
Vom Klassenzimmer ins WM-Endspiel: Luis de la Fuente und Lionel Scaloni, der Lehrer und sein Schüler
Im Finale der Weltmeisterschaft 2026 treffen mit Spanien und Argentinien zwei Trainer aufeinander, deren Karrieren ohne Umweg über den Vereinsfußball an die Spitze führten – und die eine gemeinsame Vergangenheit in einem Madrider Lehrsaal verbindet.
Wenn an diesem Sonntag im MetLife Stadium von New Jersey der Weltmeister gekürt wird, stehen sich nicht nur zwei der stärksten Nationalmannschaften der vergangenen Jahre gegenüber. An den Seitenlinien begegnen sich Luis de la Fuente und Lionel Scaloni – ein Lehrer und sein einstiger Schüler. Neun Jahre nachdem der Argentinier in der Ciudad del Fútbol von Las Rozas bei Madrid die UEFA-Pro-Lizenz erwarb und dabei in Taktik und Spielsystemen von de la Fuente unterrichtet wurde, entscheiden sie nun über den Titel. Aus dem damaligen Kurs, in dem Scaloni als einer der fünf Jahrgangsbesten abschnitt, ist eine Freundschaft erwachsen, die beide vor dem Finale mit gegenseitigen Respektbekundungen unterstrichen.
Die Parallelen in den Werdegängen der beiden ehemaligen Außenverteidiger sind auffällig. De la Fuente, einst beim Athletic Bilbao und später beim Deportivo Alavés aktiv, begann seine Trainerlaufbahn in der sechsten spanischen Liga und betreute danach Jugendauswahlen des Verbandes, ehe er im Dezember 2022 nach dem Aus in Katar die A-Nationalmannschaft übernahm. Scaloni, der seine aktive Karriere unter anderem bei Deportivo La Coruña und in der Serie A ausklingen ließ, arbeitete als Assistent von Jorge Sampaoli und Interimstrainer der U20 Argentiniens, bevor ihm nach der WM 2018 übergangsweise die Albiceleste anvertraut wurde. Beide hatten zuvor nie einen Verein in einer ersten Liga trainiert, beide mussten anfängliche Skepsis überwinden – und beide antworteten mit Titeln: de la Fuente gewann die Nations League 2023 und die Europameisterschaft 2024, Scaloni führte Argentinien zu zwei Copa-América-Triumphen, der Finalissima 2022 und dem Weltmeistertitel in Katar.
Der Weg ins Endspiel 2026 verlief für beide Selektionen nahezu makellos. Argentinien zog mit sieben Siegen in sieben Partien in die Finalpartie ein, darunter ein 3:1 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen die Schweiz und ein 2:1 im Halbfinale gegen England. Spanien setzte sich seinerseits gegen Frankreich und England durch und erreichte das Endspiel ohne Niederlage. In den Tagen vor dem Finale zeigten sich beide Trainer betont gelassen. Scaloni sprach von einer „großartigen Mannschaft“ Spaniens und betonte, dass ihn „alles“ an diesem Gegner beschäftige. De la Fuente wiederum nannte Scaloni einen Freund und bekundete seine „Bewunderung“ für den amtierenden Weltmeister.
Für den Sieger hält dieses Finale einen Platz in den Geschichtsbüchern bereit. Scaloni könnte als zweiter Trainer nach dem Italiener Vittorio Pozzo (1934 und 1938) zwei Weltmeisterschaften in Folge gewinnen. De la Fuente stünde mit dem WM-Titel in einer Reihe mit Vicente del Bosque, dem 2010 und 2012 das Double aus Welt- und Europameisterschaft gelang – allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Dass ausgerechnet zwei Trainer, die nie im Rampenlicht des Vereinsfußballs standen, nun die Bühne des Weltfußballs unter sich aufteilen, verleiht diesem Duell eine besondere Note. Die Entscheidung fällt in East Rutherford – und mit ihr die Frage, ob der Lehrer oder der Schüler die Krone erbt.
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Argentina claims pride in Scaloni's journey from student to master, and emphasizes the personal bond with De la Fuente.
By portraying the final as a meeting of friends, the narrative humanizes the contest and shifts focus from competition to relationship.
Europe observes with historical detachment, measuring the achievements of both coaches without taking sides.
By framing the event within a context of records and precedents, emotional tension is neutralized and analysis is privileged.
Omits the narrative of the personal relationship between the two coaches, focusing solely on historical data.
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