
Vozinhas Sternstunde: Kap Verdes Keeper hält Spanien auf und bewegt die US-Politik
Nach dem historischen 0:0 gegen Spanien wurde der 40-jährige Torwart zur globalen Sensation – und seine Mutter erhielt dank politischer Intervention ein Visum für die nächste Partie.
Mit sieben parierten Torschüssen und der Auszeichnung zum Spieler des Spiels hat Josimar „Vozinha“ Dias das erste WM-Spiel der Geschichte Kap Verdes geprägt. Gegen den Europameister Spanien hielt der 40-jährige Torhüter am 15. Juni in Atlanta ein 0:0 fest und sicherte den Blauhaien einen historischen Punkt. Die spanische Offensive um Ferran Torres fand in Vozinha ihren Meister; jeder Abschluss auf das Tor wurde vom kapverdischen Schlussmann entschärft.
Nach dem Abpfiff flossen Tränen – nicht nur der Rührung über die eigene Leistung, sondern weil seine Mutter Ana Candida Évora nicht im Stadion sein konnte. Sie hatte wegen der unter der Regierung Trump verschärften Einreisebestimmungen und der damit verbundenen Kosten kein Visum für die USA erhalten. Vozinhas Großeltern, die ihn aufgezogen hatten, waren bereits verstorben. Seine Worte vor den Kameras gingen viral und lösten eine transatlantische Reaktion aus: Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, selbst mit kapverdischen Wurzeln, wandte sich an Außenminister Marco Rubio. Das State Department beschleunigte das Verfahren, und am 19. Juni landete Évora in den Vereinigten Staaten. Sie wird am Sonntag im Hard Rock Stadium von Miami auf der Tribüne sitzen, wenn Kap Verde auf Uruguay trifft.
Parallel dazu explodierte Vozinhas Popularität in den sozialen Netzwerken. Vor dem Spanien-Spiel folgten ihm auf Instagram rund 50.000 Nutzer; vier Tage später waren es 14 Millionen. Seine Beiträge erzielen Millionen von Likes, die Kommentarspalten füllen sich in Dutzenden Sprachen. Der Torhüter selbst, derzeit ohne Verein nach dem Auslaufen seines Vertrags beim portugiesischen Zweitligisten Chaves, bemüht sich um Gelassenheit. „Ich versuche, so wenig Zeit wie möglich am Telefon und in den sozialen Medien zu verbringen“, sagte er in Miami. „Ich bin hier wegen der Nationalmannschaft, wegen des Fußballs, wegen der Weltmeisterschaft.“ Er bat die Journalisten, wieder über Sport zu sprechen.
In Kap Verde ist Vozinha über Nacht zu einer nationalen Ikone geworden. Auf einer Uferpromenade wurde ein riesiges Porträt des Keepers aufgehängt, Menschenmengen feierten ihn. Der Bruder Davidson Évora, selbst Torwart, sprach von einem Leben, das sich „von einem Tag auf den anderen“ verändert habe. Der Fokus richtet sich nun auf die zweite Gruppenpartie gegen Uruguay. Mit dem Punkt gegen Spanien haben die Blauhaie eine unerwartet günstige Ausgangslage. Ein weiterer Punktgewinn oder gar ein Sieg gegen den zweimaligen Weltmeister würde die Chance auf das Achtelfinale erheblich steigern. Vozinha weiß: „Wir sind ein kleines Land, eine kleine Nationalmannschaft, aber wir haben viel Qualität und sind ehrgeizig.“
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 4 Sprachen
Die Geschichte handelt von einer viralen Sensation: Nach dem Spiel gegen Spanien schnellten Vozinhas Instagram-Follower auf 14 Millionen hoch, mit Millionen von Likes und Hunderttausenden von Kommentaren. Der Fokus liegt ganz auf den Metriken und der Reichweite des Social-Media-Phänomens, das weiter wächst.
Vozinha ist glücklich, dass seine Mutter ein US-Visum erhalten hat und ihn gegen Uruguay spielen sehen kann, aber er spricht lieber über Fußball. Nach dem historischen 0:0 gegen Spanien war er zu Tränen gerührt, weil seine Großeltern, die ihn großgezogen haben, verstorben sind und seine Mutter nicht dabei sein konnte.
Verwandte Artikel
Güterzugkollision in München: Ein Toter, zwei Waggons stürzen von Brücke
11 Sprachen · 20 Quellen
SportPionier des neuen Mundschutz-Verbots: Almiron sieht historischen Platzverweis
7 Sprachen · 25 Quellen
SportCunha-Doppelpack und Vinícius-Tor: Brasilien siegt 3:0 gegen Haiti
6 Sprachen · 23 Quellen