
Drei Leben, die verklingen: Vom Pink-Panther-Saxofon bis zur Zamba
Innerhalb weniger Tage starben der Saxofonist Plas Johnson, der Jazzpianist Oliver Jones und der Folkloresänger Alberto José Ovando – jeder von ihnen prägte ein Genre und hinterlässt eine Lücke in seinem kulturellen Kosmos.
Das schleichende, fast katzenhafte Saxofonsolo, das seit 1963 die Eröffnungssequenz der „Pantera Rosa“ untermalt, gehört zu den wenigen Melodien, die ein weltweites Publikum auf den ersten Ton erkennt. Gespielt hat es der amerikanische Musiker Plas Johnson, ein Studiomusiker, der mit Ella Fitzgerald, Frank Sinatra und Nat King Cole arbeitete, aber erst durch diesen einen, von Henry Mancini komponierten Einfall zur akustischen Signatur einer ganzen Filmreihe wurde. Am 15. Juli ist Johnson in Granada Hills, einem Viertel von Los Angeles, im Alter von 94 Jahren gestorben, sechs Tage vor seinem 95. Geburtstag. Die Nachricht verbreitete sich zunächst über lokale Sender und die Familie, bevor sie internationale Wellen schlug – ein stiller Abgang für einen Mann, dessen Ton die Vorstellung von filmischer Eleganz mitgeprägt hat.
Fast zeitgleich traf die Nachricht aus Montreal ein: Oliver Jones, der „Prince du Jazz“ der kanadischen Metropole, war am Mittwochabend im Alter von 91 Jahren einer langen Krankheit erlegen. Anders als Johnson, der zeitlebens lieber im Hintergrund blieb, war Jones eine öffentliche Figur, ein Pianist, der nach Jahren als musikalischer Leiter einer Showband in Puerto Rico zu Beginn der 1980er Jahre in seine Heimatstadt zurückkehrte – just in dem Moment, als das Festival International de Jazz de Montréal seine ersten Schritte unternahm. André Ménard, Mitbegründer des Festivals, erinnerte sich im Radio an einen Mann von „unglaublicher Musikalität und großer Sensibilität“, der jedes Jahr mit einem neuen Konzept auftreten wollte. Die Wandmalerei in der Petite-Bourgogne, dem Viertel, in dem Jones aufwuchs, wird derzeit aufgefrischt – ein stilles Zeugnis der Trauer, das die Stadt ihrem großen Sohn widmet.
Während in Kanada die Debatte über ein Staatsbegräbnis für Jones anlief, trauerte Argentinien um eine Stimme, die tief in der Folklore des Nordens verwurzelt war. Alberto José Ovando, Bariton, Bombospieler und Quenist der legendären Gruppe Los Fronterizos, starb am Sonntag, dem 19. Juli. Die 1953 in Salta gegründete Formation war eine tragende Säule des „Boom del Folclore“, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts die argentinische Musikszene erfasste, und trug die Zamba und die Poesie der Andenregion bis in die Carnegie Hall in New York. Ovando gehörte zu jener Generation, die das Erbe der Gründungsmitglieder weitertrug und 1964 an der historischen Aufnahme der „Misa Criolla“ von Ariel Ramírez mitwirkte – einem Werk, das weit über Argentinien hinaus zur Referenz lateinamerikanischer Musik wurde. Die Gruppe selbst verabschiedete sich mit einem Satz, der in den sozialen Netzwerken tausendfach geteilt wurde: „Hasta siempre, Fronterizo.“
Drei Musiker, drei Kontinente, drei Klangwelten – und doch verbindet sie mehr als die zeitliche Koinzidenz ihres Todes. Jeder von ihnen stand für eine Ära, in der handwerkliches Können und die Geduld des gemeinsamen Musizierens noch vor der Vermarktung kamen. Gregory Charles, selbst Musiker und langjähriger Weggefährte von Oliver Jones, schrieb von einer „längst vergangenen Epoche, in der Talent mehr zählte als Marketing, Zärtlichkeit mehr als Rivalität und die Noblesse des Herzens noch über die Arroganz triumphierte“. In Argentinien erinnerte man an Ovandos „immenses Herz“ und seine Fähigkeit, die Bühne in einen Ort der Hingabe zu verwandeln. Und in Los Angeles blieb von Plas Johnson vor allem jener eine Ton, der sich in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat – ein Saxofonsolo, das auch dann noch durch die Köpfe der Menschen geistern wird, wenn der Abspann längst gelaufen ist.
| Russische & GUS-Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.40 | aligned |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.80 | aligned |
Der Tod des kanadischen Jazzpianisten Oliver Jones wird mit präzisen biografischen Details und offiziellen Ehrungen festgehalten. Der Fokus liegt auf seinen Karrieremeilensteinen, nicht auf persönlichen Emotionen.
Durch die Berufung auf offizielle Quellen (CTV News, Order of Canada) und eine chronologische Liste von Erfolgen etabliert der Bericht einen autoritativen und neutralen Ton und vermeidet subjektive Kommentare.
Die emotionalen Würdigungen von Kollegen und Politikern aus Montreal, die einen persönlichen und feierlichen Ton eingebracht hätten, fehlen.
Die argentinische Folklore trauert um den Verlust von Alberto José Ovando, dessen Stimme und Engagement in der Geschichte bleiben werden. Auch der Tod von Plas Johnson, Saxophonist des Pink Panther, wird gemeldet.
Die Verwendung emotionaler Sprache ('de luto', 'profundo dolor') und gemeinschaftlicher Würdigungen erzeugt ein Gefühl kollektiver Trauer um Ovando, während die sachliche Berichterstattung über Johnson das journalistische Gleichgewicht wahrt.
Der Tod des kanadischen Pianisten Oliver Jones, der den Fokus von lateinamerikanischen Kulturgrößen abgelenkt hätte, wird nicht erwähnt.
Oliver Jones war ein großartiger Mann und ein großartiger Pianist, sein Vermächtnis ist immens und Quebec wird sich für immer an ihn erinnern.
Durch das Sammeln persönlicher Würdigungen prominenter Persönlichkeiten (Gregory Charles, André Ménard) und die Verwendung superlativischer Sprache vermenschlicht die Berichterstattung Jones und erhebt ihn zu einem legendären Status, wodurch der Verlust für den Leser persönlich wird.
Die Tode von Plas Johnson und Alberto José Ovando, die den Verlust in eine breitere Welle von Musikertoden eingeordnet hätten, werden weggelassen, um den Fokus ausschließlich auf den lokalen Helden zu richten.
Erweitere deinen Horizont
Indiens „Kakerlaken“-Proteste: Hungerstreik beendet, doch Rücktrittsforderung bleibt
11 Sprachen · 28 Quellen
Aus Economy & MarketsUniCredit erhöht Gewinnziele und rechnet fest mit Commerzbank-Übernahme
3 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyElon Musk zieht Bilanz: Politische Reue und ungebremster Techno-Optimismus
3 Sprachen · 5 Quellen