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SportDienstag, 23. Juni 2026

Infantino verteidigt Trinkpausen: „Kein zusätzlicher Dollar für die FIFA“

Die obligatorischen Hydration Breaks bei der WM 2026 stoßen auf breite Kritik – FIFA-Präsident Infantino weist finanzielle Interessen zurück und verweist auf Gesundheitsschutz und Chancengleichheit.

Gianni Infantino hat sich erstmals ausführlich zu den umstrittenen Trinkpausen geäußert, die das Gesicht der Weltmeisterschaft 2026 prägen. In einer Stellungnahme am Mittwoch und einem Interview mit der Nachrichtenagentur EFE in Beverly Hills verteidigte der FIFA-Präsident die obligatorischen Unterbrechungen in der 22. und 67. Minute jeder Partie. „Der Hauptgrund ist die Hitze“, sagte Infantino, doch entscheidend sei die Gleichheit der Bedingungen: Es wäre nicht hinnehmbar, wenn ein Trainer nur wegen höherer Temperaturen taktische Anpassungen vornehmen könne, ein anderer aber nicht. Deshalb würden die Pausen unabhängig von Wetter, Überdachung oder Tageszeit in allen 104 Spielen durchgeführt. Infantino betonte zudem, die FIFA erziele „keinen zusätzlichen Dollar“ aus den Pausen, da sämtliche Vermarktungsverträge lange vor der Regeländerung unterzeichnet worden seien. Es handele sich um eine „rein sportliche Angelegenheit“.

Die dreiminütigen Stopps, die das Spiel faktisch in vier Viertel teilen, haben von Beginn an heftigen Widerspruch ausgelöst. Englands Trainer Thomas Tuchel erklärte, die Pause „unterbricht und verändert die Identität des Fußballspiels“. Uruguays Coach Marcelo Bielsa sah gar den „grundlegenden Charakter“ der Sportart beschnitten. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente und der niederländische Kapitän Virgil van Dijk äußerten Verständnis für Hitzeschutz, hinterfragten aber die Notwendigkeit in klimatisierten Stadien oder bei Regen – so etwa beim Spiel Ghana gegen Panama in Toronto, das bei strömendem Regen unterbrochen wurde. In den Stadien quittieren die Zuschauer die Pflichtpausen mit lautstarken Pfiffen; in einigen Arenen setzt die FIFA DJ-Sets ein, um den Unmut zu übertönen. Spieler wie der US-Verteidiger Antonee Robinson berichteten, Schiedsrichter hätten sie am vorzeitigen Wiederanpfiff gehindert mit dem Hinweis, die Werbepause laufe noch.

Die kommerzielle Dimension ist der eigentliche Kern der Debatte. Die FIFA gestattet den Rundfunkanstalten, ab zwanzig Sekunden nach dem Pfiff bis dreißig Sekunden vor Wiederbeginn Werbespots zu platzieren. Daraus ergeben sich pro Partie bis zu vier Minuten und zwanzig Sekunden zusätzliche Werbezeit, über das gesamte Turnier summiert auf mehr als siebeneinhalb Stunden. In den USA, wo Unterbrechungen aus NBA, NFL und MLB kulturell vertraut sind, verlangt Fox Sports nach Branchenangaben zwischen 200.000 und 750.000 Dollar für einen dreißigsekündigen Spot; allein die Trinkpausen könnten dem Sender über 250 Millionen Dollar einbringen. Weltweit schätzt Rob di Gisi, Professor für Sportmanagement an der Wharton School der University of Pennsylvania, das Gesamtvolumen auf bis zu eine Milliarde Dollar. Der spanischsprachige US-Sender Telemundo hingegen verzichtet bewusst auf Werbung und zeigt stattdessen Bilder aus dem Stadion – „wir bevorzugen den traditionellen Weg“, so der Kommentator. In Europa, Asien und Lateinamerika nutzen die meisten Rechteinhaber die Fenster für kommerzielle Botschaften, was den Vorwurf einer schleichenden „Amerikanisierung“ des Fußballs nährt.

Die sportlichen Auswirkungen sind bereits messbar. Eine Analyse der spanischen Zeitung El País ergab, dass in 78 Prozent der ersten 28 Partien die Mannschaft, die vor der Pause im Angriff war, nach dem Stopp den Schwung verlor und in die Defensive gedrängt wurde. Trainer wie Argentiniens Lionel Scaloni beklagen, die ständigen Unterbrechungen kämen „dem theoretisch schwächeren Team“ entgegen und machten das Spiel „unnatürlich“. Infantino hält dem entgegen, die Intensität der Begegnungen sei ungebrochen; die Spieler attackierten bis zur letzten Sekunde, vielleicht gerade dank der kurzen Erholung. Die FIFA werde nach dem Turnier prüfen, ob die Pausen künftig beibehalten werden. Für den Moment bleibt die Vierteilung des Fußballs eine der prägendsten Kontroversen dieser WM – mit offenem Ausgang für die Zukunft des Regelwerks.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Südostasiatische PresseArabische Golfpresse
Südostasiatische Presse
SkepsisPragmatismus

Die Trinkpausen spalten die Meinungen: Die FIFA führte sie zum Schutz der Spieler ein, doch Kritiker bemängeln, dass die dreiminütigen Unterbrechungen vor allem den Sendern Werbeplätze verschaffen. Tuchel räumte ein, dass die Auswirkungen auf den Spielfluss und die Identität des Fußballs größer sind als zunächst gedacht.

