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Verteidigung & SicherheitSamstag, 20. Juni 2026

Chinas Schwarmoffensive: Neue autonome Systeme verändern das Machtgefüge im Pazifik

Während die Volksrepublik Drohnenmutter, Krakenfischer und Hyperschallwaffen vorantreibt, drängen Aukus-Partner und Japan auf neue Verteidigungskonzepte.

In rascher Folge hat China in den vergangenen Wochen eine Reihe neuartiger autonomer Systeme getestet, deren militärisches Potenzial weit über die zivilen Anwendungen hinausreicht. Dazu zählen der weltweit erste intelligente Krakenfischroboter, der derzeit an Bord des Forschungsschiffs Song Hang im Nordwestpazifik erprobt wird, sowie die für Juni 2025 avisierte Erstflug des Luftstart-Drohnenträgers Jiu Tian. Parallel präsentierten Staatsmedien den humanoiden Roboter Tiangong, der beim Drachenbootfest in Sichuan mit Sportlern ruderte und traditionelle Speisen zubereitete. Chinesische Forscher untersuchen zudem die Machbarkeit von seeüberschleichenden Hyperschallraketen, die nur wenige Meter über der Wasseroberfläche mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen sollen. Aus westlicher Sicht offenbaren diese Programme eine beschleunigte Dual-Use-Strategie, bei der Fortschritte in Robotik, Materialwissenschaft und künstlicher Intelligenz unmittelbar die Schlagkraft der Volksbefreiungsarmee erhöhen.

Besondere Besorgnis löst in Tokio der Drohnenträger Jiu Tian aus, der nach Angaben der Aviation Industry Corporation of China bis zu sechs Tonnen Munition und kleine Aufklärungsdrohnen transportieren sowie Schwärme von bis zu 100 Einheiten aus großer Höhe entlassen kann. Ein vom Hudson Institute veröffentlichtes Planspiel warnt, dass die japanische Inselverteidigungsinitiative SHIELD – ein Netz aus Drohnen und Sensoren – nicht ausreichen wird, um chinesischen Bomberverbänden entgegenzutreten. Die Simulationen für den Zeitraum 2035 bis 2040 gehen davon aus, dass Maschinen vom Typ H-6K, H-6N und der künftige Tarnkappenbomber H-20 von gesicherten Lufträumen aus Marschflugkörper und Gleitbomben einsetzen könnten, ohne in die Reichweite der japanischen Luftabwehr zu geraten. Die Geografie des Japanischen Meers begünstige dabei einen operativen Korridor. Die Thinktank-Studie empfiehlt daher, die Selbstverteidigungsstreitkräfte mit einer mehrschichtigen Langstreckenabwehr auszurüsten, die feindliche Plattformen bereits vor dem Waffenstart ausschalten kann, sowie U-Boot-gestützte und autonome Unterwassersysteme auszubauen.

In Washington, London und Canberra reagiert man mit einer beschleunigten Umsetzung der zweiten Phase des Aukus-Pakts. Die Verteidigungsminister der drei Staaten kündigten an, bereits ab dem kommenden Jahr erste autonome Unterwasserdrohnen in Dienst zu stellen, die im Verbund kritische Infrastrukturen wie Datenkabel und Energiepipelines überwachen sollen. Das als „hybride Marine“ bezeichnete Konzept zielt darauf ab, mithilfe modularer Nutzlasten und gemeinsamer Sensornetze den wachsenden chinesischen Flottenpräsenzen im Indopazifik eine verteilte, schwer ortbare Gegnerarchitektur entgegenzustellen. Bis 2027 soll das Netz aus bemannten und unbemannten Einheiten eine spürbare Abschreckungswirkung entfalten. Aus amerikanischer Sicht ist dies angesichts der Abhängigkeit vom Seehandel und der Verwundbarkeit unterseeischer Kabel eine industriepolitische Priorität.

