
Nikkei erstmals über 70.000 Punkten nach Zinserhöhung der Bank of Japan
Der Tokioter Leitindex durchbrach kurzzeitig die historische Marke, während die Notenbank den Leitzins auf 1 Prozent anhob und eine Pause bei der Reduktion von Anleihekäufen signalisierte.
Der japanische Aktienindex Nikkei 225 hat am Dienstag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 70.000 Punkten übersprungen. Im Handelsverlauf stieg das Börsenbarometer bis auf 70.020,68 Zähler, bevor es mit einem Schlussstand von 69.404,50 Punkten ein neues Rekordhoch erreichte. Auslöser der Kursgewinne war die erwartete Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ), die den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 1,0 Prozent anhob – das höchste Niveau seit 31 Jahren. Die Notenbank signalisierte jedoch keine Eile für weitere Straffungen und kündigte zugleich an, die Reduzierung ihrer umfangreichen Anleihekäufe erst im April 2027 zu beginnen. Diese vorsichtige Gangart dämpfte den Renditeanstieg bei japanischen Staatsanleihen und ließ den Yen auf rund 160 je Dollar abrutschen, ein Niveau, das in Tokio als potenzielle Interventionsschwelle gilt.
Die Entwicklung in Tokio vollzog sich vor dem Hintergrund einer insgesamt verhaltenen Stimmung an den asiatischen Märkten. Die anfängliche Euphorie über eine vorläufige Einigung zwischen Washington und Teheran im Atomstreit war bereits abgeklungen. Reedereien in Asien und Europa warnten, dass es Wochen dauern könne, bis das Vertrauen in eine sichere Passage durch die Straße von Hormus wiederhergestellt sei. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans tendierte kaum verändert, während der Ölpreis für Brent-Rohöl nur moderat zulegte. Südkoreanische Titel führten die regionalen Gewinne an, der Shanghai Composite trat nahezu auf der Stelle.
Aus Tokioter Sicht überwog die Erleichterung, dass die BoJ keine hawkishe Überraschung lieferte. „Die Anleger hatten am Morgen noch abgewartet, doch nach der Entscheidung breitete sich ein Gefühl der Beruhigung aus“, hieß es in Handelskreisen. Der breiter gefasste Topix-Index gab hingegen um 0,2 Prozent nach, was die gespaltene Marktlage unterstreicht. Beobachter in Europa verwiesen auf die anhaltende Yen-Schwäche, die Carry-Trade-Strategien begünstigt, aber auch die Gefahr von Währungsinterventionen erhöht. Aus Washingtoner Sicht verblasste der Optimismus über den Iran-Deal rasch, da wesentliche Details noch fehlten und die Umsetzung ungewiss blieb.
Der Zinsschritt auf 1,0 Prozent markiert einen symbolträchtigen Meilenstein, doch die realen Leitzinsen bleiben tief negativ. Die BoJ hält an ihrer expansiven Grundhaltung fest und will eine abrupte Straffung vermeiden, um die konjunkturelle Erholung nicht zu gefährden. Für den weiteren Jahresverlauf richten sich die Blicke auf die Lohn- und Inflationsdaten, die über das Tempo künftiger Zinserhöhungen entscheiden dürften. Sollte die US-Notenbank ihre Zinsen länger hoch halten, könnte der Yen weiter unter Druck geraten und den Nikkei stützen – allerdings um den Preis steigender Importkosten und wachsender politischer Spannungen. Der kurze Ausflug über 70.000 Punkte zeigt das Potenzial des japanischen Aktienmarktes, doch die Zurückhaltung im breiten Markt mahnt zur Vorsicht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Nikkei 225 überschritt erstmals kurz die Marke von 70.000 Punkten, angetrieben von der erwarteten Zinserhöhung der Bank of Japan. Er schloss auf einem neuen Rekordhoch, während der breitere TOPIX leicht nachgab. Die Marktreaktion verlief ruhig und im Einklang mit den Prognosen.
Der Nikkei überschritt 70.000 Punkte, nachdem die BoJ beschloss, die Reduzierung ihrer Anleihekäufe bis 2027 auszusetzen und die Zinsen auf 1 % anzuheben, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Der Yen schwächte sich ab, und die Schritte waren weithin erwartet worden. Die Entscheidung unterstreicht den vorsichtigen Ansatz der Zentralbank.
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