
Internationale Betrugswelle: Festnahmen und Verluste durch digitale Täuschungsmanöver
Von Brasilien über Malaysia bis Ghana melden Behörden zeitgleich Ermittlungserfolge gegen Betrüger, die WhatsApp und andere Kanäle für Identitätsdiebstahl, Erpressung und Liebesbetrug nutzen.
In mehreren Ländern sind Strafverfolgungsbehörden in den vergangenen Tagen gegen mutmaßliche Betrüger vorgegangen, die digitale Kommunikationsdienste für ihre Taten missbraucht haben sollen. Aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul wird von einer großangelegten Operation gegen ein Netzwerk von Kredithaien berichtet, die einen Mann nach Verlusten bei Online-Wetten mit dem Tod bedroht und anschließend dessen Familie erpresst haben sollen. Die Polizei vollstreckte nach eigenen Angaben zwei Haftbefehle und elf Durchsuchungsbeschlüsse. Im selben Land nahmen Beamte in Catalão einen Rechtsanwalt fest, der mindestens 40 Mandanten durch falsche Versprechungen zur Senkung von Immobilienraten geschädigt haben soll; der Gesamtschaden könnte sich laut Ermittlern auf umgerechnet rund 110.000 Euro belaufen. In Patos de Minas wiederum wurde eine 22-jährige Rezeptionistin in Gewahrsam genommen, die einer 75-jährigen Patientin während eines Zahnarztbesuchs Zugang zu deren Bank-App verschafft und einen Kredit über umgerechnet mehr als 3.300 Euro aufgenommen haben soll.
Auch in Südostasien und Westafrika verzeichnen die Behörden Fälle, bei denen die Täter gezielt Vertrauensverhältnisse ausnutzten. Im malaysischen Bundesstaat Johor verlor eine 70-jährige Rentnerin nach Polizeiangaben umgerechnet rund 36.000 Euro an zwei Personen, die sich in sozialen Medien als Unternehmensmanager und Facharzt ausgaben und unter dem Vorwand angeblicher Rechtskosten um finanzielle Hilfe baten. Im Distrikt Muallim überwies eine Angestellte eines Unternehmens knapp 200.000 Euro auf Anweisung einer vermeintlichen Führungskraft, deren WhatsApp-Konto zuvor von Unbekannten übernommen worden war. Die Polizei geht von einem kompromittierten Gerät aus und warnt vor der nahezu nahtlosen Identitätstäuschung durch gehackte Profile.
In Ghana verurteilte ein Gericht in Tarkwa vier Personen wegen des Diebstahls eines Mobiltelefons, das einem 13-Jährigen unter dem Vorwand spiritueller Hilfe abgenommen worden war. Die Täter hatten das Gerät anschließend weiterverkauft. Ein weiterer Fall aus Juapong betrifft eine Betreiberin eines mobilen Gelddienstes, die nach eigenen Angaben umgerechnet rund 1.800 Euro verlor, nachdem ein Kunde ein Darlehen für Sportwetten zweckentfremdete und nicht zurückzahlte. Die Frau appellierte öffentlich um Unterstützung, da ihr Arbeitgeber die Summe von ihr zurückfordere.
Parallel zu den Ermittlungen weisen Sicherheitshinweise auf technische Schutzmöglichkeiten hin. Der Messengerdienst WhatsApp hat nach Darstellung deutscher und indonesischer Medien eine Funktion eingeführt, mit der sich Anrufe von unbekannten Nummern stummschalten lassen, um betrügerische Rückrufversuche ins Leere laufen zu lassen. Zudem wird Nutzern in mehreren Ländern empfohlen, bei Verlust oder Diebstahl des Geräts umgehend die SIM-Karte sperren zu lassen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Ein in Entwicklung befindliches Geburtstagserinnerungs-Feature, über das indische und internationale Technikportale berichten, wirft unterdessen Fragen zum Datenschutz auf, da bislang keine Einstellungen zur Sichtbarkeit des Geburtsdatums vorgesehen sind. Die Ermittlungen in den genannten Betrugsfällen dauern an; die Behörden mehrerer Staaten rufen dazu auf, verdächtige Transaktionen unverzüglich den nationalen Meldestellen zu melden.
| Indische & südasiatische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.60 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Japanisch-koreanische Presse | −0.70 | critical |
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