
EU-Rat verabschiedet Handelsabkommen mit den USA – Zölle auf 15 Prozent gedeckelt
Die Mitgliedstaaten gaben grünes Licht für die Zollvereinbarung mit Washington und führten zugleich scharfe Schutzklauseln ein.
Der Rat der Europäischen Union hat am Donnerstag die beiden Verordnungen zur Umsetzung der transatlantischen Zollvereinbarung vom 21. August 2025 formell angenommen. Damit entfallen die verbliebenen EU-Zölle auf US-Industriewaren, während für nahezu alle europäischen Exporte in die Vereinigten Staaten ein Zollsatz von 15 Prozent festgeschrieben wird. Für bestimmte amerikanische Meeresfrüchte und unempfindliche Agrarprodukte gelten künftig Zollkontingente und ermäßigte Sätze; zugleich wird die Aussetzung der Hummerzölle verlängert. Die Verordnungen treten am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.
Die Einigung war bereits im Juli 2025 zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Präsident Donald Trump erzielt, dann aber durch europäische Vorbehalte gegen Trumps Grönland-Forderungen sowie ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das Teile der US-Zollarchitektur kippte, monatelang verzögert worden. Das Europäische Parlament hatte seine Zustimmung in der vergangenen Woche an strenge Bedingungen geknüpft. So läuft das Hauptregelwerk Ende 2029 aus, sofern es nicht verlängert wird. Bis zum 30. Juni 2029 muss die Kommission eine umfassende Folgenabschätzung vorlegen, die auch die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen einbezieht.
Aus Brüsseler Sicht ist das Abkommen mit einem doppelten Sicherheitsnetz versehen. Ein spezieller Schutzmechanismus erlaubt der Kommission, bei einem erheblichen Anstieg der Einfuhren, der europäischen Erzeugern schweren Schaden zufügt oder zuzufügen droht, rasch einzugreifen. Darüber hinaus kann die EU die Zollpräferenzen aussetzen, falls die USA ihre Verpflichtungen nicht einhalten, die Ziele der Gemeinsamen Erklärung untergraben oder durch diskriminierende Maßnahmen das Gleichgewicht der Handelsbeziehungen stören. Der zyprische Energieminister Michael Damianos, dessen Land derzeit die Ratspräsidentschaft innehat, sprach von einem „klaren Signal, dass Europa der Welt offen gegenübersteht, aber ebenso entschlossen die Interessen seiner Unternehmen und Beschäftigten schützt“.
Unabhängig von der transatlantischen Handelsarchitektur richtet sich der Blick auf die Führungsspitze der größten US-Bank. JPMorgan Chase hat Doug Petno und Troy Rohrbaugh zu Co-Präsidenten ernannt und damit die Nachfolgeplanung für den langjährigen CEO Jamie Dimon konkretisiert. Petno wird zugleich alleiniger Chef der Investmentbank, Rohrbaugh übernimmt das Firmen- und Privatkundengeschäft. Die langjährige Anwärterin Marianne Lake scheidet aus dem Unternehmen aus. Dimon, der die Bank seit 2006 führt, betonte, die Schritte seien Teil eines „sorgfältigen Prozesses“ des Verwaltungsrats. Die personellen Weichenstellungen treten mit sofortiger Wirkung in Kraft und gelten an der Wall Street als bislang deutlichster Hinweis auf die künftige Konzernspitze.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine Woche vor der CUSMA-Überprüfung stellen sich Unternehmen in British Columbia auf Unsicherheit ein. Der Premierminister räumt ein, nur Zuschauer zu sein, und kann nicht vorhersagen, ob die drei Länder das Abkommen um 16 Jahre verlängern oder zu jährlichen Überprüfungen übergehen. Der Schatten von Trumps Handelsrhetorik liegt über den Verhandlungen und lässt die lokale Wirtschaft in der Schwebe.
Die EU hat ihren Zollpakt mit Washington endgültig besiegelt und die letzte legislative Hürde genommen. Trotz der durch Trumps Drohungen ausgelösten Hochspannung stellt der Block das Abkommen als Bekenntnis zu einer stabilen und berechenbaren transatlantischen Partnerschaft dar. Die Zustimmung ist an die Bereitschaft der EU geknüpft, ihre Interessen zu verteidigen, falls die USA ihre Zusagen nicht einhalten.
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