
Argentiniens Kerninflation fällt unter zwei Prozent – globale Preisdynamik bleibt gespalten
Während Buenos Aires einen disinflationären Meilenstein feiert, steigen die Verbraucherpreise in Nigeria und Saudi-Arabien weiter, und Indonesien verzeichnet moderate monatliche Zuwächse.
Die Inflationslandschaft im Mai 2026 präsentiert sich als ein Mosaik gegenläufiger Trends. Den markantesten Akzent setzte Argentinien: Dort sank die monatliche Teuerung auf 2,1 Prozent, doch entscheidend für die Stimmung in Regierungskreisen war der erstmalige Rückgang der Kerninflationsrate unter die Zwei-Prozent-Marke seit acht Monaten. Mit 1,9 Prozent lag der um saisonale und administrierte Preise bereinigte Wert deutlich unter dem Vormonat und nährte die Hoffnung, dass der eingeschlagene Stabilisierungskurs greift. Analysten der Beratung Outlier sprachen von einem „mit Abstand besten Wert“, der offizielle „Feierlichkeiten“ auslöste, während Beobachter bei GMA Capital auf die beruhigte Entwicklung bei Fleischpreisen verwiesen. Private Prognosen für Juni gehen nun mehrheitlich von einer weiteren Abschwächung aus; das Institut EcoGo taxiert die Inflationsrate bereits auf 1,9 Prozent, C&T Asesores Económicos sieht Spielraum für ein Unterschreiten der Zwei-Prozent-Schwelle.
Ein anderes Bild zeichnen die Daten aus Nigeria. Die Gesamtinflation kletterte im Mai auf 15,93 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember, als der Abwärtstrend einsetzte. Treiber waren vor allem die Preise für Mais, Zwiebeln, Tomaten und andere Grundnahrungsmittel, wie das Statistikamt NBS mitteilte. Allerdings verlangsamte sich die monatliche Dynamik spürbar: Von 2,13 Prozent im April fiel die Monatsrate auf 1,75 Prozent. Dieser Widerspruch – steigende Jahreswerte bei nachlassendem Monatstempo – deutet darauf hin, dass die Preise zwar weiter zulegen, der Druck jedoch an Intensität verliert. Für die nigerianische Bevölkerung bleibt die Lage gleichwohl angespannt, da die Lebensmittelpreise den Alltag dominieren.
In Asien und am Golf zeigen sich ebenfalls heterogene Muster. Indonesien meldete für Mai eine Monatsinflation von 0,28 Prozent und eine Jahresteuerung von 3,08 Prozent. Die Statistikbehörde BPS führte den Anstieg maßgeblich auf höhere Preise für nicht subventionierte Kraftstoffe wie Pertamax, Flugtickets und Speiseöl zurück, wobei der Effekt des islamischen Opferfests Iduladha historisch geringer ausfiel als der des Fastenbrechens. Saudi-Arabien verzeichnete unterdessen eine Jahresinflation von 1,8 Prozent, die vor allem durch einen Anstieg der Wohn-, Wasser- und Stromkosten um 3,7 Prozent getrieben wurde. Auch Transport- und Gastronomiepreise legten zu, während die Kategorie Körperpflege und persönliche Güter mit 5,6 Prozent den stärksten Ausschlag zeigte – befeuert durch einen Sprung von 20 Prozent bei Schmuck und Uhren.
Für die kommenden Monate richten sich die Blicke vor allem auf Argentinien, wo die Disinflation noch auf wackligen Beinen steht. Die Berater von C&T verweisen auf moderate Erhöhungen bei öffentlichen Dienstleistungen, Transport und Medizin, während EcoGo saisonale Faktoren und höhere staatliche Subventionen als dämpfend einpreist. Als Risiken gelten jedoch anstehende Tarifanpassungen, die Entwicklung der Treibstoffpreise und der Wechselkurs ab Juli. In Nigeria bleibt die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln der entscheidende Unsicherheitsfaktor; ein erneuter Preisschub bei Agrarprodukten könnte die monatliche Rate wieder anheizen. Für die exportorientierten Volkswirtschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sind diese unterschiedlichen Inflationspfade von Belang, weil sie Kaufkraft und Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten prägen und damit indirekt auf die globale Konjunktur ausstrahlen.
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Die Kerninflation in Argentinien fiel erstmals seit acht Monaten unter 2 Prozent, ein Wert, den Regierung und private Analysten als Bestätigung des Wirtschaftsplans werten. Die Prognosen für Juni deuten auf eine weitere Verlangsamung hin, wobei einige Schätzungen die monatliche Rate bereits unter 2 Prozent sehen.
Die Gesamtinflation in Nigeria stieg im Mai auf 15,93 %, den höchsten Stand seit sechs Monaten, angetrieben von stark steigenden Preisen für Mais, Zwiebeln, Tomaten und andere Grundnahrungsmittel. Der Anstieg kehrt den zuvor beobachteten Abwärtstrend um und weckt Sorgen um die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln.
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