
Ukrainische Drohnen treffen Moskaus größte Raffinerie – Vergeltung für russischen Großangriff
Der Brand in der Gazprom-Anlage nur 15 Kilometer vom Kreml entfernt markiert eine neue Eskalationsstufe im Drohnenkrieg und erfolgte unmittelbar nach massiven russischen Luftschlägen auf Kiew.
In der Nacht zum Dienstag hat die Ukraine mit einem koordinierten Drohnenschwarm die größte Ölraffinerie der russischen Hauptstadtregion attackiert. Die Anlage in Kapotnja, betrieben von Gazprom Neft und nur wenige Kilometer südöstlich des Moskauer Stadtzentrums gelegen, versorgt den Großraum normalerweise mit rund 35 Prozent des Treibstoffbedarfs – darunter 40 Prozent des Benzins und die Hälfte des Diesels. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte den Einschlag und sprach von rund 60 abgefangenen Drohnen, doch Videos in sozialen Netzwerken zeigten eine massive Rauchsäule über dem Industriekomplex. Die russische Hauptstadt erlebte damit bereits den neunten Tag in Folge ukrainischer Drohnenangriffe.
Der Schlag galt als unmittelbare Vergeltung: Nur einen Tag zuvor hatte Russland Kiew und andere Landesteile mit mehr als 600 Drohnen und 70 Raketen bombardiert. Dabei starben mindestens elf Menschen, und das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Höhlenkloster Petschersk Lawra wurde beschädigt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den ukrainischen Angriff auf die Raffinerie und veröffentlichte ein Video des Einschlags. Er sprach von einer „gerechten Antwort“ und betonte, die Region Moskau habe nun die Reichweite ukrainischer Langstreckenfähigkeiten zu spüren bekommen – die Drohnen legten demnach rund 500 Kilometer zurück.
Aus russischer Perspektive markiert der Vorfall eine besorgniserregende Zunahme der Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur im Hinterland. Laut offiziellen Daten und Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hat sich die Zahl der Drohnenangriffe auf Raffinerien seit Jahresbeginn verdoppelt, was zu wiederholten Teil- oder Komplettabschaltungen und einem spürbaren Rückgang der Benzin-, Diesel- und Kerosinproduktion führte. Westliche Beobachter verweisen auf die strategische Dimension: Während die G7-Staaten in Frankreich über einen möglichen Waffenstillstand beraten, demonstriert Kiew seine Fähigkeit, den Krieg tief ins russische Territorium zu tragen und die Energieversorgung des Gegners empfindlich zu stören.
Für Deutschland und Europa wirft die Eskalation erneut Fragen der Energiesicherheit auf. Zwar bezieht die EU kaum noch russisches Rohöl, doch Störungen der globalen Raffineriekapazitäten können die Preise an den internationalen Märkten in die Höhe treiben. Zugleich wächst in Berlin und Brüssel die Sorge vor einer unkontrollierten Ausweitung des Konflikts, sollte Moskau mit noch härteren Schlägen gegen ukrainische Städte oder gar gegen NATO-Nachschubwege reagieren. Die seit mehr als vier Jahren andauernde Auseinandersetzung – länger als der Erste Weltkrieg – zeigt keine Ermüdungserscheinungen, sondern eine technologische Aufrüstung im Drohnenbereich auf beiden Seiten.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob der Schlag gegen die Moskauer Raffinerie ein taktisches Ausrufezeichen bleibt oder Teil einer systematischen Kampagne wird. Sollte Kiew seine Langstreckenkapazitäten weiter ausbauen, könnten auch Anlagen in größerer Tiefe des russischen Raums zur Zielscheibe werden. Für die ohnehin stockenden Vermittlungsbemühungen bedeutet die neue Qualität der gegenseitigen Angriffe eine zusätzliche Hypothek – der Abstand zwischen Verhandlungstisch und Gefechtsfeld wächst.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ukrainische Langstreckendrohnen griffen Moskau den neunten Tag in Folge an, beschädigten eine große Ölraffinerie und führten zu Flugbeschränkungen an allen vier internationalen Flughäfen. Der Bürgermeister meldete, dass Dutzende Drohnen abgefangen wurden, eine jedoch die Anlage beschädigte, was die wachsende Reichweite der Drohnenkampagne gegen die russische Energieinfrastruktur verdeutlicht.
Die Ukraine griff eine Gazprom-eigene Raffinerie im Südosten Moskaus an, was Kiew als gerechte Vergeltung für den massiven russischen Raketen- und Drohnenangriff vom Vortag bezeichnete, bei dem mindestens 11 Menschen getötet und ein historisches Kloster beschädigt wurden. Präsident Selenskyj veröffentlichte ein Video des Angriffs und erklärte, Moskau bekomme nun die Langstreckenfähigkeit der Ukraine zu spüren, und der Angriff sei eine Antwort darauf, dass Russland einen Krieg in die Länge ziehe, der beendet werden müsse.
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