
Eurozone verzeichnet im April Handelsdefizit – US-Industrie enttäuscht
Die Eurozone wies im April ein Defizit von einer Milliarde Euro aus, während die US-Industrieproduktion im Mai nur um 0,1 Prozent zulegte. Italienische Exporteure trotzen mit kräftigem Jahreswachstum dem Abwärtstrend.
Die Handelsbilanz der Eurozone hat sich im April dramatisch verschlechtert. Nach einem Überschuss von 8,7 Milliarden Euro im Vorjahresmonat wies die Währungsunion nun ein Defizit von 1,0 Milliarden Euro aus, wie Eurostat mitteilte. Die Exporte stiegen um 5 Prozent auf 255,4 Milliarden Euro, die Importe legten jedoch mit 9,3 Prozent auf 256,4 Milliarden Euro deutlich stärker zu. Ausschlaggebend waren ein steigendes Energiedefizit und ein schrumpfender Überschuss bei Maschinen und Fahrzeugen. In den ersten vier Monaten des Jahres sanken die Ausfuhren der Eurozone im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent. Aus Brüsseler Sicht spiegelt dies die Belastung durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten wider, die Energiepreise treiben und Lieferketten stören.
In Washington vermeldete die Federal Reserve eine enttäuschende Entwicklung der US-Industrieproduktion. Im Mai legte die Gesamtproduktion lediglich um 0,1 Prozent zu, nach revidierten 0,9 Prozent im April. Analysten hatten mit 0,3 Prozent gerechnet. Die Fertigungsindustrie stagnierte, der Bergbau wuchs um 1,3 Prozent, die Energieversorgung schrumpfte um 0,4 Prozent. Die Kapazitätsauslastung stieg minimal auf 76,2 Prozent. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Plus von 1,7 Prozent, doch die kurzfristige Dynamik lässt nach.
Auch die Industrieproduktion in der Eurozone enttäuschte im April. Sie stieg gegenüber März nur um 0,1 Prozent, während Ökonomen 0,2 Prozent erwartet hatten. Im März war sie noch um revidierte 0,4 Prozent gewachsen. Auf Jahressicht ergibt sich ein mageres Plus von 0,3 Prozent. Eurostat führte die leichte Zunahme auf vorgezogene Bestellungen wegen der Nahostkrise zurück, doch der Energieschock dürfte die Aktivität in den kommenden Monaten dämpfen und das Wachstum im zweiten Quartal belasten.
Aus Rom kamen gemischte Signale. Die italienischen Exporte legten im April gegenüber dem Vorjahr wertmäßig um 8,8 Prozent und volumenmäßig um 3,5 Prozent zu. Besonders dynamisch waren die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder mit plus 12,0 Prozent, während EU-Lieferungen um 5,9 Prozent stiegen. Gegenüber dem Vormonat schrumpften die Exporte jedoch um 2,2 Prozent, die Importe um 0,6 Prozent. Im Dreimonatszeitraum Februar bis April ergab sich ein Exportwachstum von 5,0 Prozent, begleitet von einem Importanstieg von 6,2 Prozent. Die monatliche Abschwächung deutet auf zunehmende Gegenwinde hin.
Für die exportorientierten Volkswirtschaften Deutschland, Österreich und die Schweiz zeichnen sich damit wachsende Risiken ab. Die Kombination aus einem schwierigeren Handelsumfeld in der Eurozone, einer stockenden US-Industrie und energiepreisbedingten Belastungen könnte die Konjunktur im DACH-Raum im weiteren Jahresverlauf bremsen. Sollte der Nahostkonflikt weiter eskalieren, dürfte die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zusätzlich leiden. Die jüngsten Daten unterstreichen, dass die globale Industriekonjunktur fragil bleibt und die Erholung an Schwung verliert.
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Die italienischen Exporte stiegen im April im Jahresvergleich um 8,8%, wobei die Ausfuhren in Nicht-EU-Märkte um 12% zulegten, was auf eine robuste Auslandsnachfrage hindeutet. Trotz eines monatlichen Rückgangs unterstreicht die Jahresbilanz die Handelsstärke des Landes in einem fragilen globalen Industrieumfeld.
Die Eurozone verzeichnete im April ein Handelsdefizit von 1 Milliarde Euro, eine drastische Umkehr gegenüber dem Vorjahresüberschuss, da die Importe um 9,3% stiegen. Die Industrieproduktion legte nur um 0,1% zu und verfehlte die Prognosen; der geringe Zuwachs wird mit vorgezogenen Aufträgen aufgrund der Nahost-Konfliktrisiken erklärt, was das fragile Gleichgewicht des Währungsraums offenbart.
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