
Die teuerste Wohnung und die livable city: Was die neuen Ranglisten der Vermögenden erzählen
Ein Apartment in Dubai für 422 Millionen Dirham, Zürich auf Platz zwei der teuersten Städte, Kopenhagen an der Spitze der Lebensqualität – die jüngsten Berichte zeichnen eine Weltkarte der Luxusbedürfnisse.
Im zweiten Quartal 2026 wechselte eine sechs Schlafzimmer umfassende Wohnung im Aman Residences Tower in Dubais Stadtteil Jumeirah Second den Besitzer. Der Kaufpreis: 422 Millionen Dirham, umgerechnet 114,9 Millionen Dollar. Es war der höchste je in einem ersten Halbjahr in der Stadt erzielte Preis für eine einzelne Wohneinheit, wie die Immobilienberatung Knight Frank in ihrem Halbjahresbericht festhielt. Der Turm, entwickelt von H&H Investment and Development, steht noch im Bau, doch die Transaktion war bereits verbrieft – ein stiller, in Zahlen gegossener Vertrauensbeweis inmitten einer Region, die von neuer geopolitischer Unsicherheit erfasst wurde.
Insgesamt 296 Wohnimmobilien mit einem Preis von über zehn Millionen Dollar wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres in Dubai verkauft, ein Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Gesamtvolumen dieser Luxusverkäufe erreichte 5,1 Milliarden Dollar. Die meisten dieser Abschlüsse, so Faisal Durrani, Forschungsleiter bei Knight Frank für die Region, seien noch vor der Eskalation des regionalen Konflikts getätigt worden, aufgrund der üblichen Verzögerung bei der Registrierung aber erst später in der Statistik erschienen. Die Aktivität sei nicht zum Erliegen gekommen, betonte er, getragen von Infrastruktur, globaler Anbindung und einem wirtschaftsfreundlichen Umfeld. Gleichzeitig räumte sein Kollege Nicholas Spencer ein, dass in Teilen des Hauptwohnungsmarktes die Preise bereits um 5 bis 20 Prozent nachgegeben hätten und das volle Ausmass der Spannungen sich wohl erst im Herbst zeigen werde.
Während Dubai mit solchen Zahlen seine Rolle als Anlaufstelle für globales Kapital untermauert, blickt eine andere Rangliste auf die Kosten, die ein gehobener Lebensstil anderswo verursacht. Der Lifestyle-Index der Schweizer Privatbank Julius Bär, der die Preise für 20 Luxusgüter und Dienstleistungen in 25 Städten vergleicht, führt Singapur das vierte Jahr in Folge als teuerste Stadt der Welt für vermögende Privatpersonen. Dahinter rückte Zürich um drei Plätze auf Rang zwei vor, vor Monaco, Hongkong und London. Ausschlaggebend für den Aufstieg der Limmatstadt war, so die Studienautoren, die Aufwertung des Frankens, der in unsicheren Zeiten als Wertspeicher gesucht werde. Singapurs Spitzenposition erkläre sich aus den hohen Kosten für Wohneigentum und Fahrzeuge sowie dem starken Singapur-Dollar. Dubai hingegen, dessen Dirham an den US-Dollar gekoppelt ist, rangiert auf Platz 14 und profitiert aus Sicht der Bank von relativer Erschwinglichkeit bei Luxusautos, Schmuck und Geschäftsreiseflügen – ein komparativer Vorteil, der durch die Währungsaufwertung anderer Metropolen noch akzentuiert wird.
Doch nicht nur der Preis, auch die Lebensqualität wird vermessen. Die Economist Intelligence Unit kürte in ihrem Global Liveability Index 2026 erneut Kopenhagen zur lebenswertesten Stadt der Welt. Die dänische Hauptstadt erreichte in den Kategorien Stabilität, Bildung und Infrastruktur die Höchstpunktzahl, während Wien mit perfekten Werten bei Gesundheit und Bildung auf Rang zwei folgte. Zürich, das im Vorjahr noch weiter oben rangiert hatte, fiel aufgrund eines leichten Rückgangs im Bereich Kultur und Umwelt auf Platz fünf zurück, blieb aber mit einer Gesamtwertung von 96 Punkten in der Spitzengruppe. Auffällig ist, dass alle Top-Ten-Städte perfekte Bildungswerte erzielten und fast alle auch bei der Gesundheitsversorgung die Maximalnote erreichten. Tokio schaffte es als einzige asiatische Metropole mit mehr als zehn Millionen Einwohnern in die Riege der ersten Zehn – ein Umstand, den die EIU auf die hohe Sicherheit und die leistungsfähige Infrastruktur der Stadt zurückführte.
Diese drei Momentaufnahmen – der Rekordverkauf in Dubai, die Preisspirale in Singapur und Zürich, die stabile Lebensqualität in Kopenhagen – fügen sich zu einem Bild, das weniger von spektakulären Ausschlägen als von einer leisen Beharrlichkeit geprägt ist. Während in den Golfstaaten die wirtschaftliche Diversifizierung voranschreitet und nicht-ölbasierte Industrien laut Julius Bär bereits 73 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der GCC-Staaten ausmachen, suchen vermögende Familien weltweit nach Orten, die Sicherheit, Bildung und verlässliche Institutionen versprechen. Dass in Dubai nur vier Prozent der Luxusimmobilien innerhalb eines Jahres nach dem Kauf weiterveräussert werden – verglichen mit 25 Prozent im Jahr 2008 –, deutet auf eine Verschiebung hin: vom spekulativen Handel hin zum langfristigen Wohnsitz. So steht am Ende nicht die Zahl, sondern das, was sie verbirgt: eine Sechszimmerwohnung mit Blick auf eine Stadt, die sich als Bleibe für jene empfiehlt, die in den Ranglisten der Welt nicht nur einen Platz, sondern einen Ort suchen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | +0.60 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Copenhagen leads the global livability ranking through balanced excellence across all metrics, without isolated peaks.
The Atlantic bloc relies on the authority of the EIU and quotes its director directly to legitimize the ranking, presenting it as objective and indisputable data.
The Atlantic bloc omits the Julius Baer Lifestyle Index and the ranking of most expensive cities for luxury, thus avoiding the contrast between high cost and high livability.
Singapore retains the top spot as the most expensive city for luxury due to high property and car prices, the two heaviest-weighted categories in the index.
The Chinese bloc presents the index data as pure facts without evaluative commentary, and explains Zurich's rise with a macroeconomic factor (strong franc), providing seemingly neutral causality.
The Chinese bloc omits the EIU livability ranking and any mention of Copenhagen, focusing solely on luxury spending.
Dubai offers unbeatable value in global luxury, with competitive prices and a diversified economy ensuring stability and growth.
The Gulf bloc selects and emphasizes only positive indicators for Dubai (record sales, optimism, diversification), omitting data showing a broader real estate slowdown and Singapore's top position as the most expensive city.
The Gulf bloc omits that Singapore is the most expensive city for luxury and that Zurich rose to second place, as well as the livability ranking, to focus attention solely on Dubai's strengths.
Zurich rises to second most expensive for the wealthy due to the strong franc, a symbol of stability in uncertain times.
The continental European bloc attributes Zurich's cost increase to a single macroeconomic factor (the Swiss franc), presenting it as a clear and neutral explanation, without discussing other possible factors or implications for livability.
The continental European bloc omits the EIU livability ranking and the Dubai context, focusing solely on Zurich's rise and the franc's role.
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