
Abdullah Ibrahim: Südafrikanische Jazzlegende im Alter von 91 Jahren gestorben
Der Pianist, der mit 'Mannenberg' eine Hymne des Widerstands schuf und von Duke Ellington entdeckt wurde, starb in Deutschland.
Der südafrikanische Jazzpianist und Komponist Abdullah Ibrahim ist am Montag im Alter von 91 Jahren in Deutschland gestorben. Nach Angaben seiner Familie erlag er einer kurzen Krankheit; er sei „friedlich, umgeben von seiner Familie“ verschieden. Erst im März hatte Ibrahim beim Cape Town International Jazz Festival seinen letzten Auftritt vor heimischem Publikum absolviert. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa würdigte ihn als einen Künstler, dessen „Schöpfungen das Südafrika ehrten, das sein politisches Engagement und seine musikalische Brillanz prägte“.
Geboren wurde Ibrahim 1934 als Adolph Johannes Brand im Kapstadter Distrikt Six, einem Schmelztiegel der Kulturen, der später unter der Apartheid gewaltsam geräumt wurde. Bereits mit sieben Jahren begann er, am Klavier zu komponieren. Unter dem Namen Dollar Brand feierte er in den späten 1950er Jahren erste Erfolge als Bebop-inspirierter Jazzmusiker. 1959 nahm er mit dem Septett Jazz Epistles das erste Jazzalbum schwarzer Musiker in Südafrika auf. Nach seiner Konversion zum Islam 1968 nannte er sich Abdullah Ibrahim. Die Begegnung mit Duke Ellington, der ihn 1963 in einem Zürcher Club entdeckte, öffnete ihm die Türen zur internationalen Bühne. Die Apartheid zwang den als „Cape Coloured“ klassifizierten Musiker jedoch jahrzehntelang ins Exil zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.
Sein bekanntestes Werk, die 1974 entstandene Komposition „Mannenberg“, wurde zur inoffiziellen Hymne des Widerstands gegen das Apartheidregime. In mehr als siebzig Alben verband Ibrahim afrikanische Rhythmen, Jazz und eine spirituelle Minimalistik zu einem unverwechselbaren Klang. Europäische Nachrufe heben die schlichte Eleganz seines Spiels hervor und vergleichen seine hagere, markante Erscheinung mit der Nelson Mandelas. Aus russischer Perspektive wird zudem sein Beitrag zur Filmmusik gewürdigt: Für die französische Regisseurin Claire Denis komponierte er die Soundtracks zu „Chocolat“ und „No Fear, No Die“.
Internationale Würdigungen betonen die symbolische Kraft seiner Biographie. Indische Beobachter sehen in ihm eine Verkörperung des multikulturellen Kapstadts, das durch die Zerstörung von District Six unwiederbringlich verletzt wurde. In Frankreich und der Schweiz wird Ibrahims Exil als prägendes Element seiner Musik beschrieben, die stets eine „Parfüm des Exils“ getragen habe. Russische Medien zitieren eine Stellungnahme seiner Sprecherin, wonach der Musiker „Südafrika und sein Volk stets im Herzen trug, wo immer er sich aufhielt“. Diese Liebe zu seiner Heimat durchzieht sein gesamtes Schaffen.
Abdullah Ibrahim hinterlässt ein Werk, das weit über den Jazz hinausreicht. Er starb in Deutschland, einem Land, das ihm über viele Jahre eine zweite Heimat bot und in dem er nun seine letzte Ruhe findet. Seine Musik bleibt ein Zeugnis der Widerstandskraft und der Schönheit eines Landes, das ihn zeitlebens nicht losließ.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der südafrikanische Jazzpianist Abdullah Ibrahim ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er starb friedlich in Deutschland nach kurzer Krankheit, umgeben von seiner Familie. Er hinterlässt mehr als 70 Alben.
Abdullah Ibrahim, der elegante südafrikanische Pianist mit der Mandela-ähnlichen Silhouette, ist in Deutschland im Alter von 91 Jahren gestorben. Als Symbol des Anti-Apartheid-Kampfes trug seine Musik den Duft des Exils und wurde zur Stimme der Freiheit. Zuletzt trat er im März beim Cape Town International Jazz Festival in seiner Heimatstadt auf.
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