
Emirate verhängen Social-Media-Bann für Unter-15-Jährige – weltweite Welle strikterer Kinderschutzgesetze
Die VAE untersagen Minderjährigen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken und erzwingen Altersverifikation – ein Vorstoß, der sich in eine globale Regulierungsbewegung einreiht.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit der Kabinettsresolution Nr. 106 von 2026 ein umfassendes Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren erlassen. Wie aus dem Regelwerk hervorgeht, genügen einfache Altersangaben nicht mehr; Plattformen sind verpflichtet, minderjährige Konten zu erkennen und zu deaktivieren, wobei auch die Zustimmung der Eltern keine Ausnahme erlaubt. Für die Altersgruppe der 15- bis 16-Jährigen schreibt das Gesetz besondere Schutzmechanismen vor – darunter inhaltliche Filter, eingeschränkte öffentliche Interaktionen, zeitliche Nutzungsgrenzen sowie elterliche Kontrollwerkzeuge. Die Betreiber erhalten eine Übergangsfrist von zwölf Monaten, um ihre Systeme anzupassen; bei Verstößen drohen Verwarnungen, Sperrungen oder die Schließung des Dienstes.
Aus Sicht der emiratischen Regierung ist der Schritt Teil einer übergreifenden Strategie zur digitalen Sicherheit von Kindern. Die Nationale Akademie für Kindesentwicklung in Abu Dhabi wertet die Resolution als Ausdruck des Bestrebens, das Wohlergehen des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen und ein sicheres, ausgewogenes digitales Umfeld zu schaffen. Gleichzeitig mehren sich in der arabischen Welt die Stimmen, die ähnliche Maßnahmen fordern: Marokkanische Kinderschutzorganisationen verweisen auf eine Erhebung des nationalen Wirtschafts- und Sozialrats, wonach 97 Prozent der Unter-18-Jährigen im Land soziale Medien nutzen, und drängen auf ein eigenes Rahmengesetz.
International reiht sich der emiratische Vorstoß in eine Serie von Verschärfungen ein. In London plant die Regierung ein Verbot für unter 16-Jährige, das neben Netzwerken wie Snapchat und TikTok auch Livestreaming und den Kontakt mit Fremden auf Gaming-Plattformen umfasst; ein Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Australien hatte bereits im Dezember 2025 ein entsprechendes Verbot für Unter-16-Jährige eingeführt und nach eigenen Angaben rund 4,7 Millionen Konten gesperrt, auch wenn Berichte auf anhaltende Umgehungen durch falsche Altersangaben hinweisen. Malaysia setzt seit Kurzem ebenfalls ein Verbot für unter 16-Jährige durch, während in Europa Staaten wie Frankreich, Spanien und Griechenland an ähnlichen Vorhaben arbeiten. Die Europäische Union diskutiert zudem verstärkte Anforderungen an die Altersverifikation im Rahmen des Digital Services Act.
Die praktische Durchsetzung bleibt eine zentrale Herausforderung. In Australien hat sich gezeigt, dass Jugendliche trotz Verbots über gefälschte Profile oder die Konten ihrer Eltern Zugang behalten; einige Experten rechnen erst bei nachwachsenden Alterskohorten mit einer spürbaren Wirkung. Anders als strikte Verbotsmodelle setzt Brasilien auf eine Verknüpfung der Konten Minderjähriger mit einem Vormund, der die Aktivität überwacht, und verbietet zugleich manipulative Designpraktiken. In China gelten schon seit Jahren strenge zeitliche Beschränkungen für Online-Spiele, während die USA auf sektoralen Datenschutz für unter 13-Jährige setzen, ohne ein allgemeines Nutzungsverbot zu verhängen. Die nächsten Konkretisierungen werden aus London erwartet; die griechische Regierung visiert ein Verbot ab Januar 2027 an, und die französische Exekutive möchte ihr Vorhaben mit Beginn des kommenden Schuljahres umsetzen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren verboten und geben den Plattformen 12 Monate Zeit, ihre Systeme anzupassen.
Die emiratischen Behörden haben ein umfassendes digitales Sicherheitskonzept für Kinder eingeführt, das über ein bloßes Verbot von Social Media für Unter-15-Jährige hinausgeht und Plattformpflichten zu Altersprüfung, Datenschutz und Werbezielung festlegt, wobei das Kindeswohl zur nationalen Priorität erhoben wird.
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