
Obama: Neues Iran-Abkommen kaum besser als der Atomdeal von 2015
Der ehemalige US-Präsident äußerte Zweifel an substanziellen Verbesserungen und warnte vor den Risiken einer militärischen Eskalation.
Barack Obama hat die Erwartungen an eine mögliche Einigung zwischen Washington und Teheran gedämpft. In einem Interview mit ABC News bezweifelte der frühere US-Präsident, dass ein neues Abkommen eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Atomdeal von 2015 darstellen könne. „Es ist unwahrscheinlich, dass irgendeine Vereinbarung, die jetzt zustande kommt, grundlegend anders oder deutlich besser sein wird als jene, die wir damals geschlossen haben“, sagte Obama und verwies auf den langen Verhandlungsprozess und den späteren Ausstieg der USA unter Donald Trump. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit intensiver diplomatischer Bemühungen, aber auch wachsender Spannungen im Nahen Osten.\n\nDas 2015 unterzeichnete Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) legte Irans Nuklearprogramm enge Fesseln an: Teheran verpflichtete sich, die Urananreicherung zu begrenzen und internationale Inspektionen zuzulassen, während im Gegenzug Sanktionen gelockert und eingefrorene Vermögenswerte freigegeben wurden. Aus Washingtoner Sicht handelte es sich um einen pragmatischen Kompromiss, der zwar nicht alle Forderungen erfüllte, aber einen offenen militärischen Konflikt verhinderte. Genau diesen Punkt betonte Obama nun erneut: Ein Abkommen, das 80 bis 90 Prozent der Probleme löse, sei besser als ein Krieg, zitierten ihn übereinstimmend iranische Medien. In Teheran stießen diese Aussagen auf ein geteiltes Echo – während reformorientierte Kreise die Betonung der Diplomatie begrüßten, werteten Hardliner Obamas Skepsis als Eingeständnis der Schwäche westlicher Verhandlungspositionen.\n\nIn der arabischen Welt wurde Obamas Intervention ebenfalls aufmerksam registriert. Kommentatoren in Beirut und Kairo verwiesen darauf, dass die Anrainerstaaten des Golfs ein Wiedererstarken Irans fürchten, sollte ein neues Abkommen zu weitreichenden Konzessionen führen. Israelische Sicherheitsexperten wiederum warnten, Trumps angestrebter Memorandum of Understanding könne sogar hinter den Standards von 2015 zurückbleiben, etwa wenn unentdeckte Nebenabsprachen bestünden. Ein ehemaliger Berater Netanyahus nannte das mögliche Abkommen eine „Katastrophe“ – eine Sorge, die in Jerusalem weit verbreitet ist.\n\nDie Debatte um das iranische Atomprogramm bleibt damit geprägt von tiefem Misstrauen auf allen Seiten. Während die USA und ihre Verbündeten auf eine rasche Einigung drängen, mahnen Beobachter in Europa zur Vorsicht. Aus Sicht Berlins und Wiens wäre ein erneuerter Deal ohne robuste Verifikationsmechanismen kaum tragfähig. Obamas Aussagen erinnern daran, dass Diplomatie stets ein schwieriger Balanceakt bleibt – und dass die Alternative, wie er warnte, in einem verheerenden Krieg bestehen könnte, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden hätte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der ehemalige US-Präsident räumt ein, dass ein neues Abkommen mit Teheran kaum besser sein wird als der Atomdeal von 2015, den sein Land später aufgegeben hat. Iranische Berichte betonen, dass selbst eine Teillösung einem militärischen Konflikt vorzuziehen ist, was eine pragmatische Verteidigung des ursprünglichen Abkommens widerspiegelt.
Israelische Sicherheitskommentatoren warnen, dass das entstehende Abkommen Trumps mit dem Iran noch gefährlicher sein könnte als das von 2015 und möglicherweise Israels Handlungsfreiheit einschränkt. Sie argumentieren, dass ein bloßes Memorandum of Understanding als Katastrophe betrachtet werden könnte, die Teherans wahre nukleare Ambitionen nicht adressiert.
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