
Bank von England hält Leitzins bei 3,75 Prozent – Friedenssignal und Inflationsdaten stützen Abwarten
Trotz interner Rufe nach einer Erhöhung belässt die BoE den Schlüsselzins unverändert; der Iran-Deal und stabile Verbraucherpreise erlauben eine vorsichtige Haltung, während die EZB gegenläufig agiert.
Die Bank von England hat ihren Leitzins am Donnerstag zum vierten Mal in Folge bei 3,75 Prozent belassen. Der geldpolitische Ausschuss votierte mit 7 zu 2 Stimmen für das Abwarten – die externe Megan Greene und Chefökonom Huw Pill plädierten für eine Anhebung um einen Viertelpunkt, um Inflationserwartungen zu verankern. Gouverneur Andrew Bailey sprach von einem „aktiven Abwarten“, das angesichts der durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise bereits als effektive Straffung wirke.
Die Entscheidung fiel in ein verändertes geopolitisches Umfeld. Am Sonntag hatten Washington und Teheran ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Militäroperationen und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus verkündet. Die Ölpreise gaben daraufhin nach, bleiben aber über Vorkriegsniveau. Bailey betonte, die gesunkenen Notierungen seien ein positives Signal, doch die höheren Energiekosten der vergangenen Monate deuteten auf fortbestehenden Inflationsdruck hin. Die britische Verbraucherpreisinflation verharrte im Mai bei 2,8 Prozent und lag damit unter den befürchteten 3 Prozent, was den Spielraum für Zinssenkungen jedoch einengt, da die BoE für das vierte Quartal einen Anstieg auf über 3,25 Prozent prognostiziert.
Aus globaler Perspektive ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Während die US-Notenbank Fed am Vortag ihren Leitzinskorridor von 3,5 bis 3,75 Prozent ebenfalls unangetastet ließ, hatte die Europäische Zentralbank in der Vorwoche erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen erhöht. Die BoE setzt damit einen eigenen Kurs zwischen der abwartenden Fed und der straffenden EZB. In London hoffen Hypothekenkunden und Sparer nun auf eine Sommerpause: Experten erwarten, dass die anhaltende Zinspause Spielraum für sinkende Hypothekenzinsen schafft, während Sparer noch günstige Festgeldkonditionen nutzen können.
Der Ausblick bleibt von Unsicherheit geprägt. Sollte der Friedensprozess im Nahen Osten Bestand haben und die Energiepreise weiter sinken, könnte die BoE im späteren Jahresverlauf wieder Spielraum für Lockerungen erhalten. Andererseits mahnen die Falken im Ausschuss, dass ein zu spätes Handeln die Inflationsdynamik verfestigen könnte. Für die deutsche und europäische Konjunktur ist die Entwicklung von Bedeutung, weil stabile Ölpreise und eine Beruhigung der Lieferketten über Hormus dämpfend auf die hiesigen Erzeugerpreise wirken – und damit den EZB-Kurs beeinflussen könnten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die britische Notenbank hielt die Zinsen stabil und warnte, dass der jüngste Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran die Inflation nicht schnell eindämmen werde. Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts trüben weiterhin die Aussichten, die Energiepreise sind noch immer hoch.
Die Bank of England ließ die Zinsen zum vierten Mal unverändert und folgte der US-Notenbank, nachdem die US-iranische Verständigung die Ölmärkte beruhigt hatte. Der Rückgang der Rohölpreise ist ein positives Signal, doch der Gouverneur betonte, dass die Energiekosten weiterhin über dem Vorkriegsniveau liegen.
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