
Tödliche Polizeischüsse in Madison: Mann stirbt nach Festnahme – Proteste in Wisconsin
Ein von Passanten gefilmter Polizeieinsatz in Madison, Wisconsin, endet tödlich: Ein Beamter schießt auf einen Mann, der ihn zuvor mit einem Messer verletzt haben soll. Die Gemeinde reagiert mit Protesten.
In Madison, Wisconsin, ist am Mittwoch ein Mann bei einem Polizeieinsatz auf offener Straße durch Schüsse eines Beamten getötet worden. Der Vorfall ereignete sich im belebten Viertel Marquette nahe dem State Capitol. Nach Angaben der Polizei war der Mann zuvor geflohen, nachdem er verdächtigt wurde, sich an geparkten Fahrzeugen zu schaffen zu machen. Bei der anschließenden Auseinandersetzung soll er ein Messer gezogen und einen Beamten verletzt haben. Der verletzte Beamte gab daraufhin drei Schüsse ab; der Mann erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Ein von Passanten aufgenommenes Handyvideo, das rasch in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, zeigt die vier beteiligten Beamten, die den Mann zu Boden drücken. Ein Beamter ruft „Taser“, doch der Einsatz des Elektroschockgeräts blieb wirkungslos. Sekunden später sind drei Schüsse zu hören. Polizeichef John Patterson bestätigte, dass ein dienstälterer Beamter geschossen habe, nachdem er durch ein Messer mit feststehender Klinge verletzt worden sei. Ein zweiter Beamter erlitt ebenfalls Verletzungen, deren Ursache unklar ist. Die Polizei veröffentlichte ein Foto des sichergestellten Messers. Die Beamten trugen keine Körperkameras.
Die ethnische Zugehörigkeit des Getöteten und der Beamten wurde von der Polizei nicht offiziell bekannt gegeben. Die Bürgerrechtsgruppe Urban Triage erklärte jedoch, bei dem Toten handele es sich um einen Schwarzen; auf dem Video sind die Beamten als weiß zu erkennen. Brandi Grayson, Leiterin der Gruppe, sprach von einem weiteren Schwarzen, der auf einer Straße Madisons gestorben sei, und kritisierte die „Grausamkeit staatlicher Gewalt“. Hunderte Menschen versammelten sich noch am Abend am Tatort, legten Blumen und Kerzen nieder und zogen zum Kapitol, wo sie „Verhaftet die Polizisten!“ skandierten. Eine Open-Air-Konzertveranstaltung wurde abgebrochen. Die demokratische Gouverneurskandidatin Fran Hong bezeichnete den Einsatz als „Exekution“. Gouverneur Tony Evers forderte Transparenz und rief zu friedlichem Protest auf.
Der Vorfall ereignete sich in derselben Straße, in der 2015 der weiße Polizist Matt Kenny den gemischtrassigen Tony Robinson erschoss – ein Fall, der wochenlange Proteste auslöste, nachdem die Staatsanwaltschaft keine Anklage erhob. Die unabhängige Untersuchung des aktuellen Falls hat die Kriminalabteilung des Justizministeriums von Wisconsin übernommen. Die vier beteiligten Beamten wurden gemäß den Richtlinien der Behörde vom Dienst suspendiert. Polizeichef Patterson bat die Öffentlichkeit, keine voreiligen Schlüsse aus dem kursierenden Videomaterial zu ziehen, da es nur eine Perspektive zeige und weiteres, nicht allgemein zugängliches Material existiere. Die Ermittlungen dauern an.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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| Israelische Presse | −0.70 | critical |
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Der Polizeichef und offizielle Quellen stellen die Schießerei als gerechtfertigte Reaktion auf einen Messerangriff während des Widerstands dar. Sie drücken ihr Mitgefühl für die Familie aus, während sie die Handlungen des Beamten verteidigen.
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