
Asiatische Börsen stürzen ab: KI-Skepsis und chinesischer Chip-Durchbruch lösen Ausverkauf aus
Die Leitindizes in Seoul und Tokio verlieren bis zu acht Prozent, nachdem Zweifel an den Renditen der KI-Investitionen und ein technologischer Fortschritt aus China die Halbleiterwerte weltweit unter Druck setzen.
Die Aktienmärkte in Ostasien erlebten am Dienstag einen massiven Einbruch. Der südkoreanische Kospi-Index fiel um über acht Prozent und löste Handelsunterbrechungen aus, während der japanische Nikkei 225 mehr als vier Prozent verlor und zeitweise unter 62.000 Punkte rutschte. Auch der taiwanesische Taiex gab um über vier Prozent nach. Auslöser waren wachsende Zweifel an der Rentabilität der enormen Investitionen in künstliche Intelligenz, verstärkt durch einen Bericht über die industrielle Produktion von immersionsbasierten Tief-Ultraviolett-Lithografiemaschinen durch das chinesische Unternehmen Shanghai Yuliangsheng. Bereits am Vortag hatte der US-Philadelphia-Halbleiterindex den dritten Tag in Folge nachgegeben.
Die Abwärtsbewegung traf die gesamte Halbleiterbranche. In Seoul brachen Samsung Electronics und SK Hynix um mehr als neun beziehungsweise elf Prozent ein. In Tokio verloren Kioxia zeitweise 18 Prozent, Tokyo Electron und Advantest jeweils über zehn Prozent. In Taipeh gab die schwergewichtige TSMC um knapp drei Prozent nach. Aus Sicht von Marktteilnehmern in Seoul verschärft der fulminante Börsengang des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT, dessen Aktie um fast 500 Prozent stieg, die Sorge vor wachsender Konkurrenz und beschleunigtem Kapazitätsausbau in China. Beobachter in Peking werten die Fortschritte als Beleg für die Fähigkeit, ein global wettbewerbsfähiges KI-Ökosystem aufzubauen.
Parallel dazu entspannte sich die geopolitische Lage im Nahen Osten. Nach der Aussetzung von Luftangriffen durch Washington signalisierten die USA und Iran Gesprächsbereitschaft, was die Rohölpreise um fast neun Prozent einbrechen ließ. Dies dämpfte Inflationssorgen, stützte aber die asiatischen Märkte nur begrenzt. Der japanische Yen notierte nahe einem Vier-Jahrzehnte-Tief gegenüber dem Dollar, was die Aufmerksamkeit auf die anstehende Zinsentscheidung der Bank of Japan lenkt. Aus Washingtoner Sicht rückt die Sitzung der Federal Reserve in den Fokus, bei der eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 38 Prozent eingepreist ist.
Die kommenden Tage versprechen weitere Klarheit: Neben den Zentralbankentscheidungen der Fed, der Bank of Japan und der Bank of England stehen die Quartalszahlen der großen US-Technologiekonzerne Microsoft, Meta, Apple und Amazon an. Anleger erwarten konkrete Hinweise, ob die Milliardenausgaben für KI-Infrastruktur künftige Erträge rechtfertigen können. Die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve am Mittwoch wird als nächster richtungsweisender Impuls für die globalen Märkte gesehen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
Anleger bewerten den KI-Handel neu, nachdem Nvidias massive Finanzierungszusagen Fragen zu den Renditen aufgeworfen haben. Der Markt preist einfach ein höheres Risiko ein, und diese Korrektur ist eine gesunde Anpassung.
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Der chinesische technologische Durchbruch in der Lithographie ist ein Game-Changer, der die Dominanz japanischer und koreanischer Chip-Hersteller bedroht. Dieser Ausverkauf spiegelt eine strategische Neuausrichtung in der globalen Halbleiterindustrie wider.
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Der Block lässt den Nvidia-Finanzierungsdeal und die breiteren KI-Investitionsbedenken aus und konzentriert sich ausschließlich auf die chinesische technologische Bedrohung als Ursache.
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