
Ein abgetrennter Kopf und ein Thron aus Schwertern: Der neue Höhepunkt von House of the Dragon
Die zweite Episode der dritten Staffel beschert der Serie die höchste Zuschauerbewertung ihrer Geschichte und einen Moment, der die Zuschauer weltweit spaltet.
Als Rhaenyra Targaryen am Ende der zweiten Episode der dritten Staffel von House of the Dragon endlich den Eisernen Thron besteigt, ist der Weg dorthin mit Blut getränkt. Zuvor hat sie Otto Hightower, den ehemaligen Hand des Königs und Vater ihrer Rivalin Alicent, vor den Augen des Hofes enthaupten lassen. Die Kamera verweilt auf dem abgetrennten Kopf, dann auf Rhaenyras Gesicht, das von Trauer um ihren gefallenen Sohn Jacaerys gezeichnet ist, während sie die Stufen zum Thron hinaufsteigt. Es ist ein Bild, das die Zuschauer nicht loslässt – und das der Serie einen neuen Rekord beschert hat.
Auf der Plattform IMDb erreichte die Episode eine Bewertung von 9,4 von 10 Punkten, die höchste jemals für eine Folge der Serie und die beste Zwei-Episoden-Eröffnung aller drei Staffeln. In den sozialen Medien, insbesondere auf Reddit, wurde die Szene kontrovers diskutiert: Manche feierten die emotionale Wucht, andere kritisierten, Rhaenyra wirke zu zögerlich. Aus US-amerikanischer Perspektive sprach das Magazin Forbes von einem „Paukenschlag“, während lateinamerikanische Medien wie Excelsior die schauspielerische Leistung von Emma D’Arcy hervorhoben, die die Hinrichtungsszene als die schwierigste ihrer Karriere bezeichnete.
Die dritte Staffel, die ohne die direkte Beteiligung des Autors George R. R. Martin entstand – ein öffentlicher Bruch zwischen ihm und Showrunner Ryan Condal war vorausgegangen –, setzt auf eine nie dagewesene Produktionsgröße. Brasilianische Medienberichte sprechen von den größten Kulissen der Seriengeschichte und monatelangen Dreharbeiten, die die epischen Drachenkämpfe der „Tanz der Drachen“ genannten Bürgerkriegsphase einfangen sollen. Die Macher selbst beschreiben die Staffel als die ambitionierteste, die je für das Game-of-Thrones-Universum produziert wurde.
Hinter den Kulissen verband die intensive Arbeit die Darsteller. Emma D’Arcy und Harry Collett, der Rhaenyras Sohn Jacaerys spielte, entwickelten eine enge Freundschaft, die die Abschiedsszene für beide zu einer emotionalen Grenzerfahrung machte. Collett hielt vor den Dreharbeiten bewusst Abstand, um D’Arcy Raum zu geben – eine Geste, die die Schauspielerin später als zutiefst bewegend beschrieb. Während die Serie in den USA und Lateinamerika Rekorde bricht, bleibt die Frage, ob der Höhenflug anhält: Die nächsten Episoden, so ist aus Kritikerkreisen zu hören, sollen das Niveau halten.
Doch der vielleicht nachhaltigste Eindruck der Episode ist ein anderer: Aemond Targaryen, der einäugige Prinz, liegt am Ende blutend auf dem Boden von Harrenhal, nachdem ein namenloser Gegner ihm ein Messer in die Seite gestoßen hat. Während die mysteriöse Alys Rivers schweigend auf ihn herabblickt, bleibt sein Schicksal ungewiss – obwohl die Buchvorlage verrät, dass er überleben wird. Es ist ein Bild der Verletzlichkeit inmitten einer Welt aus Feuer und Blut, das die Zuschauer bis zur nächsten Folge begleiten wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Während ein mechanischer Drache über London flog, zog es die atlantische Presse vor, die Abweichungen der Handlung vom Buch zu sezieren, die Leser vor Spoilern zu warnen und über Rhaenyras tragisches Schicksal zu spekulieren. Das Marketingspektakel wird zugunsten einer kritischen Analyse der Werktreue der Adaption beiseitegelegt.
Ein viraler Clip von Daemon und Rhaenyra, die Hoch-Valyrisch sprechen und auf Daenerys anspielen, hat die Fans auf dem Subkontinent in seinen Bann gezogen. Das emotionale Gewicht der Szene, nicht etwa ein Werbeereignis, beherrscht die Diskussion über die neue Staffel.
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