
Kanadisches Gericht weist Einspruch ab: Partey fehlt Ghana bei WM-Start
Trotz Einreise in die USA und Protesten der ghanaischen Regierung scheiterte der Mittelfeldspieler mit einem Eilantrag vor dem Bundesgericht in Ottawa – er verpasst das Eröffnungsspiel gegen Panama.
Am Dienstag wies das kanadische Bundesgericht in Ottawa den Eilantrag Ghanas zurück, mit dem die Einreiseverweigerung für Mittelfeldstar Thomas Partey aufgehoben werden sollte. Der 33-Jährige, der in England wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt ist, darf damit nicht zum WM-Auftaktspiel der Black Stars gegen Panama am Mittwoch in Toronto antreten. Partey, der derzeit bei Villarreal in Spanien unter Vertrag steht, hielt sich zuvor im Trainingslager der ghanaischen Nationalmannschaft in den Vereinigten Staaten auf, wo ihm die Einreise – anders als in Kanada – gewährt worden war.
Die kanadischen Einwanderungsbehörden hatten das Visum mit Verweis auf das laufende Strafverfahren im Vereinigten Königreich abgelehnt. Partey plädierte im vergangenen Jahr auf nicht schuldig in Bezug auf sieben Fälle von Vergewaltigung und einen Fall sexueller Nötigung, die sich auf vier Frauen und den Zeitraum zwischen 2020 und 2022 beziehen. Ein Prozess in Großbritannien ist für 2027 angesetzt. Erschwerend kam hinzu, dass Partey in seinem Visumantrag vom 21. Mai fälschlicherweise angab, nicht mit strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert zu sein – ein Detail, das die Glaubwürdigkeit des Eilantrags zusätzlich belastete.
Die ghanaische Regierung hatte die Entscheidung Ottawas als „anmaßend und äußerst unfair“ kritisiert und formell Protest eingelegt. Der frühere stellvertretende Justizminister Alfred Tuah-Yeboah stellte öffentlich die Frage, wo die Unschuldsvermutung bleibe, und verwies darauf, dass sowohl Ghana als auch Kanada diesen Rechtsgrundsatz teilen. Aus kanadischer Sicht hingegen wiegt das Risiko einer Einreise von Beschuldigten schwerer Straftaten schwerer als der sportliche Schaden. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Roger Lafreniere befand, der Antrag auf eine „außerordentliche, zwingende einstweilige Verfügung“ sei nicht zu gewähren, da die gesetzliche Entscheidung der Einwanderungsbehörde rechtmäßig ergangen sei.
Die diplomatische und rechtliche Kontroverse wirft ein Schlaglicht auf die unterschiedlichen Einreisepraktiken westlicher Staaten. Während die USA Partey die Einreise ermöglichten und er somit für die späteren Gruppenspiele Ghanas gegen England und Kroatien auf amerikanischem Boden zur Verfügung steht, zog Kanada eine striktere Linie. Beobachter in London verweisen auf die Sensibilität des Falls im Vereinigten Königreich, wo die Vorwürfe aus Parteys Zeit beim FC Arsenal stammen und das öffentliche Interesse hoch ist. Für das Turnier bedeutet der Richterspruch, dass Ghana im ersten Spiel auf seinen wichtigsten Mittelfeldakteur verzichten muss, was die sportlichen Aussichten der westafrikanischen Mannschaft in der Gruppe L erheblich schmälert.
Der Fall Partey könnte über das Turnier hinaus Signalwirkung für künftige Sportgroßveranstaltungen entfalten. Die Abwägung zwischen der Unschuldsvermutung und dem staatlichen Interesse an der Kontrolle der Einreise von Strafverdächtigen wird angesichts globalisierter Spielpläne und zunehmender rechtlicher Prüfung von Visaanträgen an Brisanz gewinnen. Für den Spieler selbst bleibt die Möglichkeit, sich in den USA zu rehabilitieren, während in England der Schatten des Prozesses im Jahr 2027 lastet.
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Das kanadische Bundesgericht verhandelt Ghanas Eilantrag, die Visumverweigerung für Thomas Partey aufzuheben, der wegen anhängiger Vergewaltigungsvorwürfe in England nicht einreisen darf. Die Anhörung entscheidet, ob der Mittelfeldspieler rechtzeitig zum WM-Auftakt gegen Panama zur Mannschaft stoßen kann – ein Verfahren, das auf strafrechtlicher Unzulässigkeit beruht.
Ghana hat Kanada vor Gericht gebracht und die Visumverweigerung für Thomas Partey als 'extrem unfair' und als Verstoß gegen die Unschuldsvermutung bezeichnet. Angesichts des bevorstehenden WM-Auftakts gegen Panama fordern afrikanische Regierungs- und Rechtsvertreter, dass der Spieler, der in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert hat, umgehend einreisen darf.
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