
Zehn Tote in Zacatecas: Behörden prüfen Kartellverstrickungen
Unter den Opfern sind ein ehemaliger Bürgermeister, Beamte und Geschäftsleute; die Staatsanwaltschaft untersucht Verbindungen zu organisierter Kriminalität und Erpressung.
Im mexikanischen Bundesstaat Zacatecas sind am 18. Juli die Leichen von zehn Männern entdeckt worden. Die Toten wurden in den Gemeinden Pánuco, Morelos und Sain Alto aufgefunden, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates mitteilte. Acht der Opfer starben demnach durch Ersticken oder Strangulation, zwei durch Schusswunden. Fünf der Leichen wiesen Spuren kürzlichen Drogenkonsums auf.
Unter den Identifizierten befinden sich der frühere Bürgermeister von Sombrerete, Ignacio Castrejón Valdez (Partido Acción Nacional, 2016–2018), der amtierende Sozialdezernent von Fresnillo, Fidel Alvarado de la Torre (Partido Revolucionario Institucional), sowie der Feuerwehrmann Jesús Gerardo Muñetón Hernández. Weitere Opfer waren Geschäftsleute aus dem Bergbau, ein Discjockey und ein ehemaliger Gemeinderat. Einige der Körper waren an einer Brücke über der Fernstraße 54 aufgehängt worden.
Die Ermittlungen folgen nach Behördenangaben zwei Hauptlinien: einer möglichen Verstrickung lokaler Amtsträger sowie einem Netzwerk der Schutzgelderpressung. Auffällig sei, dass Angehörige vor dem Auffinden der Leichen keine Vermisstenanzeigen erstattet hatten. Die Staatsregierung räumte auf einer Pressekonferenz die Präsenz des Cártel Jalisco Nueva Generación und des Sinaloa-Kartells in der Region ein, ohne eine Gruppierung für die Tat verantwortlich zu machen. Mehr als 400 Soldaten und Nationalgardisten wurden zur Verstärkung in das Gebiet entsandt.
Die Gewalttat reiht sich in eine Serie von Angriffen in Mexiko und der Region ein. In Mazatlán (Sinaloa) wurde ein Motorradfahrer erschossen, das Militär stellte Sprengstoff sicher. In Kolumbien meldete die Ombudsstelle für Menschenrechte binnen weniger Tage Angriffe der Guerillaorganisation ELN und dissidenter FARC-Gruppen in fünf Departamentos mit mehreren Toten. Parallel dazu trafen in Washington mexikanische Opferfamilien mit US-amerikanischen Hinterbliebenen zusammen, um gegen den Zufluss von in den USA gefertigten Waffen nach Mexiko zu protestieren – ein Handel, der nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen die Kartellgewalt befeuert.
Gouverneur David Monreal versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Generalstaatsanwaltschaft der Republik dauern an; Festnahmen wurden bislang nicht bekannt gegeben.
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