Die zivile Komponente der chinesischen Robotik-Offensive illustriert zugleich die tiefe Verzahnung von Forschung und militärischer Anwendung. Der vom Shanghaier Meeresuniversität entwickelte Tintenfischfänger ahmt die Bewegungen eines Fischers nach und passt sich dem Beißverhalten der Tiere an – eine Fähigkeit, die perspektivisch auch für maritime Überwachungsaufgaben nutzbar wäre. Der Humanoide Tiangong, der in Bazhong die traditionelle Drachenbootmannschaft unterstützte, musste zunächst Bewegungssteifheit überwinden und beherrschte nach Softwareanpassungen das synchrone Rudern. Dass dieselben Maschinen anschließend Klebreis stampften und in Bambusblätter einwickelten, war nach Aussage der Ingenieure ein gezielter Test für wasserfeste Servomotoren und feinfühlige Greifer. Beobachter in Peking verweisen auf die für August 2026 geplanten Weltspiele der Humanoiden Roboter in der Hauptstadt, die zeigen sollen, wie weit die neue Maschinengeneration Verrichtungen des Alltags beherrscht.

Die nächsten konkreten Schritte liegen bei der Volksrepublik im für Juni erwarteten Jungfernflug des Jiu Tian, der den Übergang vom Prototyp zur möglichen Serienfertigung markieren könnte. Für die Hyperschallrakete auf Seegangshöhe betonen chinesische Quellen, dass es sich noch um Grundlagenforschung handle. Japan wird seine Verteidigungsstrategie unter dem Eindruck des Hudson-Berichts voraussichtlich noch in diesem Jahr anpassen. Der Aukus-Verbund wiederum will bis 2027 erste operative Fähigkeiten für die Unterwasser-Überwachung bereitstellen, wobei die Interoperabilität der nationalen Systeme im kommenden Jahr auf See erprobt werden soll.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

56%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa cineseStampa latinoamericana
Stampa cinese/ stato
trionfopragmatismo

Chinese state media highlights the successful testing of a smart squid fishing robot, emphasizing technological innovation and peaceful applications. The narrative positions China as a leader in unmanned systems for civilian use, contrasting with military-focused coverage elsewhere.

Stampa latinoamericana
allarmedistacco

Latin American outlets report on China's new military drone called 'Goddess of War' and also cover humanoid robots in a boat race, mixing awe with concern. The framing suggests a mix of technological admiration and wariness about the implications for regional power balances.

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Chinas Schwarmoffensive: Neue autonome Systeme verändern das Machtgefüge im Pazifik

Während die Volksrepublik Drohnenmutter, Krakenfischer und Hyperschallwaffen vorantreibt, drängen Aukus-Partner und Japan auf neue Verteidigungskonzepte.

In rascher Folge hat China in den vergangenen Wochen eine Reihe neuartiger autonomer Systeme getestet, deren militärisches Potenzial weit über die zivilen Anwendungen hinausreicht. Dazu zählen der weltweit erste intelligente Krakenfischroboter, der derzeit an Bord des Forschungsschiffs Song Hang im Nordwestpazifik erprobt wird, sowie die für Juni 2025 avisierte Erstflug des Luftstart-Drohnenträgers Jiu Tian. Parallel präsentierten Staatsmedien den humanoiden Roboter Tiangong, der beim Drachenbootfest in Sichuan mit Sportlern ruderte und traditionelle Speisen zubereitete. Chinesische Forscher untersuchen zudem die Machbarkeit von seeüberschleichenden Hyperschallraketen, die nur wenige Meter über der Wasseroberfläche mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen sollen. Aus westlicher Sicht offenbaren diese Programme eine beschleunigte Dual-Use-Strategie, bei der Fortschritte in Robotik, Materialwissenschaft und künstlicher Intelligenz unmittelbar die Schlagkraft der Volksbefreiungsarmee erhöhen.

Besondere Besorgnis löst in Tokio der Drohnenträger Jiu Tian aus, der nach Angaben der Aviation Industry Corporation of China bis zu sechs Tonnen Munition und kleine Aufklärungsdrohnen transportieren sowie Schwärme von bis zu 100 Einheiten aus großer Höhe entlassen kann. Ein vom Hudson Institute veröffentlichtes Planspiel warnt, dass die japanische Inselverteidigungsinitiative SHIELD – ein Netz aus Drohnen und Sensoren – nicht ausreichen wird, um chinesischen Bomberverbänden entgegenzutreten. Die Simulationen für den Zeitraum 2035 bis 2040 gehen davon aus, dass Maschinen vom Typ H-6K, H-6N und der künftige Tarnkappenbomber H-20 von gesicherten Lufträumen aus Marschflugkörper und Gleitbomben einsetzen könnten, ohne in die Reichweite der japanischen Luftabwehr zu geraten. Die Geografie des Japanischen Meers begünstige dabei einen operativen Korridor. Die Thinktank-Studie empfiehlt daher, die Selbstverteidigungsstreitkräfte mit einer mehrschichtigen Langstreckenabwehr auszurüsten, die feindliche Plattformen bereits vor dem Waffenstart ausschalten kann, sowie U-Boot-gestützte und autonome Unterwassersysteme auszubauen.

