
Neymar fehlt Brasilien auch gegen Haiti – Ancelotti vor Bewährungsprobe
Trotz Trainingsfortschritten bleibt der Superstar in New Jersey; die Seleção muss nach dem Remis gegen Marokko zwingend gewinnen, während Haiti auf eine historische Sensation hofft.
Die Nachricht, dass Neymar auch für das zweite Gruppenspiel Brasiliens bei der Weltmeisterschaft 2026 ausfällt, bestimmt die Vorberichterstattung vor der Partie am Freitagabend in Philadelphia. Der 34-jährige Angreifer, der seit einem Muskelfaserriss in der rechten Wade vom 17. Mai pausiert, reist nicht mit der Delegation nach Pennsylvania, sondern bleibt zur Optimierung der letzten Reha-Phase in New Jersey. Zwar hatte er in dieser Woche erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert und an einem „Rondo“ teilgenommen, doch die medizinische Abteilung des brasilianischen Verbandes CBF und Trainer Carlo Ancelotti setzen auf äußerste Vorsicht. Ein verfrühter Einsatz könnte die Genesung gefährden; die Priorität liegt auf der Verfügbarkeit für die K.-o.-Runde.
Für die Seleção wird die Begegnung mit dem karibischen Außenseiter zur richtungsweisenden Bewährungsprobe. Das enttäuschende 1:1 gegen Marokko zum Auftakt hat in Brasilien eine Debatte über die spielerische Identität des Teams entfacht. Ancelotti konterte in der Pressekonferenz gelassen, er wünsche sich gerade keine eindeutige Identität, sondern ein Team, das viele Facetten beherrsche – von tiefem Verteidigen bis zu aggressivem Pressing. Gleichwohl deuten Trainingsbeobachtungen auf personelle Korrekturen hin: Danilo dürfte auf die rechte Abwehrseite rücken, im Mittelfeld könnte Fabinho den gegen Marokko blassen Casemiro ersetzen, und im Sturmzentrum konkurrieren Matheus Cunha und der von den Fans geforderte Endrick um den Platz neben Vinícius Júnior. Brasilianische Kommentatoren sehen Endrick zunächst auf der Bank, während Ancelotti dem 19-Jährigen außergewöhnliches Talent attestiert, aber mahnt: „Wir müssen den richtigen Moment abwarten.“
Auf der Gegenseite nährt Haiti die Hoffnung auf eine der größten Überraschungen dieses Turniers. 52 Jahre nach der einzigen bisherigen WM-Teilnahme 1974 in Deutschland zeigte die Mannschaft von Sébastien Migné bei der knappen 0:1-Niederlage gegen Schottland eine respektable Leistung und war statistisch das Team mit den meisten Torschüssen der ersten Runde. Stürmer Frantzdy Pierrot, der in England bei Wolverhampton unter Vertrag steht, kündigte an, man werde Brasilien „das Leben schwer machen“. Migné, der die Auswahl aufgrund der chaotischen Sicherheitslage in Haiti aus der Ferne führt, sprach von einer „historischen Chance“ und appellierte an den Stolz der Bevölkerung. In brasilianischen Medien wurde zudem an den „Jogo da Paz“ von 2004 erinnert, als eine von Ronaldinho angeführte Seleção in Port-au-Prince ein Freundschaftsspiel austrug, das mitten im Bürgerkrieg Waffen gegen Eintrittskarten tauschen ließ – eine Verbundenheit, die nun für 90 Minuten ruht.
Internationale Beobachter sehen Brasilien unter erheblichem Zugzwang. Argentinische Medien wie Clarín betonen, die Canarinha sei „obligada a sumar de a tres“, und die FIFA-Weltrangliste weist zwischen dem drittplatzierten Brasilien und dem 83. Haitis die größte Differenz aller Gruppenspiele aus. Doch die bisherigen Überraschungen des Turniers – etwa Spaniens Remis gegen Kanada oder Portugals Unentschieden gegen den Kongo – mahnen zur Vorsicht. Ein Sieg ist Pflicht, um nicht vor dem letzten Gruppenspiel gegen Schottland am 24. Juni in Miami in eine prekäre Lage zu geraten. Für jenes Duell könnte Neymar zumindest als Joker zurückkehren. Ancelotti fordert von seiner Mannschaft Resilienz – nun muss sie sich auf dem Platz materialisieren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Während Neymar wegen einer Wadenverletzung in der Gruppenphase fehlt, steht Brasiliens Team nach einem enttäuschenden Unentschieden unter Druck und Kritik. Die Ankündigung einer fünften Tochter rückt sein Privatleben erneut ins Rampenlicht, mit Social-Media-Kontroversen und Ablenkungen. Das Team muss ohne seinen Star Lösungen finden, doch Ablenkungen gibt es reichlich.
Neymar bereitet den Fans Freude mit der Ankündigung, dass er und Bruna Biancardi ein Mädchen erwarten, ihr drittes gemeinsames Kind. Das Gender-Reveal-Video ging viral, und der Fußballer scherzte über die Gründung einer Band mit seinen Töchtern. Die Weltmeisterschaft tritt hinter dieser glücklichen Familienbotschaft zurück.
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