
Der stille Abschied eines Klangarchitekten: Tay Keith im Alter von 29 Jahren in Nashville gestorben
Der Grammy-nominierte Produzent, der mit seinem Memphis-Sound Hits für Drake, Travis Scott und Beyoncé prägte, wurde nach einem besorgten Kontrollanruf leblos in seiner Wohnung aufgefunden.
Ein kurzes, in sozialen Netzwerken geteiltes Video zeigt den Mann, der sich Brytavious Lakeith Chambers nannte, in den Stunden vor seinem Tod. „Jeder Tag wird schwerer und schwerer, aber ich versuche mein Bestes, um weiterzumachen. Niemand kümmert sich wirklich um mich, nur um meine Beats“, spricht er in die Kamera. Es sind Worte, die mexikanische Medien nach dem Auffinden des Leichnams dokumentierten und die nun, da die Nachricht von seinem Tod die Musikwelt durchläuft, eine schmerzhafte Resonanz entfalten. Am Donnerstag betraten Beamte der Metro Nashville Police seine Wohnung in der Martin Street, alarmiert durch einen sogenannten Welfare Check – jene in den USA übliche Routinekontrolle, die Angehörige oder Bekannte veranlassen, wenn die Sorge um das Wohlergehen einer Person überwiegt. Sie fanden den 29-Jährigen leblos. Die Polizei erklärte, es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden; die Todesursache bleibe bis zum Abschluss der Autopsie ungeklärt.
Tay Keith, wie ihn die Branche kannte, war in den späten 2010er Jahren zu einem der gefragtesten Produzenten des Hip-Hop aufgestiegen. Geboren und aufgewachsen im Süden von Memphis, Tennessee, begann er mit vierzehn Jahren, Beats zu programmieren, und lud seine ersten Arbeiten auf Plattformen wie YouTube und DatPiff hoch. Der Durchbruch gelang ihm 2018 mit „Look Alive“ des Memphis-Rappers BlocBoy JB, dem ein Gastvers von Drake eine globale Reichweite verlieh. Der Song erreichte Platz fünf der Billboard Hot 100 und etablierte einen Sound, der die düsteren, basslastigen Texturen des Memphis-Rap mit der polierten Wucht des zeitgenössischen Trap verband. Es folgten Arbeiten, die aus den Streaming-Charts nicht mehr wegzudenken sind: „Sicko Mode“ von Travis Scott, das 2019 für einen Grammy als bester Rap-Song nominiert wurde und wochenlang die Spitze der US-Charts hielt, Drakes „Nonstop“, Eminems „Not Alike“ oder Beyoncés „Before I Let Go“. Insgesamt elf Top-10-Platzierungen und vier Nummer-eins-Singles verzeichnete Billboard für sein Schaffen; 2024 erhielt er eine zweite Grammy-Nominierung für „Rich Flex“ von Drake und 21 Savage.
Was seinen Stil unverwechselbar machte, war nicht allein die klangliche Handschrift, sondern auch ein akustisches Markenzeichen: der zu Beginn vieler Tracks eingestreute Ausruf „Tay Keith, fuck these n****s up“. Diese Tag, zugleich Selbstbehauptung und rhythmisches Signal, wurde zu einem festen Bestandteil des Rap-Vokabulars seiner Generation. Keith blieb dabei stets eng an seine Heimatstadt gebunden. In Interviews sprach er wiederholt über den Einfluss von Memphis auf seine Musik und investierte in jüngere Künstler. Gemeinsam mit seinem Manager Cambrian Strong gründete er in Nashville das Label und Kreativzentrum DRUMATIZED, das nach Angaben des Branchenblatts Billboard das zweite Tonstudio in der Stadt war, das sich im Besitz eines Afroamerikaners befand. Das Forbes-Magazin nahm die beiden 2024 in seine „30 Under 30“-Liste der Musikbranche auf.
Die Nachricht von seinem Tod löste in den Vereinigten Staaten und weit darüber hinaus eine Welle der Anteilnahme aus. BlocBoy JB, der langjährige Weggefährte, veröffentlichte auf Instagram einen Screenshot ihrer jüngsten Anrufliste und schrieb: „Wir haben jeden Tag gesprochen. Du hast mir nicht gesagt, dass du gehst.“ Der ebenfalls aus Memphis stammende Produzent Hitkidd erklärte, ihm fehlten die Worte. Paul Young, der Bürgermeister von Memphis, postete ein gemeinsames Foto und die Zeile „Ruhe in Frieden, Tay Keith“. In den deutschsprachigen Feuilletons und Musikredaktionen, die den Aufstieg des US-amerikanischen Hip-Hop seit Jahren eng verfolgen, wurde der Tod des Produzenten als Verlust einer prägenden Kraft hinter den Kulissen vermerkt – eines Mannes, dessen Arbeit die Klangästhetik des globalen Rap mitgeformt hatte, ohne selbst im grellen Scheinwerferlicht zu stehen.
Jenseits der Chartdaten und Branchenauszeichnungen bleibt das Bild eines jungen Mannes, der im selben Monat, in dem er seinen ersten Nummer-eins-Hit feierte, auch seinen Bachelor-Abschluss an der Middle Tennessee State University entgegennahm – eine Leistung, die er in Gesprächen stets als eine seiner wichtigsten bezeichnete. Der Tod seiner Mutter im Jahr 2021 hatte ihn, so berichten es Weggefährten, schwer getroffen. Nun ist die Stimme, die mit wenigen Silben unzählige Songs eröffnete, verstummt. Was zurückbleibt, ist ein Katalog von Hits, die in den Playlists dieser Jahre fortleben, und die Erinnerung an einen Produzenten, der den Sound einer Stadt in die Welt trug.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Musikproduzent Tay Keith wurde in seiner Wohnung in Nashville bei einer Wohlfahrtskontrolle tot aufgefunden. Die Polizei geht nicht von einem Verbrechen aus, die Todesursache ist noch unbekannt. Er war bekannt für die Zusammenarbeit mit Travis Scott und Drake.
Der Grammy-nominierte Produzent Tay Keith, der mit Beyoncé, Drake und Travis Scott zusammenarbeitete, ist im Alter von 29 Jahren gestorben. Die Polizei fand ihn in seiner Wohnung und sieht keine Anzeichen eines Verbrechens. Seine Karriere umfasste einen Platz auf der Forbes-30-Under-30-Liste und mehrere Chart-Hits.
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