
Geplante Gespräche zwischen USA und Iran verschoben: Kämpfe im Libanon gefährden Waffenstillstandsabkommen
Die für Freitag in der Schweiz angesetzten Verhandlungen wurden nach heftigen Gefechten zwischen Israel und der Hisbollah abgesagt; Teheran knüpft seine Teilnahme an eine Waffenruhe im Libanon.
Die für Freitag angesetzten technischen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran im schweizerischen Bürgenstock sind verschoben worden. Nach übereinstimmenden Angaben regionaler Vermittler und mit dem Vorgang vertrauter Personen reiste die iranische Delegation nicht an, weil die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon in der Nacht zuvor eskaliert waren. US-Vizepräsident JD Vance sagte seinen bereits vorbereiteten Flug kurzfristig ab; das Weiße Haus verwies auf logistische Herausforderungen. Die Verschiebung setzt das erst am Mittwoch unterzeichnete vorläufige Abkommen zwischen Washington und Teheran unmittelbar unter Druck.
Aus Teheraner Regierungskreisen verlautete, die Frage des Libanon sei für Iran „zentral“ und die israelischen Angriffe stellten einen Verstoß gegen den ersten Punkt des Memorandums dar, der eine sofortige und dauerhafte Einstellung aller Militäroperationen – auch im Libanon – vorsieht. Die israelische Führung erklärte dagegen, ihre Truppen würden so lange in einer „Sicherheitszone“ im Südlibanon bleiben, wie es die Sicherheit Israels erfordere. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, die Hisbollah werde einen „sehr hohen Preis“ für den Tod von vier israelischen Soldaten zahlen. US-Präsident Donald Trump hatte Netanjahu zuvor öffentlich kritisiert und ihn zu mehr „Verantwortung gegenüber dem Libanon“ aufgefordert. Rechtsextreme israelische Minister riefen dazu auf, „den ganzen Libanon brennen“ zu lassen.
Die erneuten Feindseligkeiten gefährden die Umsetzung des Abkommens, das unter anderem die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt bewirkt hat. Nach Angaben von Schifffahrtsbeobachtern passierten am Donnerstag 25 Handelsschiffe die Meerenge, so viele wie seit Mitte April nicht mehr. Gleichzeitig forderte eine neu geschaffene iranische Behörde Schiffe zur Registrierung auf, was aus Sicht von Branchenvertretern auf künftige Gebühren hindeuten könnte. Die Ölpreise gaben im Wochenverlauf um rund neun Prozent nach, verharrten jedoch bei etwa 79 US-Dollar je Barrel Brent. Im Libanon stieg die Zahl der Todesopfer durch israelische Luftangriffe nach Behördenangaben auf mindestens 18, während das israelische Militär von mehr als 80 attackierten Hisbollah-Zielen sprach.
Das am 28. Februar mit US-israelischen Luftschlägen begonnene Kriegsgeschehen hatte nach der Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei eine regionale Eskalation ausgelöst. Das nun gefährdete Interimsabkommen soll in eine 60-tägige Verhandlungsphase über das iranische Atomprogramm und Sanktionserleichterungen münden. Das Schweizer Außenministerium bestätigte die Verschiebung und erklärte, man bleibe bereit, die Gespräche zu ermöglichen. Ein neuer Termin ist bislang nicht festgelegt; Vermittler aus Pakistan und Katar bemühen sich nach Angaben informierter Kreise um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen.
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Die Vermittler konzentrieren sich auf die Eskalation im Libanon, die den Iran vom Verhandlungstisch ferngehalten hat. Die Verschiebung der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz wird als direkte Folge der intensivierten Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah gesehen und bedroht das brüchige Interimsabkommen. Es laufen Bemühungen, die als entscheidend für den Beginn dauerhafter Verhandlungen geltenden Treffen neu anzusetzen.
Die erneuten israelischen Bombardierungen im Libanon haben das junge Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ernsthaft gefährdet und zur unbefristeten Verschiebung der Verhandlungen in der Schweiz geführt. Die Gewalt, die zahlreiche Opfer forderte, gilt als Haupthindernis für den diplomatischen Prozess und lässt Zweifel an der Tragfähigkeit der Interimsvereinbarung aufkommen. Analysten fragen sich, ob das Abkommen ohne eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten überleben kann.
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