
Milliarden-Talent Shazeer verlässt Google erneut – Gemini-Chef wechselt zu OpenAI
Der KI-Pionier Noam Shazeer, dessen Rückkehr zu Google 2,7 Milliarden Dollar kostete, schließt sich nach weniger als zwei Jahren dem Rivalen OpenAI an.
In einem erneuten Paukenschlag im globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz hat Noam Shazeer, Vizepräsident und Co-Leiter der Gemini-Modellentwicklung bei Google, seinen Wechsel zu OpenAI bekannt gegeben. Der 2017 als Mitautor der bahnbrechenden Transformer-Architektur bekannt gewordene Ingenieur kündigte auf X an, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem „außergewöhnlichen Team“ des ChatGPT-Entwicklers. OpenAI-Chef Sam Altman kommentierte umgehend, Shazeer sei jemand, mit dem er „seit den allerersten Tagen von OpenAI“ habe arbeiten wollen – es habe nur zehn Jahre gedauert. Der Schritt markiert eine erneute Verschärfung des Talentkriegs zwischen den Tech-Giganten, der zunehmend mit Milliardensummen und strategischen Personalrochaden geführt wird.
Shazeers Vita liest sich wie eine Blaupause der modernen KI-Revolution. Nach zwei Jahrzehnten bei Google verließ er den Konzern 2021, um Character.AI zu gründen, einen auf personalisierte Chatbots spezialisierten Dienst. Im August 2024 holte Google ihn mitsamt seinem Team durch eine spektakuläre Lizenzvereinbarung zurück – das Gesamtvolumen des Deals belief sich laut übereinstimmenden Berichten aus den USA, Indien und Italien auf rund 2,7 Milliarden Dollar. Shazeer wurde umgehend zum Co-Leiter von Gemini ernannt, Googles Antwort auf OpenAIs GPT-Modelle. Dass er nun nach weniger als zwei Jahren erneut das Lager wechselt, werten Beobachter in Washington und im Silicon Valley als schweren strategischen Rückschlag für den Suchmaschinenriesen, der mit Gemini mühsam Boden gutgemacht hatte.
Die Nachricht schlug weltweit hohe Wellen. Während amerikanische Medien wie Business Insider und CNBC den Vorgang als jüngste Eskalation im „AI talent war“ einordneten, sprach die italienische Agentur Adnkronos von einem „historischen Seitenwechsel“. In Russland hoben Wirtschaftsblätter wie Kommersant und Lenta.ru die enormen Kosten der gescheiterten Personalbindung hervor. Aus Peking und Teheran wurde der Wechsel als Zeichen für die ungebrochene Anziehungskraft von OpenAI interpretiert, das trotz interner Turbulenzen und der Abwanderung von Mitgründer Andrej Karpathy zu Anthropic weiterhin Spitzenkräfte anzieht. Die indische Finanzpresse betonte, Shazeers LinkedIn-Profil nenne ihn selbstbewusst den „Erfinder der LLM-Revolution“ – ein Anspruch, den die Branche angesichts des Transformer-Papers von 2017 kaum bestreitet.
Für den deutschsprachigen Raum ist der Vorgang ein Warnsignal. Die Konzentration von KI-Spitzenforschung auf wenige US-Konzerne und der exorbitante Preiswettbewerb um Köpfe erschweren es europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, konkurrenzfähige Modelle zu entwickeln. Während Berlin und Brüssel auf Regulierung setzen, zeigt Shazeers Fall, dass die entscheidenden Architekten der Technologie zunehmend zwischen einer Handvoll Akteuren zirkulieren. Die Frage, ob Europa im KI-Zeitalter souverän bleiben kann, wird damit noch drängender. Shazeers Wechsel zu OpenAI dürfte die Schlagkraft des ChatGPT-Machers weiter erhöhen – und den Druck auf Google wie auf die gesamte europäische KI-Landschaft massiv verstärken.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Noam Shazeer, Co-Leiter von Googles Gemini, ist zu OpenAI gewechselt, nur Monate nachdem Google 2,7 Milliarden Dollar für seine Rückkehr gezahlt hatte. Der Schritt verdeutlicht die eskalierenden finanziellen Einsätze im KI-Talentkrieg; Shazeer nannte es eine schwierige Entscheidung.
Google-Veteran Noam Shazeer, Gründer von Character.AI, wechselt im jüngsten Schritt des KI-Talentkriegs zu OpenAI. Shazeer gab seinen Weggang auf X bekannt, nannte es eine schwierige Entscheidung und lobte sein Google-Team.
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