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PolitikMittwoch, 17. Juni 2026

EU-Parlament stimmt für neue genomische Techniken – ein globaler Blick auf widerstandsfähigere Pflanzen

Während Brüssel pflanzliche NGT-Züchtungen weitgehend von Gentechnik-Auflagen befreit, setzt man in Afrika auf mutagene Verfahren gegen den Parasiten Striga.

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch in Straßburg endgültig den Weg für eine neue Generation gentechnisch veränderter Pflanzen freigemacht. Mit breiter Mehrheit verabschiedeten die Abgeordneten ein Regelwerk, das sogenannte Neue Genomische Techniken (NGT) in weiten Teilen von den strengen Auflagen des bisherigen EU-Gentechnikrechts ausnimmt. Im Kern geht es um Pflanzen, deren Erbgut mit Verfahren wie der Genschere CRISPR/Cas gezielt editiert wurde, ohne dass – anders als bei klassischen transgenen Organismen – artfremde DNA eingefügt wird. Solche NGT-Pflanzen der Kategorie 1, die auch durch herkömmliche Kreuzung oder natürliche Mutation hätten entstehen können, sollen künftig weder einer speziellen Risikoprüfung noch einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Für sie gelten die gleichen Sicherheitsvorgaben wie für konventionelle Züchtungen. Die neuen Vorschriften, die bereits von den EU-Mitgliedstaaten gebilligt wurden, treten voraussichtlich Mitte 2028 in Kraft.

Die Entscheidung markiert eine tiefgreifende regulatorische Wende. Bislang waren sämtliche durch gezielte Genomveränderung erzeugte Pflanzen in der EU als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingestuft und damit faktisch von der landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen – mit Ausnahme des transgenen Mais MON810. Befürworter sehen in den NGT-Verfahren einen Schlüssel zu widerstandsfähigeren Sorten, die mit weniger Wasser, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln auskommen und so zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Kritiker warnen hingegen vor einer „Gentechnik durch die Hintertür“ und verweisen auf Risiken für kleinere Züchter und Landwirte, insbesondere durch mögliche Patentansprüche auf die neuen Pflanzensorten. Die Debatte verlief über Jahre hinweg polarisiert und spaltete selbst die europäische Agrarbranche.

Während in Europa die Deregulierung der neuen Züchtungstechniken voranschreitet, verfolgt man in Afrika andere Wege, um Nutzpflanzen widerstandsfähiger zu machen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) intensivieren ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen das parasitäre Unkraut Striga, das in Subsahara-Afrika ganze Ernten von Hülsenfrüchten und Getreide vernichtet. Anders als bei den in Europa diskutierten NGT-Verfahren setzen die Forscher hier auf klassische Mutationszüchtung, bei der das Erbgut von Pflanzen durch Bestrahlung oder chemische Agenzien verändert wird, um resistente Sorten zu selektieren. Diese Technik ist seit Jahrzehnten etabliert und unterliegt nicht den strengen Gentechnik-Regeln, wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung oft übersehen.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wo die Skepsis gegenüber „grüner“ Gentechnik traditionell stark ausgeprägt ist, birgt die EU-Entscheidung erhebliches Konfliktpotenzial. Während die deutsche Bundesregierung den Kompromiss im Rat mitgetragen hat, formieren sich in der Bevölkerung und bei Umweltverbänden bereits Widerstände gegen nicht gekennzeichnete NGT-Produkte in den Supermarktregalen. Österreich hatte sich im Vorfeld stets als entschiedener Gegner jeglicher Aufweichung des Gentechnikrechts positioniert, konnte sich aber in den Verhandlungen nicht durchsetzen. Die Schweiz, die nicht EU-Mitglied ist, verfolgt die Entwicklung mit besonderem Interesse, da sie ihre eigenen Regelungen anpassen muss, um Handelshemmnisse zu vermeiden. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die erhofften agronomischen Vorteile – etwa trockenheitsresistente Sorten für mediterrane und zunehmend auch mitteleuropäische Anbaugebiete – die Bedenken von Verbrauchern und kleineren Züchtungsunternehmen entkräften können. Parallel dazu erinnern Initiativen wie die in Afrika daran, dass der globale Wettlauf um widerstandsfähigere Nutzpflanzen auf vielen Wegen vorangetrieben wird, deren Regulierung und Akzeptanz regional höchst unterschiedlich bleiben.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

28%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa europea continentaleStampa atlantica / anglosfera
Stampa europea continentale
scetticismodistacco

Das Europäische Parlament hat neue genomische Techniken zugelassen und sie von der Gentechnik-Kennzeichnung ausgenommen. Befürworter sehen darin einen Schub für eine nachhaltigere Landwirtschaft, während Kritiker vor Risiken und mangelnder Transparenz warnen. Die Entscheidung beendet jahrelange Debatten und soll innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden.

Stampa atlantica / anglosfera/ economica
trionfopragmatismo

Europa setzt endlich auf wissenschaftsbasierte Regulierung und ermöglicht geneditierte Pflanzen, die Klimaextremen standhalten. Dieser pragmatische Schritt baut Bürokratie ab und öffnet Märkte für Innovationen – ein Gewinn für Landwirte und Verbraucher gleichermaßen.

