand zuletzt mit seinem ersten Ferrari-Sieg in Barcelona, während George Russell als weiterer Brite nur neun Zähler hinter Hamilton liegt. Die physische Komponente des Hitze-Grand-Prix könnte die Kräfteverhältnisse jedoch verschieben: Anders als in Singapur, wo die hohe Luftfeuchtigkeit den Fahrern regelmäßig zwei bis drei Kilogramm Schweißverlust abverlangt, ist es in der Steiermark die trockene Hitze, die Motoren, Bremsen und Reifen an ihre Grenzen bringt.
Für die 22 Piloten wird der Sonntag damit zu einem doppelten Stresstest – fahrerisch wie körperlich. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Kühlwesten nur für etwa ein Renndrittel den gewünschten Effekt erzielen, bevor das Kühlmittel selbst Wärme aufnimmt. Wer in Spielberg den kühlsten Kopf bewahrt, könnte im Titelrennen einen entscheidenden Schritt machen. Die nächste Bewährungsprobe folgt unmittelbar: In zwei Wochen steht der Große Preis von Großbritannien in Silverstone an.
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Eine extreme Hitzewelle trifft den Großen Preis von Österreich, mit Streckentemperaturen von bis zu 33 Grad und Cockpit-Temperaturen von bis zu 55 Grad. Die FIA hat das Heat-Hazard-Sicherheitsprotokoll aktiviert und schreibt den Teams Kühlsysteme für die Fahrer vor. Die Maßnahme tritt laut Reglement automatisch in Kraft, sobald der Hitzeindex den kritischen Schwellenwert überschreitet.
Erstmals in dieser Saison hat die Formel 1 vor dem Großen Preis von Österreich eine Hitzewarnung herausgegeben, da Temperaturen von über 31 Grad erwartet werden. Die Anordnung verpflichtet die Teams, ein Fahrer-Kühlsystem einzubauen, allerdings können die Fahrer dies ablehnen und stattdessen eine Ballaststrafe in Kauf nehmen – eine Regel, die 2025 eingeführt und bereits in Singapur und beim US-Grand-Prix im vergangenen Oktober angewandt wurde.
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