Arabische Golfpresse
AlarmSkepsis

Die verpflichtenden Trinkpausen bremsen den Schwung der WM 2026 und entfachen eine Debatte zwischen Gesundheit und Unterhaltung. Fans und Trainer sind gespalten über eine Regel, die zum Hitzeschutz gedacht ist, aber den Spielfluss zerstückeln und den TV-Anforderungen entgegenkommen könnte.

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Dienstag, 23. Juni 2026

Infantino verteidigt Trinkpausen: „Kein zusätzlicher Dollar für die FIFA“

Die obligatorischen Hydration Breaks bei der WM 2026 stoßen auf breite Kritik – FIFA-Präsident Infantino weist finanzielle Interessen zurück und verweist auf Gesundheitsschutz und Chancengleichheit.

Gianni Infantino hat sich erstmals ausführlich zu den umstrittenen Trinkpausen geäußert, die das Gesicht der Weltmeisterschaft 2026 prägen. In einer Stellungnahme am Mittwoch und einem Interview mit der Nachrichtenagentur EFE in Beverly Hills verteidigte der FIFA-Präsident die obligatorischen Unterbrechungen in der 22. und 67. Minute jeder Partie. „Der Hauptgrund ist die Hitze“, sagte Infantino, doch entscheidend sei die Gleichheit der Bedingungen: Es wäre nicht hinnehmbar, wenn ein Trainer nur wegen höherer Temperaturen taktische Anpassungen vornehmen könne, ein anderer aber nicht. Deshalb würden die Pausen unabhängig von Wetter, Überdachung oder Tageszeit in allen 104 Spielen durchgeführt. Infantino betonte zudem, die FIFA erziele „keinen zusätzlichen Dollar“ aus den Pausen, da sämtliche Vermarktungsverträge lange vor der Regeländerung unterzeichnet worden seien. Es handele sich um eine „rein sportliche Angelegenheit“.

Die dreiminütigen Stopps, die das Spiel faktisch in vier Viertel teilen, haben von Beginn an heftigen Widerspruch ausgelöst. Englands Trainer Thomas Tuchel erklärte, die Pause „unterbricht und verändert die Identität des Fußballspiels“. Uruguays Coach Marcelo Bielsa sah gar den „grundlegenden Charakter“ der Sportart beschnitten. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente und der niederländische Kapitän Virgil van Dijk äußerten Verständnis für Hitzeschutz, hinterfragten aber die Notwendigkeit in klimatisierten Stadien oder bei Regen – so etwa beim Spiel Ghana gegen Panama in Toronto, das bei strömendem Regen unterbrochen wurde. In den Stadien quittieren die Zuschauer die Pflichtpausen mit lautstarken Pfiffen; in einigen Arenen setzt die FIFA DJ-Sets ein, um den Unmut zu übertönen. Spieler wie der US-Verteidiger Antonee Robinson berichteten, Schiedsrichter hätten sie am vorzeitigen Wiederanpfiff gehindert mit dem Hinweis, die Werbepause laufe noch.

Die kommerzielle Dimension ist der eigentliche Kern der Debatte. Die FIFA gestattet den Rundfunkanstalten, ab zwanzig Sekunden nach dem Pfiff bis dreißig Sekunden vor Wiederbeginn Werbespots zu platzieren. Daraus ergeben sich pro Partie bis zu vier Minuten und zwanzig Sekunden zusätzliche Werbezeit, über das gesamte Turnier summiert auf mehr als siebeneinhalb Stunden. In den USA, wo Unterbrechungen aus NBA, NFL und MLB kulturell vertraut sind, verlangt Fox Sports nach Branchenangaben zwischen 200.000 und 750.000 Dollar für einen dreißigsekündigen Spot; allein die Trinkpausen könnten dem Sender über 250 Millionen Dollar einbringen. Weltweit schätzt Rob di Gisi, Professor für Sportmanagement an der Wharton School der University of Pennsylvania, das Gesamtvolumen auf bis zu eine Milliarde Dollar. Der spanischsprachige US-Sender Telemundo hingegen verzichtet bewusst auf Werbung und zeigt stattdessen Bilder aus dem Stadion – „wir bevorzugen den traditionellen Weg“, so der Kommentator. In Europa, Asien und Lateinamerika nutzen die meisten Rechteinhaber die Fenster für kommerzielle Botschaften, was den Vorwurf einer schleichenden „Amerikanisierung“ des Fußballs nährt.

Die sportlichen Auswirkungen sind bereits messbar. Eine Analyse der spanischen Zeitung El País ergab, dass in 78 Prozent der ersten 28 Partien die Mannschaft, die vor der Pause im Angriff war, nach dem Stopp den Schwung verlor und in die Defensive gedrängt wurde. Trainer wie Argentiniens Lionel Scaloni beklagen, die ständigen Unterbrechungen kämen „dem theoretisch schwächeren Team“ entgegen und machten das Spiel „unnatürlich“. Infantino hält dem entgegen, die Intensität der Begegnungen sei ungebrochen; die Spieler attackierten bis zur letzten Sekunde, vielleicht gerade dank der kurzen Erholung. Die FIFA werde nach dem Turnier prüfen, ob die Pausen künftig beibehalten werden. Für den Moment bleibt die Vierteilung des Fußballs eine der prägendsten Kontroversen dieser WM – mit offenem Ausgang für die Zukunft des Regelwerks.

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Die verpflichtenden Trinkpausen bremsen den Schwung der WM 2026 und entfachen eine Debatte zwischen Gesundheit und Unterhaltung. Fans und Trainer sind gespalten über eine Regel, die zum Hitzeschutz gedacht ist, aber den Spielfluss zerstückeln und den TV-Anforderungen entgegenkommen könnte.

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