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Mittwoch, 17. Juni 2026

EU-Parlament stimmt für neue genomische Techniken – ein globaler Blick auf widerstandsfähigere Pflanzen

Während Brüssel pflanzliche NGT-Züchtungen weitgehend von Gentechnik-Auflagen befreit, setzt man in Afrika auf mutagene Verfahren gegen den Parasiten Striga.

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch in Straßburg endgültig den Weg für eine neue Generation gentechnisch veränderter Pflanzen freigemacht. Mit breiter Mehrheit verabschiedeten die Abgeordneten ein Regelwerk, das sogenannte Neue Genomische Techniken (NGT) in weiten Teilen von den strengen Auflagen des bisherigen EU-Gentechnikrechts ausnimmt. Im Kern geht es um Pflanzen, deren Erbgut mit Verfahren wie der Genschere CRISPR/Cas gezielt editiert wurde, ohne dass – anders als bei klassischen transgenen Organismen – artfremde DNA eingefügt wird. Solche NGT-Pflanzen der Kategorie 1, die auch durch herkömmliche Kreuzung oder natürliche Mutation hätten entstehen können, sollen künftig weder einer speziellen Risikoprüfung noch einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Für sie gelten die gleichen Sicherheitsvorgaben wie für konventionelle Züchtungen. Die neuen Vorschriften, die bereits von den EU-Mitgliedstaaten gebilligt wurden, treten voraussichtlich Mitte 2028 in Kraft.

Die Entscheidung markiert eine tiefgreifende regulatorische Wende. Bislang waren sämtliche durch gezielte Genomveränderung erzeugte Pflanzen in der EU als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingestuft und damit faktisch von der landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen – mit Ausnahme des transgenen Mais MON810. Befürworter sehen in den NGT-Verfahren einen Schlüssel zu widerstandsfähigeren Sorten, die mit weniger Wasser, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln auskommen und so zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Kritiker warnen hingegen vor einer „Gentechnik durch die Hintertür“ und verweisen auf Risiken für kleinere Züchter und Landwirte, insbesondere durch mögliche Patentansprüche auf die neuen Pflanzensorten. Die Debatte verlief über Jahre hinweg polarisiert und spaltete selbst die europäische Agrarbranche.

Während in Europa die Deregulierung der neuen Züchtungstechniken voranschreitet, verfolgt man in Afrika andere Wege, um Nutzpflanzen widerstandsfähiger zu machen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) intensivieren ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen das parasitäre Unkraut Striga, das in Subsahara-Afrika ganze Ernten von Hülsenfrüchten und Getreide vernichtet. Anders als bei den in Europa diskutierten NGT-Verfahren setzen die Forscher hier auf klassische Mutationszüchtung, bei der das Erbgut von Pflanzen durch Bestrahlung oder chemische Agenzien verändert wird, um resistente Sorten zu selektieren. Diese Technik ist seit Jahrzehnten etabliert und unterliegt nicht den strengen Gentechnik-Regeln, wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung oft übersehen.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wo die Skepsis gegenüber „grüner“ Gentechnik traditionell stark ausgeprägt ist, birgt die EU-Entscheidung erhebliches Konfliktpotenzial. Während die deutsche Bundesregierung den Kompromiss im Rat mitgetragen hat, formieren sich in der Bevölkerung und bei Umweltverbänden bereits Widerstände gegen nicht gekennzeichnete NGT-Produkte in den Supermarktregalen. Österreich hatte sich im Vorfeld stets als entschiedener Gegner jeglicher Aufweichung des Gentechnikrechts positioniert, konnte sich aber in den Verhandlungen nicht durchsetzen. Die Schweiz, die nicht EU-Mitglied ist, verfolgt die Entwicklung mit besonderem Interesse, da sie ihre eigenen Regelungen anpassen muss, um Handelshemmnisse zu vermeiden. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die erhofften agronomischen Vorteile – etwa trockenheitsresistente Sorten für mediterrane und zunehmend auch mitteleuropäische Anbaugebiete – die Bedenken von Verbrauchern und kleineren Züchtungsunternehmen entkräften können. Parallel dazu erinnern Initiativen wie die in Afrika daran, dass der globale Wettlauf um widerstandsfähigere Nutzpflanzen auf vielen Wegen vorangetrieben wird, deren Regulierung und Akzeptanz regional höchst unterschiedlich bleiben.

Divergenz der Quellen

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28%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Neutral17%
Kritisch83%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa europea continentaleStampa atlantica / anglosfera
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scetticismodistacco

Das Europäische Parlament hat neue genomische Techniken zugelassen und sie von der Gentechnik-Kennzeichnung ausgenommen. Befürworter sehen darin einen Schub für eine nachhaltigere Landwirtschaft, während Kritiker vor Risiken und mangelnder Transparenz warnen. Die Entscheidung beendet jahrelange Debatten und soll innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden.

Stampa atlantica / anglosfera/ economica
trionfopragmatismo

Europa setzt endlich auf wissenschaftsbasierte Regulierung und ermöglicht geneditierte Pflanzen, die Klimaextremen standhalten. Dieser pragmatische Schritt baut Bürokratie ab und öffnet Märkte für Innovationen – ein Gewinn für Landwirte und Verbraucher gleichermaßen.

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