
Plissees, Chintz und ein unsichtbares Brautkleid: Dior-Couture von Jonathan Anderson
Bei glühender Hitze in Paris zeigte der Designer eine skulpturale Kollektion, während das Brautkleid für Taylor Swift verborgen blieb.
In den Gärten des Musée Rodin, wo die Temperatur an diesem Montag über 30 Grad stieg, verteilte das Haus Dior Fächer an die Gäste. Sabrina Carpenter, Priyanka Chopra und Pharrell Williams saßen in der ersten Reihe, doch die Aufmerksamkeit galt zunächst einem Kleid, das niemand zu sehen bekam: dem Brautkleid, das Jonathan Anderson für Taylor Swift entworfen hatte. Drei Tage zuvor hatte die Sängerin in New York geheiratet, beide in Dior gekleidet – ein Coup für das LVMH-Haus, das sich damit gegen Chanel durchsetzte, das kurz zuvor Dua Lipa ausgestattet hatte. Anderson, seit einem Jahr künstlerischer Leiter aller Dior-Linien, versuchte an diesem Nachmittag, den Blick von der verborgenen Robe auf die Kunst zu lenken.
Seine zweite Haute-Couture-Kollektion für Dior war eine Hommage an die amerikanische Bildhauerin Lynda Benglis, die seit den späten 1960er Jahren flache Materialien durch Gießen, Knoten und Falten in dreidimensionale Objekte verwandelt. Anderson übertrug dieses Prinzip auf die Couture: Plissees in unterschiedlichen Größen, auf verschiedenste Stoffe appliziert, ließen Kleider, Mäntel und Hosen bei jeder Bewegung der Modelle ihr Volumen verändern. Ein Rock aus silberfoliierten Blütenblättern, ein trägerloses Lamékleid mit übergroßer Schleife, die charakteristische Bar-Jacke in farnfarbenem Tweed mit ausgefransten Kanten – die Stücke wirkten weniger genäht als geformt. Vier metallisch plissierte Handtaschen entstanden in Zusammenarbeit mit Benglis selbst.
Die Technik des Plissierens, die in der Couture eine lange Tradition hat und durch Issey Miyake in den 1990er Jahren revolutioniert wurde, diente hier nicht als Dekor, sondern als strukturelles Element. Anderson griff zudem auf indische Chintz-Stoffe des 18. Jahrhunderts zurück, handbemalte oder mit Holzmodeln bedruckte Baumwollgewebe, die einst den europäischen Markt eroberten und in Brasilien zum Symbol populärer Kultur wurden. Diese Referenz verband sich mit Benglis’ eigenem Indien-Aufenthalt in Ahmedabad, aus dem ihre Serie „Peacock“ hervorging. So entstand ein Dialog zwischen westlicher Kunst, asiatischem Handwerk und Pariser Savoir-faire.
Während die Modewelt noch über das unsichtbare Brautkleid rätselte – Swift hat 273 Millionen Instagram-Follower, die jeder Veröffentlichung entgegenfiebern –, setzte Anderson auf die sichtbare Transformation von Stoff. Zum Abschluss schickte er, der Couture-Tradition folgend, eine Braut heraus: ein blasses, trägerloses Säulenkleid unter einem langen Schleier aus handplissiertem Chiffon, gesäumt von gefiederten Löwenzahnsamen und gestickten Kaktusblüten. Es war das zweite Brautkleid, das Anderson in dieser Woche präsentierte – und das einzige, das fotografiert werden durfte.
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Dior triumphiert mit Anderson: Das Haus bestätigt seine Führungsposition in der Haute Couture mit einer Kollektion, die Kunst und Handwerk vereint, und die Wahl von Taylor Swift beweist die neue Richtung.
Durch die Verwendung von Superlativen und die Betonung der künstlerischen Referenzen und der Promi-Bestätigung als Validierung konstruiert der Block eine Erzählung des unvermeidlichen Erfolgs.
Der Block lässt jede kritische Perspektive auf die Kollektion oder die kommerziellen Motive hinter dem Taylor-Swift-Hochzeitskleid-Deal sowie die Tatsache, dass das Kleid nicht öffentlich gezeigt wurde, aus.
Anderson versucht, die Aufmerksamkeit auf die Couture zu lenken, nicht auf den Hochzeitsklatsch. Die Kollektion ist das eigentliche Ereignis.
Indem der Block das Hochzeitskleid als Ablenkung und die Kollektion als die substanzielle Arbeit darstellt, nutzt er einen Kontrast, um den Vorrang des Künstlerischen vor dem Kommerziellen zu behaupten.
Der Block lässt den triumphalen Empfang der Kollektion und die Bedeutung der Taylor-Swift-Bestätigung für die Markenstrategie von Dior aus.
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