
Massensturz überschattet Merliers dritten Etappensieg – Gaviria mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch
Auf der zwölften Etappe der Tour de France gewinnt Tim Merlier den Sprint, doch ein Sturz 350 Meter vor dem Ziel reißt Fernando Gaviria aus dem Rennen und sorgt für bange Momente.
Der belgische Sprinter Tim Merlier hat am Donnerstag die zwölfte Etappe der Tour de France 2026 gewonnen und damit seinen dritten Tagessieg in dieser Rundfahrt eingefahren. Auf dem 179,1 Kilometer langen Teilstück vom Circuit Nevers Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône setzte er sich im Massensprint vor Olav Kooij und Jasper Philipsen durch. Überschattet wurde der Zieleinlauf von einem schweren Massensturz rund 350 Meter vor der Linie, als das Feld mit annähernd 70 Kilometern pro Stunde auf die Zielgerade einbog. Der Kolumbianer Fernando Gaviria, der sich in aussichtsreicher Position für den Sprint befand, kollidierte mit dem Belgier Vlad Van Mechelen, der kurz zuvor die Spur gewechselt hatte, und stürzte hart auf den Asphalt. Die Rennjury wertete das Manöver als regelwidrig und setzte Van Mechelen in der Tageswertung vom 17. auf den 144. Platz zurück.
Gaviria überquerte die Ziellinie nur mit Hilfe eines Teamkollegen, sichtlich gezeichnet und mit einer blutenden Wunde am Bein. Aus dem kolumbianischen Lager kamen rasch besorgte Töne: Juan Manuel Hernández, der Manager des Rennstalls Caja Rural, sprach gegenüber ESPN von einem „sehr schlechten Eindruck“ und dem Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch. „Es ist ziemlich traurig. Wir hatten diese Gelegenheit und glaubten, es sei die vorletzte für Fernando. Er kam mit viel Lust, und es ist eine Schande“, sagte Hernández. Gaviria, der in den Tagen zuvor wieder zu den schnellen Leuten aufgeschlossen hatte, wollte sich zunächst nicht äußern und begab sich umgehend in medizinische Behandlung. Auch der Gesamtführende Tadej Pogačar, einst Teamkollege Gavirias, äußerte seine Hoffnung, dass der Kolumbianer bald wieder auf dem Rad sitze.
Für die deutschen Fahrer verlief der Sturz glimpflich, doch die Nähe zum Geschehen hinterließ Spuren. Pascal Ackermann, der unmittelbar neben der Unfallstelle fuhr, sagte: „Ich zittere jetzt noch. Der Sturz ist genau neben mir passiert.“ Max Kanter und Felix Engelhardt blieben ebenfalls unversehrt. Georg Zimmermann, der am Vortag nach einem Sturz an der Verpflegungsstelle mit acht Stichen am Kinn genäht worden war, erreichte das Ziel zeitgleich mit dem Sieger auf Rang 133. Florian Lipowitz, der Kapitän des deutschen Red-Bull-Teams, wahrte als Sechster der Gesamtwertung seine Podestchancen und sorgte mit einer verfehlten Trinkflaschen-Wurfaktion für eine heitere Note: „Deshalb habe ich mit Biathlon aufgehört“, kommentierte er die Szene.
In der Gesamtwertung änderte sich auf dem flachen Profil nichts. Pogačar führt weiter mit 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard und 4:06 Minuten vor Remco Evenepoel. Der Mexikaner Isaac del Toro, Teamkollege Pogačars, belegte im Tagesklassement Rang 59 und verteidigte seinen siebten Gesamtrang mit 5:08 Minuten Rückstand. In der Nachwuchswertung liegt er 46 Sekunden hinter dem Spanier Juan Ayuso, der ihm das Weiße Trikot abgenommen hat. Bester Kolumbianer bleibt Egan Bernal auf Platz elf.
Die 13. Etappe führt am Freitag über 205,8 Kilometer von Dole nach Belfort und markiert den Übergang ins Mittelgebirge. Mit dem Anstieg zum Ballon d’Alsace und weiteren Rampen in den Vogesen steht die längste Etappe der diesjährigen Tour bevor – ein Terrain, das den Ausreißern entgegenkommen dürfte und die Favoriten vor die erste ernsthafte Bewährungsprobe in den Bergen stellt.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
Lateinamerika solidarisiert sich mit Fernando Gaviria, verurteilt die grausame Fügung des Schicksals, die einen der Seinen getroffen hat, und feiert leise die Widerstandsfähigkeit von Isaac del Toro.
Durch wiederholte Betonung von Gavirias persönlicher Geschichte und der 'Pech'-Erzählung macht der Block den Sturz zu einem Unrecht statt zu einem normalen Rennvorfall und appelliert an die regionale Identität.
Der Block lässt aus, dass viele andere Sprinter ebenfalls stürzten und dass der Sieger Tim Merlier dem Haufen auswich, und konzentriert sich ausschließlich auf die lateinamerikanischen Opfer.
Europa feiert Tim Merliers Hattrick an Etappensiegen, stellt den Sturz als unglücklichen, aber üblichen Teil von Sprintankünften dar und bekräftigt Pogacars Dominanz.
Indem der Block Merliers Leistung in den Vordergrund stellt und eine neutrale Rennberichtssprache verwendet, normalisiert er den Sturz als vorhersehbare Gefahr und lenkt die Aufmerksamkeit von individuellen Tragödien ab.
Der Block lässt die persönlichen Auswirkungen auf Gaviria und die Möglichkeit, dass seine Tour enden könnte, aus und konzentriert sich stattdessen auf die Konstanz des Siegers und die Gesamtwertung.
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