In Washington, London und Canberra reagiert man mit einer beschleunigten Umsetzung der zweiten Phase des Aukus-Pakts. Die Verteidigungsminister der drei Staaten kündigten an, bereits ab dem kommenden Jahr erste autonome Unterwasserdrohnen in Dienst zu stellen, die im Verbund kritische Infrastrukturen wie Datenkabel und Energiepipelines überwachen sollen. Das als „hybride Marine“ bezeichnete Konzept zielt darauf ab, mithilfe modularer Nutzlasten und gemeinsamer Sensornetze den wachsenden chinesischen Flottenpräsenzen im Indopazifik eine verteilte, schwer ortbare Gegnerarchitektur entgegenzustellen. Bis 2027 soll das Netz aus bemannten und unbemannten Einheiten eine spürbare Abschreckungswirkung entfalten. Aus amerikanischer Sicht ist dies angesichts der Abhängigkeit vom Seehandel und der Verwundbarkeit unterseeischer Kabel eine industriepolitische Priorität.

Die zivile Komponente der chinesischen Robotik-Offensive illustriert zugleich die tiefe Verzahnung von Forschung und militärischer Anwendung. Der vom Shanghaier Meeresuniversität entwickelte Tintenfischfänger ahmt die Bewegungen eines Fischers nach und passt sich dem Beißverhalten der Tiere an – eine Fähigkeit, die perspektivisch auch für maritime Überwachungsaufgaben nutzbar wäre. Der Humanoide Tiangong, der in Bazhong die traditionelle Drachenbootmannschaft unterstützte, musste zunächst Bewegungssteifheit überwinden und beherrschte nach Softwareanpassungen das synchrone Rudern. Dass dieselben Maschinen anschließend Klebreis stampften und in Bambusblätter einwickelten, war nach Aussage der Ingenieure ein gezielter Test für wasserfeste Servomotoren und feinfühlige Greifer. Beobachter in Peking verweisen auf die für August 2026 geplanten Weltspiele der Humanoiden Roboter in der Hauptstadt, die zeigen sollen, wie weit die neue Maschinengeneration Verrichtungen des Alltags beherrscht.

Die nächsten konkreten Schritte liegen bei der Volksrepublik im für Juni erwarteten Jungfernflug des Jiu Tian, der den Übergang vom Prototyp zur möglichen Serienfertigung markieren könnte. Für die Hyperschallrakete auf Seegangshöhe betonen chinesische Quellen, dass es sich noch um Grundlagenforschung handle. Japan wird seine Verteidigungsstrategie unter dem Eindruck des Hudson-Berichts voraussichtlich noch in diesem Jahr anpassen. Der Aukus-Verbund wiederum will bis 2027 erste operative Fähigkeiten für die Unterwasser-Überwachung bereitstellen, wobei die Interoperabilität der nationalen Systeme im kommenden Jahr auf See erprobt werden soll.

Divergenz der Quellen

Verteidigung & Sicherheit · 5 Quellen · 4 Sprachen

56%Hoch

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig20%
Neutral60%
Kritisch20%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa cineseStampa latinoamericana
Stampa cinese/ stato
trionfopragmatismo

Chinese state media highlights the successful testing of a smart squid fishing robot, emphasizing technological innovation and peaceful applications. The narrative positions China as a leader in unmanned systems for civilian use, contrasting with military-focused coverage elsewhere.

Stampa latinoamericana
allarmedistacco

Latin American outlets report on China's new military drone called 'Goddess of War' and also cover humanoid robots in a boat race, mixing awe with concern. The framing suggests a mix of technological admiration and wariness about the implications for regional power balances.

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