
Peking drängt Islamabad zur Vermittlung zwischen Iran und USA vor Trump-Besuch
Chinas Aussenminister Wang Yi fordert Pakistan auf, die Vermittlung zwischen Iran und den USA zu intensivieren – mit Blick auf die Wiedereröffnung der Strasse von Hormuz.
Wenige Stunden vor der Ankunft von US-Präsident Donald Trump in Peking hat Chinas Aussenminister Wang Yi bei seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar eindringlich um eine verstärkte Vermittlungsrolle zwischen Iran und den Vereinigten Staaten geworben. Aus Pekinger Sicht geht es nicht allein um eine Ausweitung des Dialogs, sondern um handfeste strategische Interessen: die Sicherung der Strasse von Hormuz. Wang Yi betonte in dem Telefonat, Islamabad solle dazu beitragen, die Meerenge wieder zu öffnen und den regionalen Frieden rasch wiederherzustellen. China, so die Botschaft, werde die pakistanischen Bemühungen weiter unterstützen und sich nun aktiver einbringen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Peking von der Rolle des wohlwollenden Beobachters zu direktem Engagement übergeht.
Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Trump wird noch am Mittwoch zu Gesprächen mit Staatschef Xi Jinping in Peking erwartet. China ist sowohl strategischer als auch wirtschaftlicher Partner Irans und hat ein enormes Interesse daran, dass der Konflikt im Nahen Osten nicht auf die Energieversorgung übergreift. Pakistan, das bereits als Gastgeber von Verhandlungen zwischen Washington und Teheran aufgetreten ist, hat sich als Vermittler profiliert. Aus Teheraner Sicht wird die Rolle Islamabads als nützlich, aber nicht hinreichend betrachtet; die iranische Führung erwartet von China mehr Druck auf die USA. Beobachter in Washington wiederum dürften die chinesische Initiative mit Skepsis verfolgen – als Versuch, vor den bilateralen Gesprächen eigene Akzente zu setzen.
Für Europa, insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz, steht viel auf dem Spiel. Die Strasse von Hormuz ist eine der wichtigsten Seerouten für Öl- und Gaslieferungen. Eine längerfristige Blockade würde die Energiepreise in die Höhe treiben und die ohnehin fragile Wirtschaftslage in Mittel- und Westeuropa weiter belasten. Berlin und Wien verfolgen die Entwicklung daher mit wachsender Besorgnis, dürften aber vorerst auf diplomatische Initiativen der Grossmächte angewiesen bleiben. Die Frage ist, ob Peking und Islamabad gemeinsam eine Lösung finden, die sowohl die iranische als auch die amerikanische Seite akzeptieren kann. Ohne substantielle Zugeständnisse – etwa zu Sanktionserleichterungen – wird Teheran kaum bereit sein, die Blockade aufzuheben.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob der Trump-Besuch in Peking den Druck auf Iran erhöht oder ob China als ehrlicher Makler zwischen den Fronten agieren kann. Dass Wang Yi ausgerechnet Pakistan – einen engen Verbündeten des Westens und zugleich Irans – ins Zentrum der Vermittlung rückt, ist ein geschickter Schachzug. Islamabad hat das Vertrauen beider Seiten, ist aber auch von chinesischer Unterstützung abhängig. Sollte die Initiative scheitern, droht eine weitere Eskalation, die nicht nur die Region, sondern die gesamte Weltwirtschaft destabilisieren würde. Die deutsche Wirtschaft, die über den Suezkanal und Hormuz auf Importe angewiesen ist, wäre hiervon besonders betroffen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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China drängt Pakistan, seine Vermittlung zwischen Iran und den USA zu verstärken, mit Betonung auf regionaler Stabilität und der Sicherheit der Straße von Hormus. Peking präsentiert sich als konstruktiver Unterstützer des Prozesses, ohne direkt einzugreifen, drängt Islamabad aber, vor dem Trump-Xi-Gipfel mehr zu tun.
Der Iran betrachtet die chinesische Aufforderung an Pakistan mit Vorsicht und stellt fest, dass Peking eine direkte Vermittlung zwischen Teheran und Washington vermeidet. Iranische Medien betonen, dass China sich nicht einmischen will, aber Islamabad drängt, die Frage der Straße von Hormus zu lösen, während die Aufmerksamkeit auf Trumps bevorstehenden Besuch gerichtet ist.
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