
Israel zerstört Hisbollah-Tunnel – Neues Abkommen mit Libanon auf dem Prüfstand
Trotz eines von den USA vermittelten Rahmenabkommens stellen israelische Militärschläge und die Ablehnung durch Hisbollah und Parlamentssprecher Berri die Umsetzung des Abkommens in Frage.
Am Sonntag zerstörte die israelische Armee nach eigenen Angaben einen über 200 Meter langen Tunnel der Hisbollah im südlibanesischen Majdal Zoun. Der Angriff erfolgte zwei Tage nach der Unterzeichnung eines von den USA vermittelten Rahmenabkommens zwischen Israel und dem Libanon, das einen schrittweisen israelischen Truppenabzug und die Entwaffnung nichtstaatlicher Milizen vorsieht. Die Hisbollah bezeichnete die israelischen Angriffe als „eklatanten Verstoß“ gegen die Waffenruhe und behielt sich das Recht auf Selbstverteidigung vor.
Aus israelischer Sicht stellt das Abkommen einen historischen Erfolg dar. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten, die Streitkräfte würden in einer erweiterten Sicherheitszone im Südlibanon verbleiben und „terroristische Infrastruktur“ weiter zerstören. Die libanesische Regierung unter Präsident Joseph Aoun und Ministerpräsident Nawaf Salam hingegen betonte in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump ihre Bereitschaft, die Verantwortung für die Umsetzung zu übernehmen, und rief Washington dazu auf, auf einen vollständigen israelischen Abzug zu drängen. Parlamentssprecher Nabih Berri, ein Verbündeter der Hisbollah, wies das Abkommen als „Diktat“ zurück, das „zehnmal schlimmer“ sei als das gescheiterte Abkommen vom 17. Mai 1983, und warnte vor innerlibanesischen Spaltungen.
Das Abkommen knüpft den israelischen Rückzug an die verifizierte Entwaffnung der Hisbollah in sogenannten Pilotzonen, die zunächst von der libanesischen Armee kontrolliert werden sollen. Die Hisbollah, die an den Verhandlungen nicht beteiligt war, lehnt jede Verknüpfung von Abzug und Entwaffnung ab und betrachtet das Abkommen als nichtig. Aus Teheraner Sicht ist die Libanon-Frage Teil der laufenden Verhandlungen mit Washington über ein umfassenderes Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs. Berri und die Hisbollah drängen darauf, die libanesische Akte nicht von den iranisch-amerikanischen Gesprächen zu trennen, da nur diese Verhandlungslinie aus ihrer Sicht einen vollständigen israelischen Abzug erzwingen könne.
Die militärischen Aktionen und die politische Ablehnung verschärfen die innerlibanesischen Spannungen. Während die Regierung in Beirut seit 2024 auf eine Entwaffnung der Hisbollah hinarbeitet, verfügt die Miliz weiterhin über erhebliche militärische Kapazitäten. Der Konflikt, der seit März 2026 im Schatten des Iran-Kriegs tobt, hat nach libanesischen Angaben über 4.000 Todesopfer gefordert und mehr als eine Million Menschen vertrieben. Die Umsetzung des Rahmenabkommens steht damit vor einer ersten schweren Belastungsprobe; eine Einigung über die konkreten Sicherheitsmodalitäten und die Einrichtung der Pilotzonen ist bislang nicht erfolgt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Israelische Presse | +0.20 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.70 | critical |
The facts speak for themselves: the agreement is fragile and violations continue.
The choice of a purely factual narrative, without commentary, makes the tension evident without explicit judgment.
It does not delve into Hezbollah's motivations or the details of the framework agreement.
Israel is ready for peace, but not for security compromises.
The editorial balances optimism about the agreement with the need for verifiable conditions, presenting the Israeli position as reasonable and prudent.
It omits that ongoing Israeli strikes undermine Hezbollah's trust and could derail the deal.
Israel violates the agreement and attacks Lebanon; Hezbollah has the right to defend itself.
The narrative emphasizes the continuity of Israeli violations despite the agreement, creating a contrast between words and deeds to delegitimize the deal.
It does not mention that the agreement allows Israel to remain until Hezbollah's disarmament, nor that Hezbollah has refused to disarm.
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