
Frankreichs Abkehr von Palantir: Europa sucht eigene Wege in der KI
Paris kündigt den Vertrag mit dem US-Datenanalysten und setzt auf nationale Alternativen – ein Schritt, der in Berlin, Rom und Zürich Widerhall findet und die strategische Neuausrichtung des Kontinents unterstreicht.
Die französische Regierung hat einen symbolträchtigen Bruch mit der US-Technologiefirma Palantir vollzogen. Premierminister Sébastien Lecornu gab bekannt, dass die Direction générale de la sécurité intérieure (DGSI) ihren Vertrag mit dem Datenanalysekonzern beenden und künftig auf eine Lösung des heimischen Start-ups ChapsVision setzen werde. Lecornu begründete den Schritt mit dem Ziel, eine „strategische Abhängigkeit im digitalen Raum“ zu vermeiden. Man könne sich nicht auf Werkzeuge verlassen, die von ausländischen Mächten entwickelt worden seien, zitierte ihn die russische Zeitung Kommersant. Die Entscheidung ist auch eine Absage an die ideologische Ausrichtung von Palantir, dessen libertärer Gründer Peter Thiel zu den frühesten Unterstützern Donald Trumps zählt. Wirtschaftsminister Roland Lescure dämpfte allerdings allzu große Erwartungen an einen schnellen Wechsel: Die Umstellung werde „mehrere Monate“ dauern und voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen sein, sagte er am Rande der Messe VivaTech. Zahlreiche technische Details seien noch zu klären.
Die französische Initiative ist Teil einer breiteren europäischen Bewegung, die Künstliche Intelligenz nicht länger als neutrale Dienstleistung, sondern als strategisches Staatsgut begreift. Ein Urteil des Zürcher Handelsgerichts untermauerte diese Sichtweise: Die Schweiz und die USA hätten binnen 24 Stunden klargestellt, dass der Zugang zu fortgeschrittenen KI-Systemen politischen Logiken folge und nicht allein dem Spiel der Märkte überlassen bleibe, berichtet das italienische Magazin MillenniuM. Vor diesem Hintergrund suchen Deutschland und Frankreich nun einen engeren Schulterschluss. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, werden das französische Spitzenforschungsinstitut INRIA und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) auf der VivaTech erste Schritte zu einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungszentrum unternehmen. Hinter den Kulissen wird dies als direkte Antwort auf Washingtons Technologiesanktionen gewertet, die Ausländern den Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen versperren.
Auch in Rom beobachtet man die Entwicklung mit wachem Interesse. Die italienische Regierung hält sich von Palantir fern – nicht mit lauten Worten, sondern durch faktische Zurückhaltung, wie HuffPost Italia berichtet. Man registriere die französische Entscheidung ohne Überraschung und definiere die eigene Linie: keine neuen strategischen Verträge mit dem von Thiel geführten Konzern. Die Sorge, sensible Daten von Institutionen und Bürgern einem umstrittenen Vertrauten Trumps zu überantworten, hat in mehreren europäischen Hauptstädten zu einem Umdenken geführt. Paris zog die Konsequenz und plant den Aufbau eines staatlichen „Datenhirns“, das die Aufgaben von Palantir übernehmen soll.
Der europäische Kurswechsel birgt Chancen und Risiken. Die angestrebte Autonomie in der KI erfordert erhebliche Investitionen und Zeit – der Zeithorizont 2027 für ChapsVision zeigt, wie mühsam der Aufbau konkurrenzfähiger nationaler Alternativen ist. Gleichzeitig könnte die deutsch-französische Forschungskooperation zum Nukleus eines souveränen europäischen KI-Ökosystems werden, das sich nicht von der „Gutwilligkeit einzelner Partner“ abhängig macht, wie es aus Paris heißt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Europa den Spagat zwischen technologischer Unabhängigkeit und internationaler Kooperation meistert, ohne in eine digitale Fragmentierung abzugleiten.
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Frankreich kündigt den Vertrag mit Palantir und setzt für die interne Sicherheitsdatenanalyse auf ein französisches Startup. Dieser Schritt ist technisch anspruchsvoll und wird Monate dauern, beschleunigt aber die europäische KI-Souveränität. Deutschland und Frankreich bündeln ihre Kräfte, um sich gegen US-Technologiesanktionen zu wappnen.
Die französischen Geheimdienste werden die US-Software Palantir aufgeben und eine nationale Lösung einsetzen, kündigte der Premierminister an. Der Schritt wird als notwendig dargestellt, um strategische digitale Abhängigkeit von ausländischen Mächten zu vermeiden. Frankreich erkennt damit den Bedarf an eigenen KI-Modellen für die nationale Sicherheit an.
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