
Comcast spaltet NBCUniversal und Sky ab – Aktie springt um mehr als 20 Prozent
Der US-Konzern vollzieht die Trennung von Inhalten und Infrastruktur, die Aktionäre erhalten Anteile an beiden Gesellschaften, und der Markt honoriert den Schritt mit einem zweistelligen Kursanstieg.
Die Ankündigung von Comcast, das Medien- und Unterhaltungsgeschäft um NBCUniversal und Sky in eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft auszugliedern, hat am Montag einen Kurssprung der Aktie um mehr als 20 Prozent im vorbörslichen Handel ausgelöst. Der Konzern aus Philadelphia reagiert damit auf einen seit Jahresbeginn anhaltenden Abwärtstrend des Aktienkurses, der zuletzt rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau notierte. Die Trennung soll innerhalb eines Jahres vollzogen werden und ist als steuerfreie Abspaltung angelegt, bei der die bestehenden Aktionäre Anteile an beiden Unternehmen erhalten.
Der Schritt besiegelt das Ende einer jahrzehntelangen Strategie, die auf die Verzahnung von Inhalten und Verbreitungswegen setzte. Comcast hatte NBCUniversal vor 25 Jahren von General Electric übernommen, um die eigenen Kabel- und Breitbandnetze mit eigenen Inhalten zu versorgen. Ähnliche Versuche von AT&T und Verizon waren zuvor gescheitert. Bereits Anfang des Jahres hatte Comcast seine schrumpfenden Kabelnetzsparten in die neue Gesellschaft Versant ausgelagert. Mit der nun angekündigten Aufspaltung folgt der Konzern einem branchenweiten Trend zur Entflechtung, der aus Sicht von Investoren die strategische Flexibilität erhöht und unterschiedliche Anlegerkreise anspricht.
Die neue NBCUniversal wird unter der Führung von Mike Cavanagh als CEO die Universal-Studios, die Themenparks, die Networks NBC und Telemundo, den Streamingdienst Peacock sowie das europäische Sky-Geschäft bündeln. Comcast unter Leitung des früheren Finanzchefs Michael Angelakis konzentriert sich künftig auf Breitband, Mobilfunk und Kabelfernsehen für 65 Millionen Haushalte und Unternehmen. Brian Roberts bleibt in beiden Gesellschaften aktiv. Comcast will für bis zu ein Jahr nach Vollzug eine Beteiligung von maximal 19,9 Prozent an NBCUniversal halten und diese später steuereffizient abbauen.
An der Wall Street nährt die Transaktion Spekulationen über künftige Übernahmen. Beobachter verweisen auf das Interesse von Netflix, Apple oder Amazon an den NBCUniversal-Inhalten, insbesondere an den wachsenden Themenparks und Sportrechten. Auch eine Fusion des verbleibenden Breitbandgeschäfts mit dem Konkurrenten Charter, mit dem Comcast bereits bei der Streaming-Plattform Xumo kooperiert, wird diskutiert. Die endgültige Zustimmung des Verwaltungsrats und der Regulierungsbehörden steht noch aus; der Abschluss wird in etwa einem Jahr erwartet.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
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