
Passagier aus Fenster gesogen, Frachter setzt auf: Jüngste Luftfahrtzwischenfälle
Ein Ryanair-Flug endet mit einem Schwerverletzten, eine Kalitta-Air-Maschine touchiert die Landebahn, und eine Brussels-Airlines-Maschine kehrt um – die Ereignisse im Überblick.
Ein 61-jähriger serbischer Staatsbürger ist auf einem Flug der Ryanair-Tochter Malta Air von Thessaloniki nach Memmingen schwer verletzt worden, als er nach dem Bruch eines Kabinenfensters teilweise aus dem Flugzeug gesogen wurde. Der Vorfall ereignete sich nach übereinstimmenden Berichten griechischer und internationaler Medien am 10. Juli, kurz nach dem Start. Nach Angaben des Krankenhauses erlitt der Mann Verbrennungen durch Reibung sowie Verletzungen an Hals und Schulter; Passagiere hatten ihn festgehalten und zurück in die Kabine gezogen. Die Maschine, eine 18 Jahre alte Boeing 737-800, kehrte nach Thessaloniki zurück.
Michael O’Leary, Vorstandsvorsitzender von Ryanair, erklärte laut italienischen und amerikanischen Medien, erste Untersuchungen deuteten auf einen Fremdkörperschaden am Triebwerk hin. Das Flugzeug sei in den vergangenen zwei Jahren umfassend gewartet und überholt worden. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht den Vorfall; ein vorläufiger Bericht wird in etwa vier Wochen erwartet. Unklar bleibt, ob der Schaden tatsächlich von einem externen Objekt verursacht wurde – eine Bestätigung könnte die Haftungsfrage für Ryanair und Boeing beeinflussen. Griechische Behörden haben sich bislang nicht öffentlich zur Ursache geäußert.
Nahezu zeitgleich meldete die israelische Nachrichtenplattform Kikar HaShabbat einen weiteren Zwischenfall: Eine Frachtmaschine des US-Carriers Kalitta Air vom Typ Boeing 777-36N setzte am 19. Juli bei der Landung in Cincinnati mit dem Heck auf der Piste auf, wobei Funkenflug beobachtet wurde. Die aus Brüssel kommende Maschine führte einen Durchstartvorgang durch und landete anschließend sicher. Verletzt wurde niemand; das Flugzeug wurde für Strukturuntersuchungen stillgelegt. Am darauffolgenden Tag kehrte ein Flug der Brussels Airlines (SN278) von Accra nach Lomé wenige Minuten nach dem Start wegen eines technischen Defekts vorsorglich um. Die ghanaische Zivilluftfahrtbehörde bestätigte die sichere Landung und die Betreuung der Passagiere; die Ursache ist noch nicht ermittelt.
Für den deutschsprachigen Raum ist der Ryanair-Vorfall von besonderer Bedeutung, da der Zielflughafen Memmingen in Bayern liegt und die Maschine von einer Tochtergesellschaft der irischen Billigfluglinie betrieben wurde. Deutsche Luftfahrtbehörden haben sich zu dem Vorkommnis bislang nicht geäußert. Die Untersuchung wird von der nordmazedonischen Flugunfallkommission geleitet, da der Druckabfall im dortigen Luftraum eintrat. In allen drei Fällen dauern die Ermittlungen an; belastbare amtliche Unfallberichte stehen noch aus.
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