
Südkoreas Präsident Lee bittet Trump um Friedensvermittlung mit Nordkorea
Am Rande des G7-Gipfels in Évian ersuchte Lee Jae-myung den US-Präsidenten, nach dem Vorbild der Nahost-Diplomatie eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel einzuleiten.
Beim G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains hat der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung seinen amerikanischen Amtskollegen Donald Trump um eine aktive Vermittlerrolle im Konflikt mit Pjöngjang gebeten. Wie das Präsidialamt in Seoul mitteilte, erkundigte sich Trump während eines kurzen Gesprächs am Rande des Treffens nach dem Stand der innerkoreanischen Beziehungen. Lee forderte ihn daraufhin auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Nordkorea-Problems anzuführen – so wie er es im Nahen Osten getan habe. Trump signalisierte Bereitschaft und sagte zu, sich der Sache anzunehmen. Die Initiative Lees markiert eine Abkehr vom konfrontativeren Kurs seines Vorgängers Yoon Suk Yeol und setzt auf direkte Gespräche mit Pjöngjang.
Der Vorstoß erfolgt in einer Phase wachsender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Nordkorea hatte erst am vergangenen Sonntag erneut Raketentests vermeldet und treibt sein Nuklearprogramm unvermindert voran. Die diplomatischen Annäherungen zwischen Trump und Machthaber Kim Jong Un in den Jahren 2017 bis 2021 – darunter das historische Gipfeltreffen in Singapur 2018 – scheiterten letztlich an der Forderung Washingtons nach vollständiger Denuklearisierung. Trump selbst nährte jüngst Spekulationen über eine Wiederbelebung des Dialogs, als er nach der Ankündigung eines Waffenstillstandsabkommens mit Iran ein Foto seiner Begegnung mit Kim Jong Un veröffentlichte. Beobachter in Washington deuten dies als Signal, dass die Regierung nach einer Lösung im Nahen Osten nun den Fokus auf Ostasien richten könnte.
Aus Sicht der Region birgt eine erneute Vermittlung Trumps Chancen und Risiken. Seoul erhofft sich eine Stabilisierung der Halbinsel und wirtschaftliche Impulse durch eine Wiederannäherung. Pjöngjang hingegen hat wiederholt betont, sein Atomwaffenarsenal als existenzielle Versicherung nicht aufzugeben. Chinesische Analysten verweisen auf Pekings zentrale Rolle in bisherigen Verhandlungen und warnen vor einer Marginalisierung durch bilaterale US-nordkoreanische Absprachen. In Europa, insbesondere in Berlin, wird eine Eskalation in Ostasien mit Sorge betrachtet, da sie globale Lieferketten und die sicherheitspolitische Stabilität gefährden würde.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trumps persönliche Diplomatie erneut Bewegung in den festgefahrenen Konflikt bringen kann. Skeptiker verweisen auf die ungelöste Kernfrage der Denuklearisierung und das tiefe Misstrauen zwischen den Parteien. Dennoch könnte ein aufeinander abgestimmtes Vorgehen Washingtons und Seouls, eingebettet in einen multilateralen Rahmen, die Grundlage für eine schrittweise Entspannung legen. Für Deutschland und Europa bleibt die Entwicklung am 38. Breitengrad ein geopolitischer Gradmesser mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der südkoreanische Präsident bat Trump, die Nordkorea-Frage so anzugehen wie im Nahen Osten. Die Meldung ist knapp und streng sachlich.
Seoul fordert Trump dringend auf, einzugreifen, um Kim Jong Uns Wüten zu besänftigen und einen großen Krieg in Ostasien zu verhindern. Trumps persönlicher Einfluss aus früheren direkten Gipfeltreffen wird als Schlüssel zur Wiederbelebung der Diplomatie dargestellt.
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