
Europa rüstet sich gegen Chinas Exportoffensive – vor Gipfel wächst der Druck
Eine breite Koalition von EU-Mitgliedstaaten drängt auf eine neue Handelsstrategie, um die Deindustrialisierung durch chinesische Überkapazitäten abzuwenden.
Vor dem entscheidenden EU-Gipfel in Brüssel zeichnet sich eine ungewöhnlich breite Allianz ab: Von traditionellen Freihändlern bis zu interventionistischen Regierungen unterstützen die Mitgliedstaaten eine entschlossene Neuausrichtung der Handelspolitik gegenüber China. Wie aus europäischen Diplomatenkreisen verlautet, sollen dabei sowohl protektionistische Instrumente als auch Diversifizierungsstrategien kombiniert werden, um die wachsende Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern und die heimische Industrie vor einem schleichenden Niedergang zu bewahren. Auslöser ist die Sorge vor einer Deindustrialisierung, die nach den USA nun auch Europa erfassen könnte – angetrieben durch massive chinesische Überkapazitäten in Schlüsselsektoren wie Automobilbau, Chemie und saubere Technologien.
Das Handelsdefizit der EU mit China hat inzwischen Dimensionen erreicht, die Brüssel als „nicht mehr tragbar“ einstuft. Allein im April belief es sich auf 31,9 Milliarden Euro, und im Gesamtjahr 2022 überstieg es täglich die Marke von einer Milliarde Euro. Chinesische Exporte von Elektrofahrzeugen, Maschinen und Chemieprodukten überschwemmen den europäischen Markt, gestützt durch staatliche Subventionen, die der heimischen Industrie einen künstlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Während die USA bereits mit Strafzöllen auf chinesische Elektroautos reagiert haben, wächst in Berlin, Wien und Zürich die Befürchtung, dass eine ungebremste Importwelle Arbeitsplätze und Wertschöpfungsketten in der DACH-Region gefährdet – Deutschland als führender Automobil- und Maschinenbaustandort wäre besonders exponiert.
Aus Pekinger Sicht warnt man vor einer Eskalation, signalisiert jedoch Gesprächsbereitschaft. Der chinesische Botschafter bei der EU äußerte Verständnis für europäische Sorgen, betonte aber zugleich, dass Peking auf protektionistische Maßnahmen „reagieren“ werde. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič spricht von einer notwendigen „Neujustierung“ der Beziehungen, nicht von Konfrontation. Doch die Dynamik im Rat deutet auf einen härteren Kurs hin: Die geplante Strategie soll einen schnelleren und gezielteren Einsatz bestehender handelspolitischer Waffen ermöglichen und neue Instrumente schaffen, etwa zur Überprüfung ausländischer Subventionen oder zur Diversifizierung von Lieferketten. Beobachter in Peking sehen darin einen Bruch mit dem lange gepflegten Prinzip des freien Handels und befürchten eine Spirale gegenseitiger Vergeltungsmaßnahmen, die europäische Luxusgüter, Flugzeuge oder Agrarprodukte treffen könnte.
Für die exportorientierten Volkswirtschaften Deutschland, Österreich und die Schweiz steht viel auf dem Spiel. Ein Handelskrieg würde nicht nur direkte Exporte nach China beeinträchtigen, sondern auch komplexe Zuliefernetze stören, die tief in den europäischen Binnenmarkt integriert sind. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Gipfel einen Rahmen für eine dosierte, aber wirksame Abwehr schafft oder ob die Rhetorik in eine offene Konfrontation mündet. Die EU steht vor der Gratwanderung, ihre industrielle Basis zu schützen, ohne die Vorteile der globalen Arbeitsteilung zu verspielen. Gelingt dies nicht, droht ein Handelskonflikt, der die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würde – mit ungewissem Ausgang für alle Beteiligten.
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Die Flut chinesischer Exporte, aufgebläht durch staatliche Subventionen, versetzt Europa einen industriellen Schock und droht mit einer Deindustrialisierung in den Bereichen Autos, Chemie und Cleantech. Ökonomen und Politiker schlagen Alarm: Die EU muss dringend Gegenmaßnahmen ergreifen, bevor die industrielle Basis ausgehöhlt wird.
Eine breite Koalition von EU-Mitgliedern, von Marktwirtschaftlern bis zu Interventionisten, schart sich hinter eine aggressive neue Handelsstrategie, die auf China abzielt und als Schutz vor Deindustrialisierung dargestellt wird. Peking betrachtet dies als Protektionismus, warnt vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen und drängt weiterhin auf Dialog, um einen Handelskrieg abzuwenden.
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