
China platziert Rekordanleihe in Euro – Schwellenländer drängen in den Yuan-Markt
Peking kehrt früher als üblich mit einer bis zu fünf Milliarden Euro schweren Emission an den Kapitalmarkt zurück, während Brasilien und Indonesien ihre ersten Panda-Bonds vorbereiten.
China hat mit der Vermarktung einer Euro-Anleihe im Volumen von bis zu fünf Milliarden Euro begonnen, was nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person die größte derartige Transaktion des Landes in dieser Währung werden könnte. Das Finanzministerium in Peking setzte die anfänglichen Preisindikationen für Laufzeiten von fünf, acht und zwölf Jahren auf 15, 22 beziehungsweise 33 Basispunkte über dem Mid-Swap-Satz fest. Die endgültige Preisfestsetzung wird bereits für den 25. Juni erwartet – und damit ungewöhnlich früh im Jahr. Üblicherweise begibt China seine Euro-Titel zwischen September und November. Aus Sicht des chinesischen Finanzministeriums wird damit ein günstiges Zeitfenster genutzt, bevor ein möglicher geldpolitischer Straffungskurs der Europäischen Zentralbank im zweiten Halbjahr die Konditionen verschlechtern könnte.
Zeitgleich treiben große Schwellenländer ihre Emissionstätigkeit im chinesischen Onshore-Markt voran. Brasilien hat nach Aussage von Finanzminister Dario Durigan die Absichtserklärung für die Ausgabe sogenannter Panda-Bonds – auf Yuan lautende Anleihen ausländischer Emittenten – bei der People’s Bank of China hinterlegt. Das Volumen der Erstemission soll sich auf bis zu fünf Milliarden Yuan (rund 735 Millionen US-Dollar) belaufen. Durigan bezeichnete den Schritt in Peking als „souveräne Strategie“, die unabhängig von etwaigen politischen Spannungen mit Washington verfolgt werde. Brasilianische Unternehmen hätten die Regierung um eine staatliche Referenzemission gebeten, um eigene Finanzierungen in Yuan zu erleichtern und Wechselkursrisiken im Real abzusichern.
Auch Indonesien hält an seinem Zeitplan fest. Das Finanzministerium in Jakarta bestätigte, dass die Emission eines Panda-Bonds weiterhin für Ende Juni oder Anfang Juli vorgesehen sei. Finanzministerin Purbaya Yudhi Sadewa hatte bei einem Besuch in Peking ein Zielvolumen von einer Milliarde US-Dollar genannt, abhängig von der Marktlage. Die chinesische Zentralbank signalisierte laut indonesischen Regierungsvertretern Unterstützung, forderte jedoch eine zügige Einreichung der noch ausstehenden Genehmigungsunterlagen.
Für Beobachter in Frankfurt und Zürich verdichten sich damit die Anzeichen einer graduellen Diversifizierung im internationalen Anleihemarkt. Während China mit seiner Euro-Emission die traditionelle Refinanzierungsachse bedient, etablieren sich Panda-Bonds als alternatives Instrument für Schwellenländer. Die historischen Emissionsrenditen in diesem Segment liegen zwischen 1,98 und 4,5 Prozent. Die nächste konkrete Wegmarke ist die Preisfestsetzung der chinesischen Euro-Anleihe am 25. Juni, gefolgt von der erwarteten brasilianischen Erstemission in den kommenden Monaten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Brasiliens Schritt, auf Yuan lautende Anleihen zu begeben, wird als souveräne Strategie dargestellt, um Finanzierungsquellen zu diversifizieren und die Beziehungen zu China zu vertiefen, wobei jeglicher Hinweis auf Druck aus den USA entschieden zurückgewiesen wird. Die Transaktion im Umfang von bis zu 5 Milliarden Yuan wird als pragmatischer Test beschrieben, um brasilianischen Privatunternehmen den Weg auf den chinesischen Markt zu ebnen.
Chinas Rekordemission von auf Euro lautenden Staatsanleihen und der wachsende Appetit auf Panda-Anleihen belegen das internationale Vertrauen in Chinas wirtschaftliche Stabilität und die zunehmende Rolle des Yuan als globale Währung. Diese Entwicklungen sind ein entscheidender Schritt zum Aufbau eines multipolaren Finanzsystems, weg von der Dollar-Abhängigkeit.
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