
40 Jahre nach Maradonas Doppelpack: Messi wird am Jahrestag zum alleinigen WM-Rekordtorschützen
Am 22. Juni 2026, exakt vier Jahrzehnte nach der „Hand Gottes“ und dem „Tor des Jahrhunderts“, krönte sich Lionel Messi mit zwei Treffern gegen Österreich zum erfolgreichsten Torschützen der WM-Geschichte.
Mit einem präzisen Abschluss in der 38. Minute und einem späten Tor in der Nachspielzeit führte Lionel Messi Argentinien im AT&T Stadium von Dallas zu einem 2:0-Sieg über Österreich und schrieb zugleich Weltmeisterschaftsgeschichte. Der 38-Jährige überholte mit seinem 17. und 18. WM-Tor den Deutschen Miroslav Klose und ist nun alleiniger Rekordtorschütze des Turniers. Der Erfolg sicherte dem Titelverteidiger vorzeitig den Einzug in die Runde der letzten 32.
Der Tag war von einer besonderen historischen Tiefenschärfe geprägt. Auf den Tag genau 40 Jahre zuvor, am 22. Juni 1986, hatte Diego Maradona im Azteca-Stadion von Mexiko-Stadt jene zwei Tore erzielt, die als „Hand Gottes“ und „Tor des Jahrhunderts“ in die Fußballfolklore eingingen. Im Viertelfinale gegen England bugsierte er den Ball in der 51. Minute mit der linken Faust über den herauseilenden Torhüter Peter Shilton ins Netz – der tunesische Schiedsrichter Ali Bin Nasser erkannte das Handspiel nicht. Nur vier Minuten später nahm Maradona den Ball in der eigenen Hälfte auf, ließ fünf englische Spieler stehen und vollendete zum 2:0. Gary Linekers Anschlusstreffer änderte nichts mehr am 2:1-Sieg, der Argentinien den Weg zum späteren Titelgewinn ebnete.
Aus argentinischer Sicht ist der 22. Juni seither ein nationales Datum, das offiziell als „Tag des argentinischen Fußballers“ begangen wird. In Dallas und im Mannschaftsquartier in Kansas City zeigten Fans riesige Banner, die Maradona und Messi nebeneinander als „die Unsterblichen“ zeigten. Sprechchöre wie „Maradona ist größer als Pelé“ unterstrichen die anhaltende Verehrung. In England hingegen blieb die Bewertung gespalten: Während Gary Lineker das zweite Tor als das schönste aller Zeiten würdigte, bezeichnete Torhüter Shilton Maradona noch Jahrzehnte später als Betrüger, der ihm den Respekt als Sportler verwehre. Zum Jahrestag tauchten zudem bislang unveröffentlichte Zuschauerfotos auf, die den Handtreffer und eine Rettungstat auf der Linie durch Julio Olarticoechea dokumentieren.
Die Partie gegen Österreich war auch in Maradonas Biografie ein besonderes Kapitel: 1980 hatte er beim 5:1 gegen denselben Gegner seinen einzigen Länderspiel-Hattrick erzielt. Messi, der zum Turnierauftakt mit drei Toren gegen Algerien zu Klose aufgeschlossen hatte, nutzte nun die symbolträchtige Kulisse, um die Bestmarke zu überbieten. Nationaltrainer Lionel Scaloni erinnerte vor dem Spiel daran, wie er 1986 das Viertelfinale auf einem kleinen Fernseher im Haus seiner Großmutter verfolgt hatte. Die argentinischen Anhänger stimmten Gesänge an, wonach Maradona „vom Himmel aus“ mit seinen Eltern für Messi mitfiebere.
Mit dem Sieg hat Argentinien die K.o.-Runde erreicht und kann bei einem Ausrutscher Jordaniens gegen Algerien bereits den Gruppensieg perfekt machen. Messis Rekord von 18 Treffern bei sechs WM-Teilnahmen setzt eine Marke, die im modernen Fußball für lange Zeit Bestand haben dürfte. Der 22. Juni ist damit endgültig zu einem doppelten Fixpunkt der argentinischen Fußballgeschichte geworden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Vierzig Jahre später feiert Argentinien jenes Spiel gegen England als nationalen Mythos: die List der 'Hand Gottes' und die Poesie des 'Tor des Jahrhunderts' sind noch immer symbolische Vergeltung für die Falklandinseln und der Beweis, dass Maradona mit den Händen den Himmel berührte. Das Datum ist zum emotionalen Erbe geworden, ein Tag, an dem Fußball zu Schicksal und kollektiver Identität wurde.
Vierzig Jahre später wird jener Nachmittag im Azteca als der letzte Tag der Freiheit des Fußballs erinnert, bevor die Technik das Spiel einsperrte. Die Hand Gottes und das Tor des Jahrhunderts bleiben ein poetisches Rätsel, ein Moment reiner kreativer Anarchie, den keine Wiederholung je ganz erklären wird.
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