
Russlands Marineparade am Newa-Ufer fällt erneut aus
Zum zweiten Mal in Folge wird der Hauptmarineparade in St. Petersburg abgesagt – ohne Präsidentenerlass und mit Verweis auf fehlende Kapazitäten.
Der für Ende Juli geplante Hauptmarineparade in St. Petersburg wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Wie die lokale Nachrichtenseite Fontanka unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium und im Admiralstab berichtet, gibt es keinerlei Vorbereitungen für das traditionelle Großereignis. Bis Mitte Juni sei kein entsprechender Erlass des Präsidenten veröffentlicht worden, und auf den Flotten plane man keine Entsendungen in die Newa-Metropole. Ein Marinevertreter brachte die Stimmung mit den Worten auf den Punkt: „Sie verstehen selbst – es ist nicht die richtige Zeit dafür.“
Die 2017 von Wladimir Putin wiederbelebte Tradition galt als prestigeträchtige Machtdemonstration vor der Kulisse des Winterpalasts und im Kronstädter Hafen. Bereits im Vorjahr war die Parade mit Verweis auf die allgemeine Sicherheitslage abgesagt worden; der Kreml sprach damals von Priorität für den Schutz der Teilnehmer. Nun wiederholt sich das Bild: Zum zweiten Mal in Folge unterbleibt die Inszenierung, die noch 2023 mit Dutzenden Schiffen und Tausenden Soldaten Tausende Zuschauer anlockte.
Aus Moskauer Sicht spiegelt die Absage den Vorrang des Krieges in der Ukraine wider, der personelle und materielle Ressourcen bindet. Westliche Militäranalysten deuten die erneute Streichung als Anzeichen für die Überlastung der russischen Seekräfte sowie für logistische Engpässe. Dass selbst ein symbolträchtiges Ereignis ausfällt, unterstreicht aus Brüsseler und Berliner Perspektive die angespannte operative Situation der russischen Baltischen und Nordflotte – Einheiten, die sonst im Mittelpunkt der Parade standen.
Für die Zukunft stellen sich Fragen, ob das Format dauerhaft schrumpfen wird. Ohne das zentrale Spektakel verliert St. Petersburg ein touristisches Zugpferd, und die russische Marine büßt eine traditionelle Bühne für ihre Selbstvergewisserung ein. Sollte der Krieg anhalten, könnte die Parade noch länger zur Disposition stehen – ein stummes Signal der veränderten Prioritäten an der Newa.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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St. Petersburg wird zum dritten Mal in Folge die große Marineparade nicht erleben. Verteidigungsquellen melden, dass keine Befehle ergangen sind, da die Lage es nicht zulässt – ein Hinweis darauf, dass die militärischen Ressourcen anderweitig gebunden sind.
Die Marineparade in St. Petersburg ist offenbar zum dritten Mal in Folge abgesagt worden. Lokale Medien berichten unter Berufung auf anonyme Verteidigungsbeamte, dass kein Präsidialerlass unterzeichnet wurde und keine Vorbereitungen laufen.
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