
EASA rät von Überflügen über Jordanien ab – US-Botschaften warnen vor unterschiedlichen Gefahren
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit stuft den jordanischen Luftraum nach iranischen Angriffen als Hochrisikozone ein, während amerikanische Vertretungen in Jerusalem und Amman getrennte Sicherheitshinweise herausgeben.
Die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) hat am Mittwoch allen Luftfahrtunternehmen, die europäischem Recht unterliegen, empfohlen, den Luftraum über Jordanien bis zum 31. August 2026 zu meiden. In einer Mitteilung an die Fluggesellschaften begründet die Behörde den Schritt mit einer raschen Verschlechterung der Sicherheitslage seit Mitte Juli. Wiederholte iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in Jordanien sowie die Aktivierung jordanischer Luftabwehrsysteme erhöhten das Risiko einer Fehlidentifikation ziviler Maschinen. Zudem warnt die EASA vor Gefahren durch Flugbahnen von Geschossen, Abfangmanöver und herabfallende Trümmerteile. Die Empfehlung gilt für alle Flughöhen im Informationsgebiet Amman und erstreckt sich auch auf nichteuropäische Gesellschaften mit EU-Betriebsgenehmigung.
Aus jordanischer Sicht bestätigte die Armee des Königreichs am selben Tag die Abwehr zweier neuer Angriffe. Nach offiziellen Angaben wurden sechs Raketen sowie vier Drohnen erfasst; zwei Raketen schlugen in abgelegenen Gebieten ein, die Drohnen seien abgeschossen worden. Todesopfer oder Sachschäden meldete Amman nicht. Iranische Revolutionsgarden reklamierten ihrerseits Angriffe auf „amerikanische Stützpunkte in Jordanien“ für sich und sprachen von beschädigten US-Hubschraubern. Diese Darstellung ließ sich unabhängig nicht überprüfen. Die iranischen Angaben stehen nach Teheraner Lesart im Zusammenhang mit der „Operation Nasr 2“, einer Reaktion auf amerikanische Luftschläge gegen iranisches Territorium.
Parallel zu den luftfahrtbezogenen Warnungen gab die US-Botschaft in Amman einen Sicherheitshinweis für amerikanische Staatsbürger heraus. Darin werden diese aufgefordert, Sirenen und Notfallanweisungen jordanischer Behörden strikt zu befolgen, Menschenansammlungen zu meiden und sich von polizeilichen Einsatzorten fernzuhalten. Die Botschaft verweist auf die angespannte regionale Lage und empfiehlt, die lokale Medienberichterstattung zu verfolgen. In Israel wiederum warnte die US-Botschaft in Jerusalem vor einer Zunahme von Gewalttaten im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen organisierter Kriminalitätsgruppen. Betroffen seien vor allem Geschäfte und Wohnhäuser in Tel Aviv, Jaffa und Herzlia. Die israelische Polizei hat nach eigenen Angaben mehrere Verdächtige festgenommen, darunter ein mutmaßliches Mitglied der Musli-Familie, und verstärkt ihre Einsätze gegen die kriminellen Netzwerke.
Die EASA-Empfehlung stellt keine formelle Sperrung des jordanischen Luftraums dar. Die jordanischen Behörden haben bislang weder Flugbeschränkungen noch Sonderverfahren verfügt. Die Entscheidung über die Routenführung liegt damit bei den einzelnen Fluggesellschaften. Nach Angaben des Trackingdienstes Flightradar24 setzten Fluglinien aus der Region Nahost am Mittwoch ihre Überflüge über Jordanien fort. Europäische Gesellschaften weichen nach Einschätzung von Branchenkennern bereits seit längerem auf Routen über Ägypten und Saudi-Arabien aus. Die EASA weitete ihre Warnung zudem auf die Lufträume Bahrains, Kuwaits, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars, des Golfs von Oman sowie Irans, Iraks und Libanons aus. Die Empfehlung bleibt vorerst bis Ende August nächsten Jahres in Kraft; eine Verlängerung oder Anpassung wird von der weiteren Entwicklung der Sicherheitslage abhängen.
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
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| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | 0.00 | neutral |
Die Europäische Union handelt für die Flugsicherheit, indem sie den Iran durch eine technische Empfehlung als Risikoquelle identifiziert.
Indem die Bedrohung in sachlichen, technischen Begriffen (Raketen, Drohnen, Abfang) dargestellt wird, erscheint die Entscheidung, den jordanischen Luftraum zu meiden, als eine unparteiische, notwendige Sicherheitsmaßnahme.
Erwähnt nicht, dass der Iran die Angriffe als Vergeltung für US-Aggression bezeichnet hat, was die Erzählung einer einseitigen iranischen Aggression verkomplizieren könnte.
Die arabische Welt sieht die Krise als Teil des US-Iran-Krieges, wobei einige Stimmen den Iran beschuldigen und andere ihn als Selbstverteidigung rechtfertigen.
Durch die Darstellung sowohl der direkten Angriffs- als auch der Vergeltungserzählung lässt der Block die Kausalität mehrdeutig, wodurch je nach Medium beide Interpretationen legitimiert werden.
Die pro-iranische Erzählung lässt aus, dass Jordanien selbst das Ziel der Angriffe war, und konzentriert sich stattdessen auf US-Stützpunkte.
Der Iran stellt die Warnung als technische Sicherheitsmaßnahme dar und löst sie von jeder iranischen Verantwortung.
Durch die Verwendung vager Sprache ('militärische Aktivitäten') und das Weglassen von Angriffsdetails vermeidet der Bericht, dem Iran die Schuld zuzuschreiben.
Lässt aus, dass der Iran Raketen und Drohnen abgefeuert hat, die von Jordanien abgefangen wurden, und dass Jordanien Angriffe aus dem Iran gemeldet hat.
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