
Debütant Curaçao trotzt 1:7 gegen Deutschland mit Stolz – Advocaat glaubt an Überraschung
Trotz der höchsten WM-Auftaktniederlage zeigt sich der 78-jährige Trainer Dick Advocaat unbeirrt und kündigt für die verbleibenden Gruppenspiele weitere Überraschungen an.
Es war ein historischer Abend für den karibischen Inselstaat Curaçao, der im NRG-Stadion von Houston sein erstes Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft bestritt. Nach 90 Minuten stand eine 1:7-Niederlage gegen Deutschland auf der Anzeigetafel, doch Trainer Dick Advocaat dachte nicht daran, den Kopf hängen zu lassen. Der 78-jährige Niederländer, nun der älteste Coach in der Geschichte der WM-Endrunden, hatte sich vor Spielbeginn noch die Tränen verdrückt und später nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Livano Comenencia gejubelt. Trotz der anschließenden sechs deutschen Treffer von Schlotterbeck, Havertz, Musiala, Brown und Undav fand Advocaat klare Worte: „Wir müssen daraus eine wunderschöne Weltmeisterschaft machen“, zitierte ihn Reuters. Noch könne sein Team in den beiden verbleibenden Partien für Überraschungen sorgen.
Das ungleiche Duell zog weltweit Aufmerksamkeit auf sich, nicht zuletzt wegen der Parallele zu einem anderen 7:1. In Brasilien, wo das Halbfinaldebakel gegen Deutschland 2014 noch immer nachwirkt, analysierte CNN Brasil die Partie mit einem Anflug von Mitgefühl für den Außenseiter. Indonesische Medien wie Antara und Republika hoben Advocaats Stolz und seine positive Deutung hervor: Das Debüt sei bereits ein Gewinn, die pure Teilnahme am größten Turnier der Welt ein Grund zur Freude. Aus deutscher Sicht geriet das Spiel zur erwarteten Machtdemonstration einer Mannschaft, die nach der Niederlage im Viertelfinale 2022 wieder zu den Titelanwärtern zählt. Doch der Respekt vor dem karibischen Mut war auch im Lager des DFB-Teams spürbar.
Advocaat räumte ein, dass sein Team durch individuelle Fehler viele Tore zugelassen habe, betonte aber, dass sich niemand schämen müsse. Der Routinier, der einst die Nationalmannschaften der Niederlande, Südkoreas und Russlands betreute, sieht in der Niederlage einen Lernschritt. Mit dem Wissen um die fußballerische Realität einer Nation von nur 150.000 Einwohnern wirbt er für Realismus und Romantik zugleich. Die nächsten Gegner in der Gruppe E werden sich kaum in Sicherheit wiegen dürfen, denn Curaçao hat nun die Startelf-Nervosität abgelegt.
So bleibt die Zuversicht des Trainers das Leitmotiv einer Mannschaft, die schon jetzt mehr erreicht hat, als ihr die Fachwelt zutraute. Ein Sieg oder ein Unentschieden in den folgenden Spielen würde Advocaats Prophezeiung eines „schönen Turniers“ vollenden. Der Inselstaat hat mit seinem couragierten Auftritt bewiesen, dass die WM-Bühne nicht den Großen allein gehört. Sollte tatsächlich noch eine Überraschung gelingen, wäre es eine der berührendsten Geschichten dieses Turniers – dirigiert von einem 78-Jährigen, der das Wort Lebenswerk nicht für eine leere Floskel hält.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das WM-Debüt Curaçaos endete mit einer 1:7-Klatsche gegen Deutschland, doch Trainer Dick Advocaat, der vor dem Anpfiff Tränen vergoss, ist überzeugt, dass sein Team noch für Überraschungen sorgen kann. Für die Karibik-Auswahl besteht kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.
Deutschland zerlegte Debütant Curaçao mit 7:1 und weckte Erinnerungen an legendäre WM-Kantersiege. Die gnadenlose Effizienz der Mannschaft legte den Klassenunterschied schonungslos offen, die Tränen des Altmeisters vor dem Anpfiff gerieten zur bloßen Randnotiz.
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