
Robin Hoods legendäre Eiche ist tot: Die Major Oak nach 1200 Jahren abgestorben
Die 1200-jährige Eiche, die der Legende nach Robin Hood und seinen Gefolgsleuten Schutz bot, hat diesen Frühling keine Blätter mehr getrieben – ein Verlust, der auf menschliche Einflüsse und den Klimawandel zurückgeführt wird.
Die Nachricht vom endgültigen Absterben der Major Oak, jener knorrigen Eiche im Herzen des Sherwood Forest, hat weit über die britischen Inseln hinaus Bestürzung ausgelöst. Wie die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) am Donnerstag mitteilte, hat der rund 1200 Jahre alte Baum in diesem Frühjahr erstmals keine Blätter mehr ausgebildet. Über Generationen hinweg galt die Eiche als lebendes Symbol der Robin-Hood-Legende; unter ihrem ausladenden Blätterdach soll der Geächtete mit seinen Gefährten Zuflucht vor dem Sheriff von Nottingham gefunden haben. Nun ist das Naturdenkmal, das Besucher aus aller Welt anzog, nur noch als stehendes Totholz Teil des Waldes.
Als Ursachen für das Absterben benennen Fachleute ein Zusammenspiel aus jahrhundertelanger menschlicher Einwirkung und den Folgen des Klimawandels. Seit der viktorianischen Ära pilgerten Schaulustige zu dem Baum, verdichteten durch ihre Tritte den Boden und erschwerten so das Eindringen von Regenwasser zu den Wurzeln. Auch gut gemeinte konservatorische Eingriffe – seit 1904 wurden Äste mit Metallketten und Holzstützen gesichert, Hohlräume mit Beton verfüllt – könnten den natürlichen Alterungsprozess behindert und das Wurzelwerk stranguliert haben. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren wiederkehrende Hitzewellen und Dürreperioden, die den ohnehin geschwächten Baum weiter strapazierten. Aus Moskauer, Stockholmer oder arabischsprachigen Medien ist die gleiche Diagnose zu vernehmen: Der Baum wurde buchstäblich zu Tode geliebt.
Die internationale Resonanz auf das Ende der Major Oak unterstreicht ihren Status als globales Kulturerbe. Von der Australian Broadcasting Corporation über die South China Morning Post bis hin zu russischen und schwedischen Zeitungen berichteten Medien auf mehreren Kontinenten in sachlichem, oft aber auch bewegtem Ton. „Es ist herzzerreißend für alle“, zitierte CBS News die RSPB, während der Naturpädagoge Robert Brackley im Guardian daran erinnerte, dass die Geschichten, die der Baum hervorgebracht habe, sein eigentliches Vermächtnis seien. Für das deutschsprachige Publikum mag die Eiche vor allem als romantische Kulisse der Robin-Hood-Erzählungen vertraut sein; ihr Verlust zeigt jedoch exemplarisch, wie selbst die widerstandsfähigsten Naturdenkmäler an der Schnittstelle von Massentourismus und Klimastress zerbrechen können.
Die Major Oak wird nicht gefällt, sondern bleibt als stehendes Totholz erhalten – ein Monument, das weiterhin Lebensraum für Insekten, Pilze und Vögel bietet und so seine ökologische Funktion nicht vollständig einbüßt. Die RSPB, die das Waldgebiet betreut, will den Baum als „Denkmal der Natur“ im Sherwood Forest belassen. Damit endet die physische Lebensspanne einer der ältesten Eichen Europas, doch die Legende, die sie umrankt, dürfte fortbestehen. Der Fall führt vor Augen, dass der Schutz solcher Naturerbestätten künftig nicht allein mit Absperrungen und technischen Stützen zu bewerkstelligen ist, sondern ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Besucherströmen und klimatischen Risiken erfordert – eine Lehre, die auch für historische Baumriesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Bedeutung ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die tausendjährige Major Oak im Sherwood Forest, mit Robin Hood verbunden, ist abgestorben, nachdem sie in diesem Frühjahr keine Blätter trieb. Dürre, extreme Hitze und menschlicher Druck – darunter Erhaltungsmaßnahmen mit Ketten und Beton – gelten als Ursachen. Der tote Stamm bleibt stehen, weiterhin wertvoll für das Ökosystem, während die Legende weiterlebt.
Die Eiche von Sherwood wurde von Besuchern 'zu Tode geliebt', der verdichtete Boden erstickte sie. Gleichzeitig wird die Robin-Hood-Legende düster und gewalttätig neu erzählt – ein neuer Film macht aus dem Volkshelden einen Antihelden. Das Ende des Baumes spiegelt das Verblassen des romantischen Outlaw-Mythos.
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