
Südkorea stemmt 1,2 Billionen Dollar schweres Chip- und KI-Paket
Präsident Lee Jae Myung verkündet den Bau neuer Halbleiterwerke und KI-Rechenzentren, um die Marktführerschaft zu zementieren und den Südwesten des Landes wirtschaftlich zu erschließen.
Die südkoreanische Regierung hat am Montag ein Investitionspaket für die Halbleiter- und KI-Infrastruktur im Gesamtvolumen von mehr als 1.200 Billionen Won (rund 830 Milliarden Euro) angekündigt. Allein Samsung Electronics und SK Hynix wollen gemeinsam mit Zulieferern 800 Billionen Won in einen neuen Fertigungskomplex im Südwesten des Landes stecken. Hinzu kommen 1.000 Billionen Won für KI-Rechenzentren bis 2035. Die Summe entspricht mehr als zwei Dritteln des nominalen Bruttoinlandsprodukts und ist die mit Abstand größte industriepolitische Einzelmaßnahme des Landes.
Das Vorhaben verfolgt eine doppelte Strategie. Zum einen soll die bestehende Dominanz bei Speicherchips – Samsung und SK Hynix kontrollieren rund zwei Drittel des Weltmarkts – durch massive Kapazitätserweiterungen abgesichert werden. Die bestehenden Werke in der Metropolregion Seoul stoßen nach Regierungsangaben an ihre Grenzen. Zum anderen dient der neue Standort in der südwestlichen Honam-Region um Gwangju und die Provinz Jeolla dem erklärten Ziel des Präsidenten, das wirtschaftliche Gefälle zwischen der Hauptstadtregion und den strukturschwächeren Landesteilen zu verringern. Industrieminister Kim Jung-kwan sprach von einer „zweiten Halbleiter-Produktionsbasis“.
Aus Sicht der beteiligten Unternehmen bietet der Südwesten reichlich ungenutzte erneuerbare Energie, was angesichts des globalen Drucks zu sauberer Produktion als Standortvorteil gilt. Branchenexperten in Seoul verweisen jedoch auf erhebliche Hürden. Der Aufbau eines vollständigen Halbleiter-Ökosystems mit spezialisierten Zulieferern, Fachkräften und einer gesicherten Wasserversorgung könne mehr als fünf Jahre in Anspruch nehmen, gibt Lee Jong-hwan, Professor für Halbleitertechnik an der Sangmyung-Universität, zu bedenken. Die Opposition kritisiert das Projekt als politisch motiviert, da die Region bei der letzten Präsidentschaftswahl zu 85 Prozent für Lee gestimmt hatte. Der Präsident wies dies zurück und bezeichnete die Strategie als „nationale Überlebenspolitik“.
Die Regierung hat zugesagt, Genehmigungsverfahren und Bauzeiten drastisch zu verkürzen, um die Produktionskapazität rasch auszuweiten. Parallel dazu wird in Seoul eine gesellschaftliche Debatte darüber geführt, wie die enormen Gewinne aus dem KI-Boom breiter verteilt werden können. Die nächste konkrete Etappe wird die Vorlage detaillierter Bau- und Finanzierungspläne durch die Unternehmen sein, an der sich ablesen lässt, ob der Zeitplan für die ersten neuen Werke eingehalten werden kann.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Südkoreas gewaltiger 576-Milliarden-Dollar-Plan für Chips und KI wird als strategische Notwendigkeit dargestellt, um Lieferketten zu sichern und Chinas technologischem Aufstieg entgegenzuwirken. Die Investition, die sich auf neue Cluster außerhalb von Seoul konzentriert, wird sowohl als wirtschaftlicher Ausgleich als auch als entscheidender Schritt im globalen KI-Wettrüsten beschrieben.
Das 576-Milliarden-Dollar-Megaprojekt Südkoreas wird als bahnbrechende staatliche Initiative gefeiert, um die globale KI-Chipindustrie zu dominieren. Der Plan, der Investitionen in unterentwickelte Regionen lenkt, gilt als Modell einer koordinierten Industriepolitik, die technologischen Ehrgeiz mit territorialer Gerechtigkeit verbindet.
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