
Friedensschluss zwischen USA und Iran treibt asiatische Börsen und Währungen an
Die von Pakistan vermittelte Einigung senkt die Ölpreise und verleiht Rupie, Rupiah und Jakarta Composite Index Auftrieb – doch die Reaktionen in den Schwellenländern fallen uneinheitlich aus.
Die überraschende Ankündigung eines Friedensabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hat zu Wochenbeginn die globalen Finanzmärkte bewegt. Nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, dessen Land die Verhandlungen vermittelt hatte, vereinbarten beide Seiten am Sonntag ein sofortiges und dauerhaftes Ende aller militärischen Operationen – auch im Libanon. Die Nachricht dämpfte schlagartig die geopolitische Risikoprämie, die seit Monaten auf den Rohstoff- und Devisenmärkten lastete. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um mehr als sechs Prozent und näherte sich der Marke von 82 Dollar je Barrel, wovon insbesondere energieimportierende Volkswirtschaften profitierten.
In Asien reagierten die Märkte mit kräftigen Kursgewinnen. Der Jakarta Composite Index (IHSG) schoss am Montag um über vier Prozent in die Höhe und setzte damit eine viertägige Erholungsrally fort. Die indonesische Rupiah legte gegenüber dem Dollar um mehr als 150 Punkte auf rund 17.700 Rupiah zu und notierte am Dienstag weiter fest bei 17.704. Marktbeobachter in Jakarta sprachen von einem sentimentgetriebenen Schub, warnten jedoch vor verfrühtem Optimismus – die Erholung könne sich als vorübergehende Atempause erweisen. Auch die indische Rupie profitierte: Sie stieg am Montag um 40 Paise auf 94,71 und kletterte am Folgetag im frühen Handel auf 94,53. Für Indien, das nahezu 90 Prozent seines Rohölbedarfs importiert, wirkt der Preisrückgang wie ein konjunktureller Rückenwind. Ein Währungsexperte prognostizierte der Rupie bis Dezember 2026 eine Spanne von 92,75 bis 94,20, gestützt auf die Entspannungspolitik und geldpolitische Maßnahmen der Reserve Bank of India.
Ein abweichendes Bild bot Brasilien. Während der Real mit einem marginalen Plus von 0,09 Prozent bei 5,067 pro Dollar nahezu unverändert blieb, gab der Leitindex Ibovespa um 0,42 Prozent nach. Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus der Rolle Brasiliens als bedeutender Rohölexporteur: Sinkende Energiepreise belasten die Ertragsaussichten der staatlich dominierten Ölindustrie und dämpften die Stimmung an der Börse, obwohl das Friedensabkommen auch dort die allgemeine Unsicherheit verringerte. Die divergierenden Reaktionen unterstreichen, dass die Entspannung im Nahen Osten keine uniforme Wirkung entfaltet, sondern entlang der energiepolitischen Interessen der einzelnen Volkswirtschaften verläuft.
Aus europäischer Sicht verspricht die Einigung eine willkommene Entlastung. Sollte der Waffenstillstand halten, dürften die Energiepreise weiter nachgeben und den Inflationsdruck in Deutschland, Österreich und der Schweiz mildern. Zugleich bleibt Skepsis angebracht: Die Vereinbarung muss sich in der Praxis bewähren, und die Märkte werden jede Abweichung von der verkündeten sofortigen und dauerhaften Waffenruhe sensibel registrieren. Kurzfristig überwiegt jedoch die Erleichterung – die asiatischen Devisen- und Aktienmärkte könnten von einer anhaltenden Friedensdividende profitieren, während rohstoffexportierende Länder wie Brasilien vorerst mit Gegenwind rechnen müssen.
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Das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran hat die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten gemildert, doch Brasilien blieb hinter der Rally der asiatischen Währungen zurück. Der Dollar legte gegenüber dem Real leicht zu, während der Bovespa-Index fiel, was den Rückstand des Landes unterstreicht.
Die Einigung zwischen Washington und Teheran löste eine Welle des Optimismus an den asiatischen Märkten aus, die indonesische Rupiah und der Jakarta-Aktienindex legten kräftig zu. Analysten warnen jedoch, dass unklar bleibt, ob es sich um eine nachhaltige Erholung oder nur um eine vorübergehende Atempause in einem weiterhin fragilen Umfeld handelt.
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