
Spanien ruft nationalen Notstand aus – Frankreich evakuiert Cap Ferret
Waldbrände in Südeuropa: Mehr als 10.000 Menschen in der Region Madrid evakuiert, in Frankreich fliehen 40.000 vor den Flammen, EU schickt Löschflugzeuge.
Die spanische Regierung hat in der Nacht zum Freitag den nationalen Notstand für die Region Madrid und die Provinz Ávila ausgerufen, nachdem mehrere Waldbrände außer Kontrolle gerieten. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 10.000 Menschen aus Ortschaften wie Villa del Prado, San Martín de Valdeiglesias und Aldea del Fresno evakuiert. Es ist das erste Mal, dass Spanien diese höchste Alarmstufe speziell wegen eines Waldbrandes aktiviert. Damit übernimmt das Innenministerium die Koordination der Einsätze, die von der militärischen Notfalleinheit UME vor Ort geführt werden. Mehr als 270 Einsatzkräfte und 40 Bodenfahrzeuge sind nach offiziellen Angaben im Einsatz.
Im Südwesten Frankreichs weiteten die Behörden die Evakuierungen unterdessen massiv aus. Auf der bei Touristen beliebten Halbinsel Cap Ferret nahe Bordeaux ordnete die Präfektur der Gironde die vollständige Räumung an. Laut französischem Innenminister Laurent Nuñez sind bereits rund 40.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden oder werden derzeit evakuiert – viele von ihnen mit Fähren und Booten. Insgesamt sind in der Region Gironde nach Behördenangaben mehr als 8.700 Hektar Wald verbrannt. Ein zweiter großer Brand bei Biscarrosse im benachbarten Département Landes hat über 2.500 Hektar erfasst und die Evakuierung von 23.000 weiteren Personen erzwungen.
Angesichts der Lage ersuchte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron um die Aktivierung des EU-Katastrophenschutzmechanismus. Zugesagt wurden nach seinen Angaben zwei Löschflugzeuge aus Kroatien, zwei aus Portugal sowie schwere Transporthubschrauber aus Tschechien und der Slowakei. Spanien beantragte ebenfalls europäische Unterstützung; die EU-Kommission kündigte die Entsendung von vier Löschflugzeugen an. Die Behörden beider Länder führen die ungewöhnlich heftige Brandsaison auf eine langanhaltende Hitzewelle, starke Winde und ausgetrocknete Böden nach einem regenreichen Frühjahr zurück. Wissenschaftler verweisen auf den Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Bislang sind bei den aktuellen Bränden in Spanien und Frankreich keine weiteren Todesopfer zu beklagen. Zwei Feuerwehrleute kamen jedoch Anfang der Woche bei einem Einsatz nahe dem Flughafen Bordeaux ums Leben, und in Spanien starben in diesem Jahr insgesamt 13 Menschen bei Waldbränden. Die Brände westlich von Madrid sind nach Aussage des Regionalpräfekten „außer Kontrolle“; zwei der drei Feuer drohen sich zu vereinigen. In Frankreich sagte Minister Nuñez, die Lage bleibe angesichts des starken Windes „sehr angespannt“. Die Evakuierungen und Löscharbeiten dauern an.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
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| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Situation ist eine Naturkatastrophe beispiellosen Ausmaßes, die dringende internationale Aufmerksamkeit und koordinierte Reaktion erfordert.
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