
Israel beharrt auf Sicherheitszone im Südlibanon trotz verkündeter Waffenruhe
Nach einem tödlichen Hisbollah-Angriff auf israelische Soldaten eskalieren die Kämpfe, während Washington eine Feuerpause vermittelt – doch die israelische Führung erklärt, ihre Truppen blieben.
Nach einem Hinterhalt der Hisbollah, bei dem am Freitagmorgen vier israelische Soldaten im Südlibanon getötet und 17 weitere verwundet wurden, hat die israelische Armee mit massiven Luftangriffen auf Stellungen der Miliz reagiert. Gleichzeitig erklärte ein namentlich nicht genannter amerikanischer Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, Israel und die Hisbollah hätten sich auf eine Waffenruhe verständigt, die um 16:00 Uhr Ortszeit Beirut in Kraft getreten sei. Die Vermittlung sei unter Beteiligung der USA und Katars sowie mit iranischer Unterstützung erfolgt. Das libanesische Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der Todesopfer durch die israelischen Angriffe im Süden und in der Bekaa-Ebene zunächst auf 18, bei 33 Verletzten.
Aus israelischer Sicht stellte der Angriff auf eine Patrouille des 52. Bataillons der 401. Panzerbrigade einen schwerwiegenden Bruch bestehender Waffenstillstandsvereinbarungen dar. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Israel werde Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium nicht hinnehmen und der Hisbollah einen „sehr hohen Preis“ auferlegen. Verteidigungsminister Israel Katz bezifferte die Zahl der getroffenen Ziele auf über 80 und sprach von Dutzenden getöteten Hisbollah-Kämpfern. Beide bekräftigten, die israelischen Streitkräfte würden in der von Israel definierten „Sicherheitszone“ im Südlibanon verbleiben – einem Streifen, der sich nach Darstellung von Katz von der Mittelmeerküste bis zu den Höhen der Beaufort-Burg erstreckt –, solange dies zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften erforderlich sei. Ein israelischer Armeesprecher präzisierte, die Zone reiche bis zu zehn Kilometer tief, und die Truppenpräsenz werde dort weiter verstärkt.
Die libanesische Staatsführung verurteilte die israelischen Luftschläge. Präsident Joseph Aoun bezeichnete die Ausweitung der Angriffe als Bedrohung für die Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe und betonte, ein umfassender Waffenstillstand sei die Voraussetzung für die Klärung aller weiteren offenen Fragen – an erster Stelle den israelischen Truppenabzug und die Stationierung der libanesischen Armee. Die Hisbollah wies ihrerseits die israelischen Vorwürfe des Waffenstillstandsbruchs zurück und erklärte, Israel selbst habe sich in den vergangenen Monaten an keine der getroffenen Vereinbarungen gehalten und setze seine Luftangriffe und Bodenoperationen fort. Aus Washingtoner Sicht, so berichtete CNN unter Berufung auf informierte Kreise, habe man Teheran signalisiert, dass Israel seine Angriffe im Libanon nicht weiter eskalieren werde und bereits zuvor bereit gewesen sei, über bestimmte Verstöße gegen die Waffenruhe hinwegzusehen. Nun liege der Ball bei der Hisbollah, ihre Attacken einzustellen.
Die jüngste Eskalation fällt in eine Phase intensiver diplomatischer Bemühungen um eine regionale Deeskalation. Nach amerikanischen Angaben waren die Gespräche über eine Waffenruhe auch darauf gerichtet, eine für die Schweiz geplante Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran nicht zu gefährden; Teheran hatte einen umfassenden Waffenstillstand im Libanon zur Bedingung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen gemacht. Innerhalb Israels fanden am Freitagmorgen laut dem Nachrichtenportal Walla Beratungen der Sicherheitsinstitutionen über das Ausmaß der Reaktion statt, wobei auch die Möglichkeit von Angriffen auf den südlichen Beiruter Vorort Dahieh oder eine Ausweitung der Bodenoperationen erwogen wurde. Der frühere libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora warnte unterdessen vor Überlegungen zu einer syrischen Militärintervention im Libanon und rief die USA dazu auf, die libanesischen Staatsinstitutionen und die Armee zu unterstützen.
Die Lage an der libanesisch-israelischen Front bleibt angespannt. Während die amerikanische Seite von einer geltenden Waffenruhe spricht, hat die israelische Führung klargestellt, dass ihre Truppen in der südlibanesischen Pufferzone verbleiben und bei weiteren Angriffen mit massiver Gewalt antworten werden. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen libanesischen und israelischen Vertretern unter amerikanischer Vermittlung steht bevor; das libanesische Verhandlungsteam wurde von Präsident Aoun angewiesen, auf einem vollständigen Waffenstillstand und dem Abzug fremder Truppen zu bestehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Israel hat erklärt, dass es so lange wie nötig eine militärische Präsenz im Südlibanon aufrechterhalten und die Hisbollah für Angriffe auf seine Soldaten einen hohen Preis zahlen lassen wird. Der Premierminister und der Verteidigungsminister betonten, dass die Armee jede Bedrohung für israelische Streitkräfte und Territorium neutralisieren werde.
Der Premierminister des zionistischen Regimes behauptete in einem Zustand der Verwirrung und Unordnung, dass die Hisbollah einen hohen Preis für ihre Angriffe zahlen werde. Seine Drohungen erfolgen nach der Tötung israelischer Soldaten im Südlibanon und offenbaren die Nervosität und das Versagen des Regimes angesichts des Widerstands.
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