
Israels 50-Millionen-Dollar-Offensive zur Meinungslenkung in den USA
Laut einem Bericht des Wall Street Journal setzt die israelische Regierung auf KI-generierte Botschaften, Influencer und konservative Medien, um die schwindende Zustimmung in der amerikanischen Bevölkerung umzukehren.
Die israelische Regierung hat im Rahmen einer Einflusskampagne in den Vereinigten Staaten mindestens 50 Millionen Dollar ausgegeben. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, wurden sechs US-Firmen beauftragt, die öffentliche Meinung zugunsten Israels zu verändern. Hintergrund ist eine deutliche Verschlechterung des Israel-Bildes in der amerikanischen Gesellschaft: Einer Erhebung des Pew Research Center vom März zufolge sehen 60 Prozent der Erwachsenen das Land negativ, unter jungen Amerikanern zwischen 18 und 29 Jahren sind es sogar 75 Prozent. Aus Washingtoner Regierungskreisen wurde derweil bestätigt, dass Präsident Trump mit der Einschätzung übereingehe, Israel versuche – gemeinsam mit anderen ausländischen Staaten –, die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen.
Die Kampagne setzt nach WSJ-Angaben auf ein ganzes Arsenal digitaler Werkzeuge. Über die Gruppe »Friends for Peace« werden KI-generierte Textnachrichten an US-Bürger versandt, die etwa die Frage stellen, wie sich amerikanisch-israelische Friedensgespräche mit Iran auf die globale Sicherheit auswirkten. Antworten werden von Chatbots weiterverarbeitet. Gleichzeitig werden konservative wie liberale Medien mit PR-Material bespielt, und Influencer wie Yoav Davis, dessen Marketingfirma einen Vertrag mit Israel über die Zusammenarbeit mit »Meinungsmachern« hält, verbreiten Botschaften in sozialen Netzwerken. Brad Parscale, ehemaliger Wahlkampfmanager Trumps und heute Stratege bei Salem Media, einem konservativ-christlichen Medienkonglomerat, erhielt über seine Firma Clock Tower X mehr als 45 Millionen Dollar. Laut Time Magazine sollte seine Kampagne monatlich mindestens 50 Millionen digitale Impressionen erzielen und über speziell erstellte Webseiten auch die Antworten von KI-Systemen wie ChatGPT oder Claude im pro-israelischen Sinne beeinflussen.
In der amerikanischen Innenpolitik fällt die Operation in eine Phase, in der die traditionell unerschütterliche Unterstützung Israels zu bröckeln beginnt. Nach Angaben von MSNBC stimmten im Mai 40 demokratische Senatoren gegen weitere Militärhilfen – eine Zäsur, die noch vor zwei Wahlzyklen undenkbar gewesen wäre. Im Repräsentantenhaus votierten 103 von 211 Demokraten für einen symbolischen Antrag, der die 3,3 Milliarden Dollar schwere Sicherheitshilfe kappen sollte. Beobachter in Washington führen dies auf den Druck der Basis zurück: In Vorwahlen setzten sich zunehmend Kandidaten durch, die die Gaza-Politik Israels scharf kritisieren und die einst mächtige Lobbygruppe AIPAC offen herausfordern. Vizepräsident J. D. Vance wies zudem auf Kräfte innerhalb der israelischen Regierung hin, die versuchten, den Krieg mit Iran zu verlängern, indem sie auf die US-Öffentlichkeit einwirken.
Die israelische Kampagne ist Teil eines globalen Trends ausländischer Akteure, mittels digitaler Propaganda demokratische Öffentlichkeiten zu beeinflussen. Aus europäischer Perspektive ist bemerkenswert, dass ähnliche Methoden auch auf dem Kontinent seit Langem beobachtet werden. Das Quincy Institute for Responsible Statecraft schätzt, dass Israel in diesem Jahr mehr Geld für in den USA offengelegte Einflussnahme ausgibt als jeder andere Staat. Für die Zukunft erhärtet sich der Eindruck, dass diese Anstrengungen noch deutlich zunehmen: Außenminister Gideon Sa’ar bezifferte das globale Budget für die Imagepflege im Jahr 2026 auf über 700 Millionen Dollar, mehr als das Vierfache der für 2025 bewilligten Mittel. Ob die Investitionen die gewünschte Wirkung erzielen, bleibt indes fraglich; Umfragen und Wahlresultate deuten auf eine anhaltende Entfremdung gerade junger und progressiver Wählerschichten hin.
| Israelische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
Israel acknowledges its image crisis but responds with a mix of self-criticism and diplomatic pragmatism.
The opinion piece uses moral outrage to expose hypocrisy, while the factual report normalizes the spending as standard practice, creating a tension that legitimizes both perspectives.
The neutral report omits deep moral critiques, while the opinion ignores strategic reasons for the campaign.
The United States balances traditional loyalty with new democratic pressures, maintaining a pragmatic approach to the alliance.
By presenting both AIPAC's slipping grip and the reaffirmation of the alliance, an apparent balance is created that masks the real tension, suggesting foreign policy is above public opinion.
The specific use of AI in the campaign is omitted, downplaying the scale of Israeli interference.
Iran denounces Israel's manipulation of US opinion via AI as proof of its moral collapse.
The narrative builds credibility by contrasting artificial propaganda with genuine human sentiment, reversing the roles of victim and aggressor.
Any mention of internal Israeli divisions or the US democratic debate is omitted, which would weaken the portrayal of a monolithic Israel.
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