Anmelden
Ausgabe von 10:00 CETMontag, 29. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen418 Briefings heute
Wirtschaft & MärkteSonntag, 28. Juni 2026

Weltweiter KKMU-Aufschwung trotz digitaler und finanzieller Hürden

Bangladeschs Unternehmenszahlen steigen um 50 Prozent, Kolumbiens Kleinstbetriebe hadern mit Bargeld, Irans Bergbau trotzt der Krise.

In Bangladesch ist die Zahl der Wirtschaftseinheiten innerhalb eines Jahrzehnts um knapp 50 Prozent auf 11,7 Millionen gestiegen. 99 Prozent davon sind Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), die rund 85 Prozent der industriellen Arbeitsplätze stellen und zwischen 27 und 30 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. Die Regierung in Dhaka will diesen Anteil bis 2030 auf 35 Prozent steigern, und die Zentralbank hat einen Refinanzierungsfonds von 5000 Crore Taka (etwa 430 Millionen Euro) aufgelegt. Gleichzeitig setzen Geschäftsbanken wie City Bank und Trust Bank auf digitale Kleinkredite, Mentoring und vereinfachte Kreditbewertungen, die sich statt auf Sicherheiten auf Zahlungsströme stützen.

In Kolumbien zeigt sich unterdessen ein zwiespältiges Bild der finanziellen Inklusion. Bargeld bleibt mit über 83 Prozent das dominierende Zahlungsmittel bei Mikrounternehmen, während bei mittleren Firmen bereits 80 Prozent elektronische Überweisungen nutzen. Der 2025 gestartete Service Bre-B hat innerhalb weniger Monate eine Nutzungsquote von rund 30 Prozent erreicht, was auf ein erhebliches Potenzial für die Digitalisierung von Zahlungen hindeutet. Zugleich legen Daten der Encuesta MiPyme Anif offen, dass viele Kleinstbetriebe geschäftliche und private Finanzen vermischen und nur 42 Prozent Sozialabgaben entrichten. Aus Bogotá werden daher integrierte Strategien gefordert, die den Infrastrukturausbau mit finanzieller Allgemeinbildung verknüpfen.

Einen überraschenden Kontrapunkt setzt der Iran. Während die Gesamtwirtschaft nach offiziellen Angaben im Jahr 1404 (2025/2026) stagnierte, wuchs der Bergbausektor um 4,1 Prozent. Branchenvertreter aus Teheran zweifeln jedoch an den Zahlen, da hohe Maschinenkosten, steigende Ausgaben für Betriebsstoffe und vor allem die Treibstoffknappheit die Produktion vieler Minen tatsächlich einschränkten. Der vermeintliche Aufschwung dürfte auf vor Jahren getätigten Investitionen beruhen, deren Wirkung nun verspätet in der Statistik aufscheint. Die Diskrepanz zeigt, wie ungenaue Datenlage und verzerrte Indikatoren eine sachgerechte Wirtschaftspolitik erschweren.

Wie konkret regionale Fördersysteme Small-Scale-Unternehmen stabilisieren können, belegt ein Programm im indonesischen Rembang: Der staatliche Zementkonzern Semen Indonesia hat dort 580 KKMU mit Schulungen zu Qualität, Digitalisierung und Marketing begleitet; der kumulierte Transaktionswert erreichte 6,9 Milliarden Rupiah (rund 390.000 Euro), und mehr als 2100 lokale Arbeitsplätze entstanden. In der Summe der Entwicklungen liegt ein globaler Trend: Der KKMU-Sektor expandiert, doch das volle Wachstumspotenzial entfaltet sich nur dort, wo staatliche Refinanzierung, digitale Infrastruktur und unternehmerisches Know-how verzahnt werden. In Bangladesch wird die Wirksamkeit der neuen Zentralbankfonds, in Kolumbien die Bre-B-Durchdringung und im Iran die Transparenz der Bergbaudaten die nächsten Gradmesser sein.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

62%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseIndische & südasiatische Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
SkepsisPragmatismus

The Latin American press highlights the persistent digital gap that prevents micro, small, and medium enterprises from achieving financial inclusion. Despite being the backbone of the economy, these businesses face barriers in adopting digital payment tools, limiting their growth potential.

Indische & südasiatische Presse
PragmatismusTriumph

The South Asian press reports on how major banks are rolling out digital loan products tailored for SMEs, emphasizing speed and paperless processes. The sector has seen a 50% increase in enterprises over a decade, underscoring its resilience despite economic challenges.

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Deutschland trifft im WM-Achtelfinale auf Paraguay: Nagelsmanns Elf nach Gruppenphase unter Druck·Trump-Söhne und Lutnick-Familie an Rohstoffgeschäft mit Kasachstan beteiligt·Berri verwirft Rahmenabkommen mit Israel als „Diktat“ – Umsetzung ungewiss·Irans Führungsvakuum: Wird Mojtaba Khamenei beim Begräbnis seines Vaters erscheinen?·Englands Sieg über Panama: Bellingham und Kane ebnen den Weg, doch die Zweifel bleiben·Zum 1. Juli treten weltweit neue Finanz- und Migrationsregeln in Kraft·3:3 zwischen Algerien und Österreich: Ein Remis, das Iran aus der WM wirft·Der Siegeszug des 'King of Pop': 'Michael' überholt 'Oppenheimer' an den Kinokassen·Deutschland trifft im WM-Achtelfinale auf Paraguay: Nagelsmanns Elf nach Gruppenphase unter Druck·Trump-Söhne und Lutnick-Familie an Rohstoffgeschäft mit Kasachstan beteiligt·Berri verwirft Rahmenabkommen mit Israel als „Diktat“ – Umsetzung ungewiss·Irans Führungsvakuum: Wird Mojtaba Khamenei beim Begräbnis seines Vaters erscheinen?·Englands Sieg über Panama: Bellingham und Kane ebnen den Weg, doch die Zweifel bleiben·Zum 1. Juli treten weltweit neue Finanz- und Migrationsregeln in Kraft·3:3 zwischen Algerien und Österreich: Ein Remis, das Iran aus der WM wirft·Der Siegeszug des 'King of Pop': 'Michael' überholt 'Oppenheimer' an den Kinokassen·
Akt. 21:213 Sprachen · 3 Quellen
VorherigerWirtschaft & MärkteNächster
3 Quellen|3 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Sonntag, 28. Juni 2026

