Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETDonnerstag, 25. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen1089 Briefings heute
Wirtschaft & MärkteDonnerstag, 25. Juni 2026

EU-Rat verabschiedet Handelsabkommen mit den USA – Zölle auf 15 Prozent gedeckelt

Die Mitgliedstaaten gaben grünes Licht für die Zollvereinbarung mit Washington und führten zugleich scharfe Schutzklauseln ein.

Der Rat der Europäischen Union hat am Donnerstag die beiden Verordnungen zur Umsetzung der transatlantischen Zollvereinbarung vom 21. August 2025 formell angenommen. Damit entfallen die verbliebenen EU-Zölle auf US-Industriewaren, während für nahezu alle europäischen Exporte in die Vereinigten Staaten ein Zollsatz von 15 Prozent festgeschrieben wird. Für bestimmte amerikanische Meeresfrüchte und unempfindliche Agrarprodukte gelten künftig Zollkontingente und ermäßigte Sätze; zugleich wird die Aussetzung der Hummerzölle verlängert. Die Verordnungen treten am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Die Einigung war bereits im Juli 2025 zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Präsident Donald Trump erzielt, dann aber durch europäische Vorbehalte gegen Trumps Grönland-Forderungen sowie ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das Teile der US-Zollarchitektur kippte, monatelang verzögert worden. Das Europäische Parlament hatte seine Zustimmung in der vergangenen Woche an strenge Bedingungen geknüpft. So läuft das Hauptregelwerk Ende 2029 aus, sofern es nicht verlängert wird. Bis zum 30. Juni 2029 muss die Kommission eine umfassende Folgenabschätzung vorlegen, die auch die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen einbezieht.

Aus Brüsseler Sicht ist das Abkommen mit einem doppelten Sicherheitsnetz versehen. Ein spezieller Schutzmechanismus erlaubt der Kommission, bei einem erheblichen Anstieg der Einfuhren, der europäischen Erzeugern schweren Schaden zufügt oder zuzufügen droht, rasch einzugreifen. Darüber hinaus kann die EU die Zollpräferenzen aussetzen, falls die USA ihre Verpflichtungen nicht einhalten, die Ziele der Gemeinsamen Erklärung untergraben oder durch diskriminierende Maßnahmen das Gleichgewicht der Handelsbeziehungen stören. Der zyprische Energieminister Michael Damianos, dessen Land derzeit die Ratspräsidentschaft innehat, sprach von einem „klaren Signal, dass Europa der Welt offen gegenübersteht, aber ebenso entschlossen die Interessen seiner Unternehmen und Beschäftigten schützt“.

Unabhängig von der transatlantischen Handelsarchitektur richtet sich der Blick auf die Führungsspitze der größten US-Bank. JPMorgan Chase hat Doug Petno und Troy Rohrbaugh zu Co-Präsidenten ernannt und damit die Nachfolgeplanung für den langjährigen CEO Jamie Dimon konkretisiert. Petno wird zugleich alleiniger Chef der Investmentbank, Rohrbaugh übernimmt das Firmen- und Privatkundengeschäft. Die langjährige Anwärterin Marianne Lake scheidet aus dem Unternehmen aus. Dimon, der die Bank seit 2006 führt, betonte, die Schritte seien Teil eines „sorgfältigen Prozesses“ des Verwaltungsrats. Die personellen Weichenstellungen treten mit sofortiger Wirkung in Kraft und gelten an der Wall Street als bislang deutlichster Hinweis auf die künftige Konzernspitze.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 8 Sprachen

64%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Wirtschaftlich
SkepsisDringlichkeit

Eine Woche vor der CUSMA-Überprüfung stellen sich Unternehmen in British Columbia auf Unsicherheit ein. Der Premierminister räumt ein, nur Zuschauer zu sein, und kann nicht vorhersagen, ob die drei Länder das Abkommen um 16 Jahre verlängern oder zu jährlichen Überprüfungen übergehen. Der Schatten von Trumps Handelsrhetorik liegt über den Verhandlungen und lässt die lokale Wirtschaft in der Schwebe.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
PragmatismusSkepsis

