
Geplante Londoner Konferenz soll Koalition zum Schutz der Straße von Hormus formen
Angesichts der eskalierenden Auseinandersetzungen mit Iran bereiten die USA und Großbritannien eine internationale Marinemission vor, die jedoch an ein Ende der Kampfhandlungen gebunden ist.
Washington und London planen für die kommende Woche eine hochrangige Konferenz in der britischen Hauptstadt, auf der die Bildung einer internationalen Koalition zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus vorangetrieben werden soll. Dies berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf zwei europäische Diplomaten und zwei weitere informierte Kreise. Erwartet werden Verteidigungsminister und führende Militärs aus Staaten des Nahen Ostens und des Westens; als amerikanische Vertreter sind Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Vorsitzende der Vereinigten Generalstabschefs, General Dan Caine, vorgesehen. Ein definitiver Termin für das Treffen ist den Quellen zufolge noch nicht festgesetzt.
Hintergrund der Initiative ist der erneute militärische Konflikt zwischen den USA und Iran, der nach dem Scheitern der am 18. Juni unterzeichneten Waffenstillstandsvereinbarung am 8. Juli wieder auflebte. Washington erklärte die Feuerpause für hinfällig und nahm tägliche Luftangriffe gegen militärische Ziele im Süden Irans vor, als Reaktion auf iranische Attacken gegen Handelsschiffe in der Meerenge. Iran wiederum griff US-Stützpunkte in der Region an und warf Washington den Bruch der Abmachung vor. Zuletzt blieben iranische Angriffe auf kommerzielle Schiffe vier Tage lang aus; laut unbestätigten Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium könnte dies auf eine weitgehende Zerschlagung der iranischen Militärpräsenz am Golf zurückgehen, während andere Stellen von einer fortbestehenden Bedrohung ausgehen. Präsident Trump drohte mit Bombardierungen von Brücken und Kraftwerken bis nach Teheran, sollte Iran seine Angriffe fortsetzen; Teheran seinerseits kündigte Vergeltung gegen die Infrastruktur verbündeter arabischer Golfstaaten an.
Die geplante Koalition reiht sich in das Bemühen Washingtons ein, einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden und die Last der Sicherung der für den globalen Energiemarkt lebenswichtigen Passage international zu verteilen. Die Vereinigten Staaten drängen Partnerländer zur Bereitstellung von Minenräumkapazitäten, Kriegsschiffen und Drohnen. Europäische Diplomaten zufolge ist eine Beteiligung vieler Staaten jedoch an die Vorbedingung geknüpft, dass die Kampfhandlungen zuvor eingestellt werden. Gleichzeitig verstärken diplomatische Akteure ihre Vermittlungsversuche: Die Außenminister Irans und Omans, Abbas Araghchi und Badr al-Busaidi, erörterten in einem Telefonat die Deeskalation und die Sicherheit der Schifffahrtswege; eine omanische Delegation traf in Teheran ein, um über einen neuen Mechanismus für die Straße von Hormus zu beraten. Zuvor waren trilaterale Gespräche zwischen Oman, Iran und Katar ohne Ergebnis geblieben.
Die Londoner Konferenz soll auf Sondierungen aufbauen, die Großbritannien und Frankreich in den vergangenen Monaten mit mehreren Staaten geführt haben. Ob das Treffen wie geplant zustande kommt und ob es eine belastbare internationale Mission hervorbringen kann, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen und vom Erfolg der parallelen Vermittlungsarbeit ab.
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