Weltweiter KKMU-Aufschwung trotz digitaler und finanzieller Hürden

Bangladeschs Unternehmenszahlen steigen um 50 Prozent, Kolumbiens Kleinstbetriebe hadern mit Bargeld, Irans Bergbau trotzt der Krise.

In Bangladesch ist die Zahl der Wirtschaftseinheiten innerhalb eines Jahrzehnts um knapp 50 Prozent auf 11,7 Millionen gestiegen. 99 Prozent davon sind Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), die rund 85 Prozent der industriellen Arbeitsplätze stellen und zwischen 27 und 30 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. Die Regierung in Dhaka will diesen Anteil bis 2030 auf 35 Prozent steigern, und die Zentralbank hat einen Refinanzierungsfonds von 5000 Crore Taka (etwa 430 Millionen Euro) aufgelegt. Gleichzeitig setzen Geschäftsbanken wie City Bank und Trust Bank auf digitale Kleinkredite, Mentoring und vereinfachte Kreditbewertungen, die sich statt auf Sicherheiten auf Zahlungsströme stützen.

In Kolumbien zeigt sich unterdessen ein zwiespältiges Bild der finanziellen Inklusion. Bargeld bleibt mit über 83 Prozent das dominierende Zahlungsmittel bei Mikrounternehmen, während bei mittleren Firmen bereits 80 Prozent elektronische Überweisungen nutzen. Der 2025 gestartete Service Bre-B hat innerhalb weniger Monate eine Nutzungsquote von rund 30 Prozent erreicht, was auf ein erhebliches Potenzial für die Digitalisierung von Zahlungen hindeutet. Zugleich legen Daten der Encuesta MiPyme Anif offen, dass viele Kleinstbetriebe geschäftliche und private Finanzen vermischen und nur 42 Prozent Sozialabgaben entrichten. Aus Bogotá werden daher integrierte Strategien gefordert, die den Infrastrukturausbau mit finanzieller Allgemeinbildung verknüpfen.

Einen überraschenden Kontrapunkt setzt der Iran. Während die Gesamtwirtschaft nach offiziellen Angaben im Jahr 1404 (2025/2026) stagnierte, wuchs der Bergbausektor um 4,1 Prozent. Branchenvertreter aus Teheran zweifeln jedoch an den Zahlen, da hohe Maschinenkosten, steigende Ausgaben für Betriebsstoffe und vor allem die Treibstoffknappheit die Produktion vieler Minen tatsächlich einschränkten. Der vermeintliche Aufschwung dürfte auf vor Jahren getätigten Investitionen beruhen, deren Wirkung nun verspätet in der Statistik aufscheint. Die Diskrepanz zeigt, wie ungenaue Datenlage und verzerrte Indikatoren eine sachgerechte Wirtschaftspolitik erschweren.

Wie konkret regionale Fördersysteme Small-Scale-Unternehmen stabilisieren können, belegt ein Programm im indonesischen Rembang: Der staatliche Zementkonzern Semen Indonesia hat dort 580 KKMU mit Schulungen zu Qualität, Digitalisierung und Marketing begleitet; der kumulierte Transaktionswert erreichte 6,9 Milliarden Rupiah (rund 390.000 Euro), und mehr als 2100 lokale Arbeitsplätze entstanden. In der Summe der Entwicklungen liegt ein globaler Trend: Der KKMU-Sektor expandiert, doch das volle Wachstumspotenzial entfaltet sich nur dort, wo staatliche Refinanzierung, digitale Infrastruktur und unternehmerisches Know-how verzahnt werden. In Bangladesch wird die Wirksamkeit der neuen Zentralbankfonds, in Kolumbien die Bre-B-Durchdringung und im Iran die Transparenz der Bergbaudaten die nächsten Gradmesser sein.

Divergenz der Quellen

Wirtschaft & Märkte · 3 Quellen · 3 Sprachen

62%Hoch

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig50%
Neutral25%
Kritisch25%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseIndische & südasiatische Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
SkepsisPragmatismus

The Latin American press highlights the persistent digital gap that prevents micro, small, and medium enterprises from achieving financial inclusion. Despite being the backbone of the economy, these businesses face barriers in adopting digital payment tools, limiting their growth potential.

Indische & südasiatische Presse
PragmatismusTriumph

The South Asian press reports on how major banks are rolling out digital loan products tailored for SMEs, emphasizing speed and paperless processes. The sector has seen a 50% increase in enterprises over a decade, underscoring its resilience despite economic challenges.

Diese Nachricht erschien in

3 Quellen · 3 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Putin räumt Treibstoffengpässe ein – Kiews Drohnenkampagne trifft russische Energieversorgung

12 Sprachen · 25 Quellen

Aus Technology

Android-Erdbebenwarnung rettet Leben in Venezuela – und wirft Datenschutzfragen auf

4 Sprachen · 6 Quellen

Aus Science & Health

Cholera-Ausbruch in der Zentralafrikanischen Republik: 197 Fälle, 24 Tote

4 Sprachen · 7 Quellen

Mehr lesen