Die EU hat ihren Zollpakt mit Washington endgültig besiegelt und die letzte legislative Hürde genommen. Trotz der durch Trumps Drohungen ausgelösten Hochspannung stellt der Block das Abkommen als Bekenntnis zu einer stabilen und berechenbaren transatlantischen Partnerschaft dar. Die Zustimmung ist an die Bereitschaft der EU geknüpft, ihre Interessen zu verteidigen, falls die USA ihre Zusagen nicht einhalten.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Mexiko mit perfekter Gruppenphase – Tschechien nach 0:3 ausgeschieden·Von Kirschbergen bis Knoblauchgarnelen: Die neue Einfachheit in der Weltküche·Bundesrichterin stoppt Trumps Dekret zur Briefwahl – USPS darf Zustellung nicht verweigern·LaMelo Ball zu den Timberwolves – Minnesotas riskante Wette auf ein neues Duo·Nach Erdbeben in Venezuela: Maduro meldet sich aus US-Haft zu Wort·Das unentdeckte Glück: Ein 40-Millionen-Ticket und die globalen Ziehungen eines Donnerstags·Oberstes US-Gericht erlaubt Trump Ende des Schutzstatus und Aufhebung von Asylrechten·Mbappé gegen Haaland: Frankreich und Norwegen ermitteln den Gruppensieger·Mexiko mit perfekter Gruppenphase – Tschechien nach 0:3 ausgeschieden·Von Kirschbergen bis Knoblauchgarnelen: Die neue Einfachheit in der Weltküche·Bundesrichterin stoppt Trumps Dekret zur Briefwahl – USPS darf Zustellung nicht verweigern·LaMelo Ball zu den Timberwolves – Minnesotas riskante Wette auf ein neues Duo·Nach Erdbeben in Venezuela: Maduro meldet sich aus US-Haft zu Wort·Das unentdeckte Glück: Ein 40-Millionen-Ticket und die globalen Ziehungen eines Donnerstags·Oberstes US-Gericht erlaubt Trump Ende des Schutzstatus und Aufhebung von Asylrechten·Mbappé gegen Haaland: Frankreich und Norwegen ermitteln den Gruppensieger·
Akt. 13:578 Sprachen · 10 Quellen
VorherigerWirtschaft & MärkteNächster
10 Quellen|8 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Donnerstag, 25. Juni 2026

EU-Rat verabschiedet Handelsabkommen mit den USA – Zölle auf 15 Prozent gedeckelt

Die Mitgliedstaaten gaben grünes Licht für die Zollvereinbarung mit Washington und führten zugleich scharfe Schutzklauseln ein.

Der Rat der Europäischen Union hat am Donnerstag die beiden Verordnungen zur Umsetzung der transatlantischen Zollvereinbarung vom 21. August 2025 formell angenommen. Damit entfallen die verbliebenen EU-Zölle auf US-Industriewaren, während für nahezu alle europäischen Exporte in die Vereinigten Staaten ein Zollsatz von 15 Prozent festgeschrieben wird. Für bestimmte amerikanische Meeresfrüchte und unempfindliche Agrarprodukte gelten künftig Zollkontingente und ermäßigte Sätze; zugleich wird die Aussetzung der Hummerzölle verlängert. Die Verordnungen treten am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Die Einigung war bereits im Juli 2025 zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Präsident Donald Trump erzielt, dann aber durch europäische Vorbehalte gegen Trumps Grönland-Forderungen sowie ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das Teile der US-Zollarchitektur kippte, monatelang verzögert worden. Das Europäische Parlament hatte seine Zustimmung in der vergangenen Woche an strenge Bedingungen geknüpft. So läuft das Hauptregelwerk Ende 2029 aus, sofern es nicht verlängert wird. Bis zum 30. Juni 2029 muss die Kommission eine umfassende Folgenabschätzung vorlegen, die auch die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen einbezieht.

