
Spaniens Gruppensieg in Guadalajara wird von schweren Verletzungen überschattet
Der 1:0-Erfolg gegen Uruguay sichert Platz eins, doch die Ausfälle von Yeremy Pino und Nico Williams gefährden die Offensivkraft der Iberer vor dem Achtelfinale.
Mit einem knappen 1:0 gegen Uruguay hat sich Spanien an die Spitze der Gruppe H gesetzt und ist ohne Gegentor in die Runde der letzten 32 eingezogen. Das Tor des Tages im Estadio Guadalajara fiel durch Álex Baena, der von einem folgenschweren Patzer des uruguayischen Keepers Fernando Muslera profitierte. Die Partie stand jedoch von Beginn an im Zeichen einer physisch extrem geführten Auseinandersetzung, die der amerikanische Unparteiische Ismail Elfath lange mit großer Toleranz leitete. Erst in der Nachspielzeit stellte er Agustín Canobbio nach einem rüden Einsteigen gegen Pau Cubarsí vom Platz. Luis de la Fuente lobte anschließend die Disziplin seiner Mannschaft, die sich „nicht zu den vielen Provokationen hat hinreißen lassen“ und in einem Spiel, das sie „in jeder Hinsicht an die Grenzen brachte“, bestanden habe.
Der Preis für diesen Erfolg ist hoch. Yeremy Pino, erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt, zog sich bei einem unglücklichen Sturz nach einem Körperkontakt mit Rodrigo Bentancur eine schwere Schulterverletzung zu. Der Angreifer von Crystal Palace musste die letzten Minuten mit angelegtem Arm durchstehen, weil das Wechselkontingent bereits erschöpft war. Nach der Partie bestätigte de la Fuente die Befürchtungen: „Es sieht schlecht aus, und es ist sehr wahrscheinlich, dass er für den Rest des Turniers ausfällt.“ Auch Nico Williams, der nach einer von Verletzungen geprägten Saison bei Athletic Bilbao nur 15 Minuten auf dem Rasen stand, verließ das Feld mit muskulären Beschwerden im Adduktorenbereich. Er wird in den kommenden Tagen eingehend untersucht.
Damit verschärft sich die personelle Schieflage auf den Außenbahnen dramatisch. Lamine Yamal hat nach seiner Hamstring-Verletzung noch keine 90 Minuten in den Beinen, und der junge Víctor Muñoz, Liverpools Neuzugang, wartet nach einem muskulären Rückschlag zu Beginn der Vorbereitung weiter auf seinen ersten Einsatz. De la Fuente, der in der Offensive bewusst ein knappes Aufgebot riskiert hatte, muss nun mit Ferran Torres, Baena und möglicherweise Gavi als Aushilfen auf den Flügeln improvisieren. Die Tiefe im zentralen Mittelfeld mit Pedri, Fabián Ruiz, Dani Olmo, Mikel Merino und Martín Zubimendi bleibt dagegen ein Trumpf, den der Trainer ausdrücklich hervorhob.
Spanien hat die Gruppenphase mit fünf Treffern und drei Zu-Null-Spielen abgeschlossen und die Serie ungeschlagener Partien auf 34 ausgebaut. Der Auftritt gegen Uruguay war jedoch weit von der spielerischen Leichtigkeit entfernt, die das Team bei der EM 2024 ausgezeichnet hatte. De la Fuente räumte ein, dass die Geschwindigkeit im Ballvortrag und der Spielfluss vor dem Achtelfinale dringend verbessert werden müssten. „Wir wissen, dass wir uns in solchen Spielen behaupten können, auch wenn die Leistung nicht glanzvoll war“, sagte er. „Aber im Fussball kann man nicht immer mit der Brillanz spielen, die man sich wünscht.“
Am 2. Juli trifft der Europameister im SoFi Stadium von Los Angeles auf den Zweiten der Gruppe J. Der Gegner wird zwischen Österreich und Algerien ermittelt, die am Samstagabend aufeinandertreffen. Bis dahin muss de la Fuente Lösungen für die dezimierte Offensive finden – eine Aufgabe, die über den weiteren Weg des Turnierfavoriten entscheiden könnte.
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Spanien erreichte mit einem 1:0-Sieg gegen Uruguay das Achtelfinale, aber zu einem hohen Preis. Das Turnier von Yeremy Pino scheint wegen einer Schulterverletzung beendet, und Nico Williams erlitt ein weiteres Muskelproblem, nachdem er behutsam aufgebaut worden war. Trainer De la Fuente hat nun einen Mangel an Offensivoptionen.
Spanien beendete die Gruppe mit einem hart erkämpften Sieg als Erster, doch die Verletzungen von Pino und Williams trüben den Fortschritt. Das Team hat in drei Spielen nur fünf Tore erzielt, und diese Rückschläge lassen Zweifel an den Titelambitionen aufkommen.
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