Aus Brüsseler Sicht ist das Abkommen mit einem doppelten Sicherheitsnetz versehen. Ein spezieller Schutzmechanismus erlaubt der Kommission, bei einem erheblichen Anstieg der Einfuhren, der europäischen Erzeugern schweren Schaden zufügt oder zuzufügen droht, rasch einzugreifen. Darüber hinaus kann die EU die Zollpräferenzen aussetzen, falls die USA ihre Verpflichtungen nicht einhalten, die Ziele der Gemeinsamen Erklärung untergraben oder durch diskriminierende Maßnahmen das Gleichgewicht der Handelsbeziehungen stören. Der zyprische Energieminister Michael Damianos, dessen Land derzeit die Ratspräsidentschaft innehat, sprach von einem „klaren Signal, dass Europa der Welt offen gegenübersteht, aber ebenso entschlossen die Interessen seiner Unternehmen und Beschäftigten schützt“.

Unabhängig von der transatlantischen Handelsarchitektur richtet sich der Blick auf die Führungsspitze der größten US-Bank. JPMorgan Chase hat Doug Petno und Troy Rohrbaugh zu Co-Präsidenten ernannt und damit die Nachfolgeplanung für den langjährigen CEO Jamie Dimon konkretisiert. Petno wird zugleich alleiniger Chef der Investmentbank, Rohrbaugh übernimmt das Firmen- und Privatkundengeschäft. Die langjährige Anwärterin Marianne Lake scheidet aus dem Unternehmen aus. Dimon, der die Bank seit 2006 führt, betonte, die Schritte seien Teil eines „sorgfältigen Prozesses“ des Verwaltungsrats. Die personellen Weichenstellungen treten mit sofortiger Wirkung in Kraft und gelten an der Wall Street als bislang deutlichster Hinweis auf die künftige Konzernspitze.

Divergenz der Quellen

Wirtschaft & Märkte · 10 Quellen · 8 Sprachen

64%Hoch

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig40%
Neutral20%
Kritisch40%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 8 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Wirtschaftlich
SkepsisDringlichkeit

Eine Woche vor der CUSMA-Überprüfung stellen sich Unternehmen in British Columbia auf Unsicherheit ein. Der Premierminister räumt ein, nur Zuschauer zu sein, und kann nicht vorhersagen, ob die drei Länder das Abkommen um 16 Jahre verlängern oder zu jährlichen Überprüfungen übergehen. Der Schatten von Trumps Handelsrhetorik liegt über den Verhandlungen und lässt die lokale Wirtschaft in der Schwebe.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
PragmatismusSkepsis

Die EU hat ihren Zollpakt mit Washington endgültig besiegelt und die letzte legislative Hürde genommen. Trotz der durch Trumps Drohungen ausgelösten Hochspannung stellt der Block das Abkommen als Bekenntnis zu einer stabilen und berechenbaren transatlantischen Partnerschaft dar. Die Zustimmung ist an die Bereitschaft der EU geknüpft, ihre Interessen zu verteidigen, falls die USA ihre Zusagen nicht einhalten.

Diese Nachricht erschien in

10 Quellen · 8 Sprachen

Verwandte Artikel

Justiz & Recht

Oberstes US-Gericht erlaubt Trump Ende des Schutzstatus und Aufhebung von Asylrechten

8 Sprachen · 25 Quellen

Kriminalität & Katastrophen

Fahrzeug erfasst Menschenmenge bei WM-Feier in Cabo San Lucas – 17 Verletzte

9 Sprachen · 19 Quellen

Wirtschaft & Märkte

PCE-Inflation in den USA steigt auf 4,1 Prozent – Dreijahreshoch erreicht

8 Sprachen · 19 Quellen

Mehr lesen